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Gesund ist anders Hähnchen strotzen immer noch vor Keimen

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Campylobacter sind Bakterien aus dem Darm von Tieren, die beim Schlachten auf das Fleisch geraten können.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Gekocht, gegrillt, gebraten - Hühner sind als Nahrungsmittel gefragt. Dass die Tiere, die meist industriell gehalten werden, oft nicht ganz frei von Bakterien sind, hat sich herumgesprochen. Dass nun gefährliche Darmbakterien auf fast jeder zweiten Hähnchenfleischprobe festgestellt wurden, bereitet Sorgen.

Die gute Nachricht lautet: Es ist nicht schlimmer geworden. Die schlechte ist: Die Nachweisraten mit Campylobacter-Bakterien bei Masthähnchen liegen unverändert auf einen hohem Niveau. So wurde laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr im Rahmen des sogenannten Zoonosen-Monitoring 2018 auf 47,8 Prozent der kontrollierten Hähnchenfleischproben das Darmbakterium nachgewiesen.

Der Keim, der aus dem Darm der Tiere stammt und beim Schlachten auf das Fleisch geraten kann, hatte im vergangenen Jahr Salmonellen als häufigsten bakteriellen Erreger für Durchfallerkrankungen in Deutschland abgelöst.

Das zum vergangenen Jahr eingeführte Prozesshygienekriterium (1000 koloniebildende Einheiten pro Gramm Fleisch) hat somit noch nicht zu einer nennenswerten Senkung der Campylobacter-Belastung bei Masthähnchen geführt, wie das BVL mitteilt. Seit 1. Januar 2018 müssen Betriebe, die die Anforderungen der EU-Verordnung nicht erfüllen, geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Prozesshygiene einleiten. Kontaminiertes Geflügelfleisch gilt als eine der Hauptquellen für eine Infektion mit Campylobacter.

Schlachthygiene muss verbessert werden

Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft wies darauf hin, dass Geflügelfleisch als natürliches Lebensmittel "niemals zu 100 Prozent keimfrei sein" könne. Demnach täten die deutschen Schlachthöfe "alles dafür, ein Auftreten von Campylobacter-Keimen bestmöglich zu minimieren".

Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unterstreichen die Ergebnisse der jährlichen Untersuchung jedoch die Notwendigkeit, weitere Anstrengungen im Kampf gegen Campylobacter-Bakterien zu unternehmen, um die Schlachthygiene zu verbessern.

Campylobacter und Salmonellen lösen beim Menschen Durchfallerkrankungen aus. Bei geschwächten Personen können sie zu schweren Komplikationen führen. Beide Erreger sind nicht hitzeresistent. Verbraucher sollten Hähnchenfleisch deshalb nur gut durchgegart verzehren und sich an die üblichen Küchenhygieneregeln halten. Ob Keime und Bakterien zu Erkrankungen führen, hängt von deren Art, ihrer Anzahl und dem Gesundheitszustand des Empfängers ab.

Quelle: n-tv.de, awi

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