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Wenn der Makler schummelt Käufer muss nicht voll zahlen

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Der Makler muss genaue Erkundungen beim Eigentümer einholen.

(Foto: S. Hofschlaeger, pixelio.de)

Macht ein Makler bei Verkaufsverhandlungen einer Immobilie falsche Angaben, trägt der Verkäufer dafür die Verantwortung. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Makler beauftragt war, Vertragsverhandlungen selbständig zu führen. Das hat das Oberlandesgericht Stuttgart entschieden (Az: 13 U 148/10).

Im verhandelten Fall hatte ein Makler im Auftrag des Eigentümers ein Einfamilienhaus  angeboten und führte auch die Verkaufsgespräche. Bei der Besichtigung fragte der spätere Käufer nach auftretender Feuchtigkeit im Keller, nachdem er ein morsches Regal und eine Wasserpumpe dort gesehen hatte. Eine Mitarbeiterin des Maklerbüros antwortete quasi "ins Blaue" hinein: In der Vergangenheit sei zwar Druckwasser aufgetreten, das Problem sei jedoch nach Straßenbauarbeiten an der entsprechenden Seite behoben. 

Im Kaufvertrag wurde die Gewährleistung für Mängel ausgeschlossen. Als es nach dem Kauf zu einem Schaden durch Druckwasser kam, minderte der Käufer dennoch den Kaufpreis. Zurecht, entschieden die Richter, da er von dem Makler arglistig getäuscht worden sei. Arglistig handelt, wer Erklärungen abgibt, obwohl er weiß, dass sie unrichtig sind. Ein Makler handelt den Richtern zufolge bereits dann arglistig, wenn er Angaben des Verkäufers, die für den Kaufentschluss maßgebliche Bedeutung haben, nicht kritisch hinterfragt. Dies hätten hier der Makler beziehungsweise seine Mitarbeiterin getan.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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