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Subventionen für Neukunden? Lebensversicherer im Visier

Mit klassischen Kapitallebenspolicen verdienen Lebensversicherer immer weniger. Stattdessen setzen sie auf Abbruchpolicen, die Anlegern gegen Einmalzahlung gute Zinsen verheißen. Die BaFin will jetzt herausfinden, ob die Gewinne der Bestandskunden darunter leiden.

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Die BaFin will nun prüfen, ob Lebensversicherer Gewinne umschichten.

(Foto: Viktor Mildenberger, pixelio.de)

Wer sein Geld für einen überschaubaren Zeitraum sicher anlegen möchte, tut dies normalerweise auf einem Tages- oder Festgeldkonto. Allerdings ist die Rendite derzeit ziemlich überschaubar, mit Zinsen knapp über 2,0 Prozent p.a. ist man schon gut bedient. Seit einiger Zeit finden Anleger eine Alternative bei Versicherern. Die bieten sogenannte Parkdepots, das sind Sparverträge auf Basis einer Lebensversicherung.

Todesfallschutz bieten die Verträge nicht, dafür sind sie kurzfristig und ohne Verluste kündbar. Kritiker befürchten, dass die garantierten Zinsen für die Abbruchpolicen aus dem normalen Lebensversicherungsgeschäft quersubventioniert werden. Jetzt ist die Finanzaufsicht BaFin auf den Plan getreten, um diesen Vorwürfen nachzugehen. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) fordert sie von allen Lebensversicherern erstmals detaillierte Daten über die sogenannten Kapitalisierungsgeschäfte.

BaFin will Klarheit

Klar ist: Versicherer nutzen die Angebote zum Teil für die Neukundengewinnung. Wer sein Geld bei der Versicherung parkt, muss also mit der Aufmerksamkeit des Außendienstes rechnen. Die Assekuranzen sind unter Druck, mit dem klassischen Lebensversicherungsgeschäft verdienten sie in letzter Zeit immer weniger. Skeptiker argumentieren, dass diese Art der Kundenwerbung zu Lasten der Gewinne der Bestandskunden gehe. Nur über Quersubventionierung könnten Versicherer höhere Zinsen als Banken anbieten. Bei einer langen Niedrigzinsphase könnten die Versicherer aber nicht alle Zusagen erfüllen.

Bislang ist wenig darüber bekannt, in welchem Maße die Versicherer Einmalanlagen tatsächlich als Köderangebote nutzen. Die BaFin verlangt nun von allen Versicherern Einzelheiten über den Anteil dieser Geschäfte an den gesamten Prämieneinnahmen, die entsprechenden Kapitalanlagen, die erwarteten Kündigungsquoten sowie die möglichen Risiken. Ein Manager wertete die BaFin-Forderung gegenüber der FTD als "klare Warnung an die Versicherer."  Sie dürften es mit dem Einmalgeschäft nicht übertreiben und müssten sicherstellen, dass keine Subventionierung stattfinde.

Quelle: n-tv.de, mit rts

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