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Dienstag, 06. Februar 2018

Beliebte Arzneimittel : Manche Präparate sind wenig geeignet

Egal, ob Erkältung, Verstopfung oder Sodbrennen: Es findet sich leicht ein scheinbar geeignetes Mittel gegen das Leiden. Verbraucher greifen dann oft zu bekannten Produkten. Doch diese Medikamente sind nicht immer die erste Wahl, wie die Stiftung Warentest zeigt.

So wünschen es sich die Hersteller: Die Werbung klingt vielversprechend und bleibt auch beim Verbraucher hängen. Im Zweifelsfall entscheidet sich dieser dann für das beworbene Produkt. Das gilt für Nudeln, Bier oder eben auch für rezeptfreie Medikamente. Denn wenn der Hals kratzt oder der Kopf dröhnt, wird oftmals zu einem bekannten Produkt gegriffen, was nicht immer sinnvoll ist, wie die Stiftung Warentest in einer Untersuchung von 33 beliebten Arzneimitteln festgestellt hat.

Beispiel Erkältungskrankheiten: Medikamente wie Grippostad C oder Wick MediNait sind bei Erkältungsgeplagten beliebt. Und die viel beworbenen Mittel werden gerne als erste Wahl gegen Fieber, Husten, Schnupfen und Heiserkeit angeboten. Doch laut der Tester sind diese Kombinations-Präparate wenig geeignet, um den Körper gegen einen grippalen Infekt sinnvoll zu stärken. Zwar versprechen die Medikamente, gleichzeitig mehrere Symptome einer Erkältung mit unterschiedlichen Wirkstoffen zu bekämpfen. Die aber ergänzen sich oft nicht sinnvoll oder belasten den Körper unnötig.

Symptome besser einzeln bekämpfen

Grippostad C etwa enthält unter anderem die Wirkstoffe Chlorphenamin, Parazetamol, Koffein und Vitamin C. Ersterer soll die Schleimhäute abschwellen und die Atemwege befreien. Das Problem: Chlorphenamin wirkt nicht lokal, sondern der Stoff macht müde. Koffein soll diesen Effekt ausgleichen. Ob das gelingt, ist allerdings nicht belegt.

Wick MediNait verspricht eine erholsame Nachtruhe - die Krankheit soll während des Schlafes im Hintergrund bekämpft werden. Es enthält Ephedrin und Doxylamin. Die Wirkstoffe sollen die Schleimhäute abschwellen. Ephedrin kann jedoch starke Nebenwirkungen wie Herzrasen und Bluthochdruck auslösen, Doxylamin wird auch als Schlafmittel eingesetzt und macht entsprechend müde. Zudem enthält das Präparat 18 Prozent Alkohol, was die negative Wirkung der anderen Inhaltstoffe noch verstärkt. Im Endeffekt unterdrückt der viel gepriesene Sirup die Symptome lediglich.

Doch egal, ob die genannten Mittel oder Aspirin Complex, Wick DayMed Kombi und Doregrippin - die bessere und günstigere Wahl wäre laut Warentest eine Einzelmedikation gegen das jeweilige Symptom, etwa ein konservierungsmittelfreies Nasenspray gegen Schnupfen. Es wirkt nur lokal und belastet nicht den ganzen Körper. Gegen Schmerzen und Fieber kann der Kranke zu einem Schmerzmittel greifen, gegen Husten zu einem preisgünstigen Hustenlöser.

Die einzelnen Medikamente können abgesetzt werden, wenn das jeweilige Symptom beseitigt ist. Kombiprodukte hingegen werden meist so lange genommen, bis alle Beschwerden abgeklungen sind.

Aber auch bei Schmerzmitteln bemängelt Warentest die wenig geeignete Kombination von Inhaltsstoffen, etwa bei Doppel Spalt compact, Neuralgin oder Thomapyrin. Hinzu kommt, dass die Kombination verschiedener Wirk­stoffe im selben Medikament mit einem erhöhten Risiko von Neben­wirkungen einhergeht.   

Ein Grund dafür, dass solche Präparate dennoch Verkaufsschlager sind, ist nicht nur eine gelungene Werbekampagne. Vielmehr bekommen Apotheken für Präparate, die besonders über die Werbung bekannt sind, günstige Einkaufskonditionen. Letztendlich steht also nicht selten der Umsatz der Apotheken im Vordergrund und weniger das Wohl des Kranken.

Die vollständige Liste darüber, welche rezeptfreien Medikamente die Stiftung Warentest für ungeeignet hält, gibt es hier.

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Quelle: n-tv.de