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Überbelegte Wohnung Jeder Vierzehnte hat zu wenig Platz

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Die Wohnungsnot macht sich auch an einer Überbelegung so mancher Bleibe bemerkbar.

(Foto: imago/Jochen Tack)

Dass es vor allem in vielen Städten an bezahlbaren Wohnungen mangelt, ist bekannt. Als Konsequenz daraus finden sich sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland in beengten Verhältnissen wieder, wie das Statistische Bundesamt herausfindet.

Gerade erst warnten Wirtschaftsforscher, Sozialexperten und die Bauwirtschaft davor, dass es vor allem für Senioren in Zukunft schwierig sein dürfte, altersgerechte und bezahlbare Wohnungen zu finden. Aber auch schon jetzt wird es generationsübergreifend in so mancher Wohnung eng, da geeignete Objekte Mangelware sind.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts leben bereits 7 Prozent der Bevölkerung in Deutschland in einer überbelegten Wohnung. Das heißt, der Haushalt verfügte über zu wenige Zimmer im Verhältnis zur Personenzahl. Damit war die bundesweite Überbelegungsquote im Vergleich zum Vorjahr aber immerhin stabil.

Als überbelegt gilt eine Wohnung, wenn es mindestens einen der folgenden Räume nicht gibt:

  • einen Gemeinschaftsraum,
  • einen Raum pro Paar, das in dem Haushalt lebt,
  • einen Raum pro weiterer Person ab 18 Jahren,
  • einen Raum für zwei Kinder unter 12 Jahren,
  • einen Raum für zwei Kinder desselben Geschlechts zwischen 12 und 17 Jahren,
  • einen Raum je Kind zwischen 12 und 17 Jahren, wenn sie unterschiedlichen Geschlechts sind. 

Beispiele für eine Überbelegung wären Wohnungen, in denen:

  • sich drei Kinder ein Kinderzimmer teilen,
  • sich Bruder und Schwester, beide im Teenageralter, ein Kinderzimmer teilen,
  • Eltern das Wohnzimmer gleichzeitig als ihren Schlafraum nutzen.

Besonders von Überbelegung betroffen waren in Deutschland laut der Erfassung armutsgefährdete Personen sowie Alleinerziehende und ihre Kinder (jeweils 19 Prozent). Erwachsene mit ausländischem Pass (17 Prozent) lebten ebenfalls deutlich häufiger auf engem Raum als Erwachsene mit deutschem Pass (6 Prozent). In Städten war die Bevölkerung mit einem Anteil von 11 Prozent rund drei Mal so häufig von Wohnraummangel betroffen wie in ländlichen Gebieten (4 Prozent). 

Vergleichsdaten der EU-Statistikbehörde Eurostat zeigen, dass in den Nachbarländern der Wohnraummangel im Jahr 2017 zum Teil noch deutlich größer war. So lebten zum Beispiel in Polen 41 Prozent der Bevölkerung in einer überbelegten Wohnung. In Österreich waren es 15 Prozent und in Frankreich 8 Prozent.

Niedriger als hierzulande lag die Quote in den Niederlanden (4 Prozent). EU-weit am geringsten waren die Überbelegungsquoten in Zypern und Malta (je 3 Prozent). Der EU-Durchschnitt betrug 16 Prozent. Ebenso wie in Deutschland war im EU-Durchschnitt die Überbelegungsquote unter armutsgefährdeten Personen und Erwachsenen mit ausländischem Pass (je 27 Prozent) sowie Alleinerziehenden und ihren Kindern (23 Prozent) überdurchschnittlich hoch.

Quelle: n-tv.de, awi

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