Ratgeber

Grüne Geldanlagen Initiatoren machen Kasse

Wer sich eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach setzt, geht ein relativ geringes Risiko ein. Durch die Einspeisevergütung sind die Erträge 20 Jahre lang garantiert. Bei anderen Öko-Geldanlagen sehen die Renditechancen oft weniger rosig aus. Die Stiftung Warentest hat sich bei den grünen Geldanlagen umgesehen.

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Die Deutsche Bank mietet ihre Büros von der Fondstochter DWS.

(Foto: picture alliance / dpa)

Umweltkatastrophen wie zuletzt in Japan verleihen Anbietern von grünen Geldanlageprojekten Aufwind. Sie versprechen Anlegern, dass diese mit ihrem Geld etwas Gutes tun und stellen den Investoren in Hochglanzbroschüren zudem noch hohe Renditen von fünf bis zehn Prozent pro Jahr in Aussicht. Die Stiftung Warentest hat acht aktuelle Angebote geprüft. Wirklich zu empfehlen ist keins.

Langfristige Mieteinnahmen

Mit einem "gerade noch befriedigenden Konzept" ist ein Projekt der DWS, der Fondstochter der Deutschen Bank, noch eins der beiden besten Angebote im Test: Die beiden Bürogebäudetürme der Deutschen Bank in Frankfurt sind aufwändig saniert worden. Dadurch wurde der Wasser- und Energiebedarf deutlich gesenkt. Die Finanzierung soll jetzt über einen DWS-Fonds laufen. Hierzu soll die DWS das zertifizierte "grüne Gebäude" kaufen und über Fondsanteile und Kredite finanzieren. Ein langfristiger Mietvertrag mit der Deutschen Bank soll die Einnahmen sichern.

Ähnlich aufgebaut und daher gleich bewertet ist ein Immobilienprojekt der Deutschen Fondsholding. Diese baut in Düsseldorf Bürogebäude, die langfristig an Vodafone vermietet werden. Für den Anleger sollen unterm Strich fünf Prozent Rendite bleiben. Ob die Rechnung aufgeht, ist allerdings unsicher. Fallen Immobilienpreise und Mieten, sinkt automatisch auch die Rendite für die Anleger.

Abenteuerliche Konzepte

Bei anderen Projekten ist das Risiko noch ungleich höher. Diese seien mit abenteuerlichen Konzepten dabei, die für den Anleger unkalkulierbare Gefahren und leere Versprechungen enthielten, kritisiert Finanztest.

Dazu gehört beispielsweise der vom Global Invest Emissionshaus aufgelegte Windpark Opportunity Fonds 1. Aus einer Unternehmensbeteiligung in Höhe von 2,5 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2014 18,5 Millionen an die Fondsgesellschaft zurückfließen. Wie das gehen soll, wird allerdings nicht erklärt. Der Prospekt stellt den Anlegern eine Rendite von über zehn Prozent pro Jahr in Aussicht. Die Stiftung Warentest konnte die Rendite auf Basis der Prospekt- und Anbieterangaben nicht nachvollziehen.

Gut nachvollziehen lässt sich hingegen laut Stiftung Warentest, dass die Renditen für die Initiatoren und deren Geschäftspartner stimmen. Dafür sorgen teils unverschämt hohe einmalige sowie laufende Kosten. Beim Ibersol Fonds/Solar der Millenium AG fallen beispielsweise 30 Prozent einmalige Kosten an. Negativ auf die Renditechancen der Anleger wirkt es sich zudem aus, wenn der Kreditanteil das Geld der Anleger übersteigt.

Wichtige Punkte vor dem Kauf

Da es sich meist um geschlossene Fonds handelt, empfiehlt die Stiftung Warentest vor dem Kauf eine intensive Prüfung. Wichtige Punkte bei der Risikominimierung sind hierbei eine kurze Laufzeit des Fonds (unter fünf Jahren), in der Vergangenheit erfolgreich abgeschlossene Projekte des gleichen Anbieters, Nebenkosten inklusive Ausgabeaufschlag von unter zehn Prozent, langjährige Garantien von Banken, staatlichen Stellen und zahlungskräftigen Firmen sowie eine Kreditquote von unter 30 Prozent.

Positiv für Anleger ist zudem, wenn sich der Herausgeber der Fondsanteile dazu verpflichtet, diese vor Ablauf der Vertragslaufzeit gegen einen Abschlag zurückzunehmen. So bleibt eine gewisse Flexibilität in einer finanziellen Notsituation erhalten.

Quelle: n-tv.de

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