Fünf Kandidaten zur Auswahl"Mogelpackung des Jahres 2025" gesucht

Weniger Ware zum gleichen Preis? Diese Form der versteckten Preiserhöhung ist weiterhin Alltag in Supermärkten. Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet ab heute wieder die Möglichkeit, dreiste Mogelprodukte via Abstimmung abzustrafen.
Verbraucher können wieder über die "Mogelpackung des Jahres" abstimmen. Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), die den Negativpreis zum zwölften Mal vergibt, stellt dazu fünf Produkte vor, mit denen Hersteller nach Auffassung der Verbraucherschützer ihre Kundschaft besonders getäuscht haben.
Im vergangenen Jahr erweiterte die VZHH ihre Mogelpackungsliste um 77 neue Produkte - die zweithöchste Zahl seit Beginn der Erhebungen. Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend: Die durchschnittliche versteckte Preiserhöhung der veröffentlichten Produkte lag bei 28,4 Prozent. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes betrug die offizielle Teuerungsrate für Nahrungsmittel bis einschließlich Ende November im Durchschnitt lediglich 2,1 Prozent. "Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Hersteller und Händler versteckte Preiserhöhungen gezielt nutzen, um Verbraucherinnen und Verbraucher besonders stark zur Kasse zu bitten", erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Einige der Produkte mit besonders hohen Preissteigerungen im vergangenen Jahr sind nun als Kandidaten für die Wahl der "Mogelpackung des Jahres 2025" nominiert.
Verbraucher sind bis zum 20. Januar um 16 Uhr aufgerufen, hier über die wenig schmeichelhafte Auszeichnung abzustimmen. Das Ergebnis wird am 21. Januar veröffentlicht.
Bei den Kandidaten für die "Mogelpackung des Jahres 2025" handelt es sich um:
Milka-Schokolade von Mondelez
Bei der Milka Alpenmilch sinkt die Füllmenge von 100 auf 90 Gramm, während der Preis der Schokoladentafel nahezu zeitgleich von 1,49 auf 1,99 Euro steigt. Das ergibt eine Preiserhöhung von über 48 Prozent. Zudem ist das neue Gewicht auf der Verpackung oft vom Umkarton verdeckt.
Käse-Streusel Backmischung von Dr. Oetker
Dr. Oetker verkauft die Backmischung Käse-Streusel als neues Produkt, obwohl sich an der Rezeptur kaum etwas geändert hat. Dafür ist der fertig gebackene Kuchen nur noch etwa halb so groß. Bezogen auf die Füllmenge steigt der Preis um knapp 90 Prozent.
XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln
Kölln macht aus einem "Vorratspack" einen "XXL Pack" und reduziert die Füllmenge drastisch - von 1700 auf 1050 Gramm. Trotz des gesenkten Verkaufspreises im Handel ist das Müsli knapp 30 Prozent teurer.
Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr
Ein Störer auf dem Nudel-Fertiggericht verspricht mehr Inhalt, doch für Verbraucherinnen und Verbraucher wird es teurer. Der Preis steigt stärker als die Füllmenge. Unterm Strich eine Preiserhöhung von 29 Prozent.
3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs
Zwar bleibt die Anzahl der Sticks bei Jacobs 3in1 Classic gleich, doch in jedem Stick ist weniger Kaffeepulver. Insgesamt schrumpft der Inhalt von 180 auf 120 Gramm. Bezogen auf die Füllmenge wird das Instantgetränk bei einem etwas höheren Verkaufspreis um 56 Prozent teurer.
In den vergangenen 10 Jahren wurden
das Getränk "Granini Trinkgenuss Orange" (2024)
die "Tuc Bake Rolls" Brotchips des Herstellers Mondelez (2023)
das Streichfett "Rama" des Herstellers Upfield (2021)
die "Paprika Sauce" von Homann (2021)
das Müsli von Seitenbacher (2020)
das Nudelgericht Mirácoli von Mar (2019)
die Chipsletten von Lorenz Snack-World (2018)
das Vitalis-Früchtemüsli von Dr. Oetker (2017)
das Evian-Wasser von Danone Waters (2016)
und die Bebe-Zartcreme von Johnson & Johnson (2015) mit dem Negativpreis bedacht.