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Der Vermieter ist in der Pflicht, die Kaution sicher und getrennt von seinem Vermögen zu verwahren. 
Der Vermieter ist in der Pflicht, die Kaution sicher und getrennt von seinem Vermögen zu verwahren. (Foto: imago/Christian Ohde)
Dienstag, 18. Oktober 2016

Praktische Lösung : Kann man die Mietkaution abwohnen?

Endet das Mietverhältnis, muss der Vermieter meist die Kaution zurückzahlen. Nachden er etwaige Ansprüche gegen seinen Mieter geprüft hat. Kommt Letzterer jedoch vor Vertragsende auf die Idee die Mietzahlungen einzustellen und mit der Kaution zu verrechnen, droht ihm Ärger.

Ohne die Zahlung einer Mietkaution, gibt es meist keine Wohnung. Fast immer wird sie im Mietvertrag vereinbart. Sie dient dem Vermieter als Mietsicherheit gegen Zahlungsausfälle seines Mieters und darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Die Mietkaution kann in drei Raten gezahlt werden. Die erste der Raten wird bei Mietbeginn fällig, die anderen beiden in den zwei folgenden Monaten.

Möchte der Mieter ausziehen, muss er zunächst seinen Mietvertrag kündigen und dabei die gesetzliche Frist einhalten. Diese beträgt in der Regel drei Monate. Die Kaution darf der Vermieter jedoch bis zu sechs Monaten nach Ende des Mietverhältnisses einbehalten um zu prüfen, ob er noch Ansprüche gegen seinen früheren Mieter hat. Etwa wegen nicht gezahlter Mieten, einer offenen Betriebskostenabrechnung oder Schäden am Mietobjekt. In schwierigen Fällen kann diese Frist sogar noch verlängert werden.  

Dem ein oder anderen Auszugswilligen ist dies jedoch zu lang. Und er kommt deshalb auf die Idee in den letzten Monaten des Mietverhältnisses die Kaution einfach abzuwohnen. Dass heißt, er zahlt keine Miete mehr. Stattdessen soll der Vermieter dafür die Mietkaution verrechnen. Doch dies ist rechtlich nicht zulässig, da der Mieter erst nach Beendigung des Mietverhältnisses einen Anspruch auf die Rückerstattung hat. Schließlich sichert dem Vermieter die Kaution die Ansprüche aus dem bestehenden Mietverhältnis. Diese Rechtsauffassung bestätigte das Amtsgericht München jüngst mit einem entsprechenden Urteil (Az.: 432 C 1707/16).

Wer also meint keine Miete mehr zahlen zu müssen, da die Mietkaution den noch offenen Betrag abdeckt irrt nicht nur, nein, er kann auch von seinem Vermieter umgehend verklagt werden. Eine vorherige Mahnung zur Begleichung der Mietschulden ist hier nicht nötig. Dem Vermieter entstehen in diesem Fall nicht selten Mehrbelastungen durch Anwalts- oder Gerichtskosten.

Einzig wenn der Vermieter auf Verlangen des Mieters nicht innerhalb einer gesetzten Frist den Verbleib der Mietkaution nachweisen kann, können nach Ablauf der Frist die Mietzahlungen einbehalten werden. Denn der Vermieter ist in der Pflicht, die Kaution sicher und getrennt von seinem Vermögen zu verwahren. 

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Quelle: n-tv.de