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Kein Stress beim Amt Kfz-Zulassungsdienste: Alles aus einer Hand

Vielen Wegen aus dem Weg gehen: Wer das Zulassen seines Autos nicht selbst erledigen mag, kann dafür spezielle Dienstleister beauftragen.

Vielen Wegen aus dem Weg gehen: Wer das Zulassen seines Autos nicht selbst erledigen mag, kann dafür spezielle Dienstleister beauftragen.

(Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa/dpa-tm)

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Öffnungszeiten beachten, Tag planen, Papiere suchen, Schilder besorgen, Nummer ziehen - warten. Für Zulassung oder Ummeldung eines Autos kann viel Zeit draufgehen. Dienstleister können das übernehmen.

Die Freude über ein neues Auto kann schnell einen Dämpfer kriegen - wenn es um die Zulassung geht. Der Gang zum Amt erfordert viel Geduld, denn er ist oft mit langen Wartezeiten verbunden. Besonders groß ist der Ärger, wenn am Ende auch noch etwas fehlt. Eindeutig entspannter ist es, dafür einen Kfz-Zulassungsdienst zu beauftragen - versprechen Kfz-Zulassungdienste.

Diese Dienstleister werden sehr oft von Autohäusern, Leasinggesellschaften oder anderen Flottenanbietern wie Autovermietungen beauftragt. Für diese lassen sie dann laut Malte Dringendberg vom Automobilclub von Deutschland (AvD) meist gleich eine ganze Reihe von Fahrzeugen zu. Speziell bei Neuwagenkäufen sei die Zulassung zudem ein gern genommenes Extra, das Autohändler ihren Kunden noch als "Goodie on top" geben würden.

Corona sorgt für mehr Kunden

Doch mittlerweile setzen auch immer mehr Privatkunden auf den Service - und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. "Vielen ist der Gang zur Zulassungsstelle zu zeitaufwendig oder einfach nicht planbar genug. Und einen ganzen Urlaubstag will auch nicht jeder opfern", sagt Holger Ippen von der "Auto Zeitung".

Zwar würden seit der Corona-Pandemie noch deutlich mehr Zulassungsstellen auch feste Termine vergeben, doch auch hier seien die Vorlaufzeiten zum Teil sehr lang, so der Redakteur.

Laut Philipp Kroschke vom Kfz-Dienstleister Kroschke hat die Corona-Pandemie aber auch für eine verstärkte Nachfrage von Privatpersonen gesorgt: "Es gibt sehr viele Neukunden, die sich während der Pandemie nicht den Kontakten in einer Zulassungsstelle aussetzen wollten und die sich daher für einen Zulassungsdienst wie uns entschieden haben."

Das Unternehmen aus Ahrensburg bei Hamburg ist mit rund 500 Niederlassungen Branchenführer in Deutschland im Bereich der Kfz-Zulassungen und kommt eigenen Angaben zufolge pro Jahr auf rund eine Million Zulassungen. Die Konkurrenz ist groß. Kroschke zufolge gibt es allein in Berlin gut 700 Anbieter.

Papiere abgeben und warten

Hinter dem Angebot steht eine klassische Dienstleistung: Der Zulassungsdienst erhält die Papiere des Neufahrzeugs, inklusive einer Kopie des Ausweises und einer Versicherungsbestätigungsnummer, erklärt Ippen: "Der Kunde bekommt dann die fertigen Kennzeichen mit Siegeln zurück, die er nur noch an seinem Fahrzeug befestigen muss."

Je nachdem, für welchen Dienst der Kunde sich entscheide, erfolge die Kommunikation und Übergabe der Dokumente auf dem Postweg oder persönlich. "Viele unserer Kunden buchen den Service inzwischen über das Internet", sagt Philipp Kroschke. "Sie können dann auch online verfolgen, wie es mit der Zulassung vorangeht."

Die Digitalisierung der Zulassung ist Kroschke zufolge derzeit eines der großen Themen und Herausforderungen. Für seine Gewerbekunden hat Kroschke bereits eine Plattform entwickelt, die neben Zulassungsdiensten noch weitere Services beinhaltet.

Der Privatkunde profitiere indirekt davon, sagt Kroschke, weil beispielsweise der Autohändler damit einen besseren Überblick hat. Etwa über den Status der An- und Ummeldung sowie über erforderliche Dokumente und die zu erwartende Laufzeit.

Die Hürden für die digitale Anmeldung sind hoch

Wer allerdings auf eigene Faust sein Auto online ummelden will, stößt nach wie vor vielerorts an Grenzen. "In der Theorie funktioniert die An-, Ab- und Ummeldung bereits seit Oktober 2019 vom Sofa aus", sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV). "In der Praxis jedoch ist die vom Bund initiierte internetbasierte Fahrzeugzulassung i-Kfz bei vielen Verwaltungen noch immer nicht möglich."

Und selbst dort, wo es möglich ist, seien die Hürden hoch. So müsse der Fahrzeugschein den dafür notwendigen Sicherheitscode beinhalten. Daneben ist ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion und ein Smartphone mit der Ausweis-App erforderlich.

Für die Kfz-Zulassungsdienste wird es also vorerst noch genug zu tun geben. Gleichwohl glaubt Holger Ippen, dass sich die Zahl der Anbieter drastisch verringern wird. "Aktuell ist das Angebot sehr groß und fast unübersichtlich - auch Verkehrsclubs und Versicherungen bieten das inzwischen an", sagt er.

Kunden sollten genau hinschauen, denn nicht jeder Anbieter halte auch, was er verspreche. "Mitunter werden Termine nicht eingehalten, zudem sollte man die Preisgestaltung hinterfragen", sagt Ippen.

Komplettpreis vs. Einzelposten

Die meisten Zulassungsdienste arbeiten mit Komplettpreisen und berechnen für eine normale Pkw-Zulassung zwischen 100 und 140 Euro. In dem Preis sind dann sowohl die Verwaltungsgebühren als auch die Kennzeichen, die komplette Abwicklung und der Versand enthalten. Die reine Dienstleistung schlägt zumeist mit 30 bis 40 Euro zu Buche.

Eine gewisse Gewinnspanne aber liege beispielsweise auch bei den Kosten für die Schilder, so Ippen: "Amtlich anerkannte Kfz-Kennzeichen gibt es bei vielen Online-Anbietern für rund zehn Euro, ein Zulassungsdienst berechnet rund 30 Euro dafür."

Wer keine Expresszulassung beantragt, muss unter Umständen länger auf seine Papiere warten. Die Dauer einer Zulassung liege im Schnitt bei einer Woche, so Ippen. "Es hat aber schon Anbieter gegeben, die mit ihren Kundenaufträgen erst dann zur Zulassungsstelle gegangen sind, wenn sie mehrere Aufträge gesammelt hatten." Hier hätten die Wartezeiten dann bei mehreren Wochen gelegen.

Kunden sollten sich daher einen Termin bestätigen lassen, beziehungsweise das Kleingedruckte beachten.

Zulassungsdienste profitieren von schneller Bearbeitung

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Zwar werden die Anträge von Zulassungsdiensten bei den Zulassungsstellen nicht bevorzugt bearbeitet, einen Zeitvorteil aber haben die gewerblichen Anbieter meist schon. Allein deshalb, weil Anfahrten und Wege vor Ort wegfallen. "Bei vielen Ämtern gibt es spezielle Zeitfenster, in denen nur die Anträge der Zulassungsdienste entgegengenommen und bearbeitet werden", sagt Michael Tejic von der Firma Kroschke. Hier könne es natürlich genauso zu Wartezeiten kommen wie bei den Privatkunden auch.

"Der große Vorteil ist aber natürlich, dass die Unterlagen von uns in der Regel immer vollständig sind, da sie von unseren Zulassungsexperten vorgeprüft werden und die Sachbearbeiter die Anträge daher sehr schnell abarbeiten können", sagt Tejic.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 04. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, Claudius Lüder, dpa

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