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Gesetzliche Rentenversicherung Rentenberatung in Teilen mangelhaft

Wer nach einem Unfall nicht mehr arbeiten kann, bekommt Unterstützung von der Deutschen Rentenversicherung. Vorausgesetzt, es liegt keine strafbare Handlung vor. Foto: Soeren Stache

Die gesetzliche Rentenversicherung: 55 Millionen Versicherte, 26 Millionen gezahlte Renten. Einnahmen im Jahr 2018: 312 Milliarden Euro, Ausgaben: 308 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

Dass die gesetzliche Rente die Existenz im Alter oft nicht sichert, ist klar. Um später nicht zu darben, ist anderweitig vorzusorgen. Was der Flickenteppich aus Versorgungsansprüchen taugt, soll eigentlich die gesetzliche Rentenversicherung beurteilen. Finanztest hat die Beratung getestet. Ergebnis? Nun ja.

Die gesetzliche Rente ist sicher, aber sie wird nicht reichen. Um dies zu ändern, müsste eine weitreichende Reform des Systems der Alterssicherung her. Doch die ist nicht in Sicht. Bleibt Versicherten also nur, selbst zusätzlich vorzusorgen. Beispielweise mit staatlich geförderten Produkten wie der Riester-, Rürup- oder Betriebsrente. Aber auch Lebens- oder Rentenversicherung sind eine Möglichkeit, wenn auch meist die schlechtere.

Doch egal, im Ergebnis ergibt dies für verantwortlich handelnde Beschäftigte - also jene, die zusätzlich privat fürs Alter vorsorgen - einen unübersichtlichen Flickenteppich aus Produkten und daraus resultierenden Ansprüchen. Doch immerhin hat der Staat die missliche Lage erkannt und für Rentenversicherte eine kostenlose Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung ermöglicht. Die soll Licht ins Dunkel bringen. Versicherte sollen hier die Möglich­keit bekommen, ihre Gesamtrenteneinkommen nach Abzug von Steuern und Sozial­abgaben einzuschätzen und Auskünfte erhalten, wie sie darüber hinaus Rentenlü­cken schließen können. Dazu gehören neben den gesetzlichen eben auch Riester- und Rürup-, betriebliche sowie private Rentenanwartschaften.

Ermitt­lung der gesamten Alters­einkünfte? ­Fast immer ein Reinfall

Finanztest wollte wissen, was die Beratung taugt und hat in einigen der insgesamt 163 Auskunfts- und Beratungs­stellen 80 Beratungen in Anspruch genommen. Das Ergebnis? Dürftig. Mehr als ein "ausreichend" konnten die Tester der Behörde für ihre Dienste nicht attestieren. Der Vorstand der Stiftung Warentest, Hubertus Primus, brachte es bei der Vorstellung der Unter­suchung wie folgt auf den Punkt: "Das muss im Interesse der 55 Millionen gesetzlich Renten­versicherten besser werden."

Dabei gestaltete sich bei den 80 Modellkunden zum Teil schon die Terminvereinbarung schwierig, denn neben kleineren Defizite wie fehlenden Buchungsbestätigungen ­nervten vor allem lange Warte­zeiten. Aber immerhin: Solange es um Information und Prüfung der gesetzlichen Rente handelte, war die eigentliche Beratung immerhin "befriedigend". Mies wurde es, als die Experten Wege aus einer etwaigen Rentenlücke aufzeigen sollten. Viel zu selten wurde zudem das Gesamteinkommen ­­aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge berücksichtigt. ­Der Teilbereich der Untersuchung "Lösen des Beratungs­anliegens" wurde denn auch mit "mangelhaft" beurteilt.

Umso wichtiger ist es laut der Tester für Versicherte auch bei der Beratung - die in jedem Fall dennoch wahrgenommen werden sollte - selbst das Heft in die Hand zu nehmen. Was bedeutet, dass zum Termin alle relevanten Unterlagen mitgenommen werden sollten und so viel über die diversen Renten- und Sparprodukte gewusst wird, dass Erklärungen der Mitarbeiter richtig eingeordnet und auch kritisch nach­gefragt werden können.

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Quelle: n-tv.de, awi

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