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Verspätete Bücherrückgabe Professorin muss 2250 Euro Strafe zahlen

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Wer die Frist für die Bücherrückgabe verschläft, sollte wenigstens an die Verlängerung denken.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Wer sich in der Uni-Bibliothek Bücher ausleiht, muss diese pünktlich zurückgeben. Ansonsten wird eine Gebühr fällig. Doch nicht nur verschusselte Studenten sind von den finanziellen Sanktionen betroffen. Auch eine Hochschullehrerin muss tief in die Tasche greifen.

Eine Professorin muss an die Bibliothek ihrer eigenen Hochschule 2250 Euro Strafgebühren zahlen, weil sie Bücher mehr als einen Monat zu spät zurückgab. Der entsprechende Gebührenbescheid einer Hochschulbibliothek wegen Leihfristüberschreitung ist rechtmäßig, wie das Verwaltungsgericht Düsseldorf (Az.: 15 K 1130/16) entschieden hat.

In dem verhandelten Fall hatte die Hochschullehrerin zu Forschungszwecken 50 Bücher aus der Bibliothek der Hochschule Niederrhein ausgeliehen und diese erst mehr als 30 Tage nach Ablauf der Leihfrist zurückgegeben. Die Hochschulbibliothek zog sie daraufhin zu einer Zahlung von Gebühren in Höhe von 2250 Euro heran. Wogegen sich die säumige Professorin mit einer Klage wehrte.

Freiheit von Forschung und Lehre?

Allerdings ohne Erfolg. Zwar folge aus der im Grundgesetz verbürgten Freiheit von Forschung und Lehre - auf welche sich die Hochschullehrerin zur Begründung der Klage berufen hatte - ein Anspruch der Professorin darauf, dass die Hochschule ihr als Hochschullehrerin die Mittel zur Verfügung stelle, die sie für Forschung und Lehre benötige. Dieser Anspruch berechtige sie aber nicht dazu, zu Forschungszwecken aus der Hochschulbibliothek ausgeliehene Bücher erst nach dem Ende der Leihfrist zurückzugeben, ohne von der vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch zu machen, eine Verlängerung der Leihfrist zu beantragen, urteilten die Richter.

Zudem geht auch die Gebührenforderung der Hochschule auch der Höhe nach in Ordnung. Demnach wiederspricht die hier vorgesehene Festsetzung von Säumnisgebühren von 20 Euro und einer zusätzlichen Verwaltungsgebühr in Höhe von 25 Euro je Buch bei einer Leihfristüberschreitung von mehr als 30 Tagen im Besonderen nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, wie das Gericht befand.

Gegen das Urteil kann die Professorin vor dem Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen Berufung einlegen. 

Quelle: n-tv.de, awi

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