Ratgeber

Mit Öko-Test am Ofen Ein Vollkornmehl ist "ungenügend"

26.03.2026, 16:27 Uhr
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39 Vollkornmehle schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab. (Foto: imago images/Shotshop)

Wer selbst bäckt, kann auf Mehl nicht verzichten. Gerne auch aus Vollkorn. Damit schmecken auch Kuchen, Plätzchen und Pizza. Allerdings kann es nicht schaden, bei der Produktauswahl wählerisch zu sein. Denn im Öko-Test sind zwar viele "sehr gut", aber eben nicht alle.

Vollkornmehle sind besonders reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen, Eiweißen und Vitaminen. Und hoffentlich frei von Schadstoffen. Ob das so ist, hat Öko-Test untersucht und dazu 50 Vollkornmehle zu Preisen zwischen 0,85 und 4,49 Euro pro Kilogramm aus Roggen, Dinkel und Weizen unter die Lupe genommen.

Die Mehle wurden auf Mineralölbestandteile und Pestizide, darunter Glyphosat und die Wachstumsregulatoren Chlormequat und Mepiquat, untersucht. Die Schwermetallanalyse beinhaltete Nickel, Cadmium und Blei - letzteres blieb ohne Befund. Die Analyse auf Schimmelpilzgifte ergab keine abwertungsrelevanten Befunde, und bis auf einen Befund war auch die mikrobiologische Untersuchung unauffällig.

Die gute Nachricht: 39 Vollkornmehle schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab. Unter anderem mit Bestnote wurden die günstigen "Dm Bio Weizen Vollkorn Mehl, Naturland" von dm (0,85 Euro pro Kilogramm) und das "Rewe Bio Weizen Vollkorn Mehl, Naturland" für 0,99 Euro.

Nicht alle frei von Schadstoffen

Einige Vollkornmehle im Test erhalten aber wegen der aus Sicht der Tester zu hohen Cadmium- oder Nickel-Gehalte einen Notenabzug. Das "Bio Sonne Bio-Mehl Dinkel Vollkorn" von Norma ("befriedigend") ist demnach gleich mit beiden giftigen Schwermetallen belastet. Während Cadmium vor allem die Nieren schädigen kann, beeinträchtigt Nickel laut Tierstudien die Fortpflanzung und Entwicklung. Norma hat angekündigt, die getesteten Chargen aus dem Markt zu nehmen.

Das "Spielberger Mühle Weizenvollkornmehl, Demeter" ("mangelhaft") ist mit Shigatoxin-bildenden Escherichia (E.) coli, kurz STEC, belastet. Diese gehören zu den krank machenden unter den E.coli-Bakterien und können beim Menschen durch die Bildung starker Zellgifte schwere Darmentzündungen verursachen. Die Untersuchungsämter stufen kontaminierte Mehle nicht als gesundheitsschädlich ein - vorausgesetzt, ein Hinweis ist aufgedruckt, dass Getreidemehle, Backmischungen und Teige nicht zum Rohverzehr bestimmt sind und gut durcherhitzt werden müssen. Dieser Hinweis ist beim Spielberger Mühle-Produkt zu finden.  

In Sachen Mineralverunreinigungen fällt besonders das "Aurora Weizenmehl Vollkorn" negativ auf ("ungenügend"). Öko-Test kritisiert einen aus ihrer Sicht erhöhten Gehalt an aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH). MOAH zählen zu einer großen Stoffgruppe an Mineralölbestandteilen, von denen einige krebserregend sein können. 

Quelle: ntv.de, awi

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