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Steuererklärung 2020 So beantragt man eine Fristverlängerung

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Erfahrungsgemäß akzeptieren die meisten Finanzämter einen Antrag auf eine zweimonatige Fristverlängerung.

(Foto: imago/blickwinkel)

Zwar ist nicht jeder zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Aber alle Jahre wieder stellt so mancher Steuerpflichtige überrascht fest, dass ihm für die Abgabe kaum noch Zeit bleibt. Seit dem Steuerjahr 2018 ist das Rendezvous mit dem Finanzamt spätestens am 31. Juli fällig. Also dieser Tage.

Für die Steuererklärung 2019 gibt es eine klare Abgabefrist: Spätestens am 31. Juli 2020 müssen die ausgefüllten Formulare beim Finanzamt abgegeben werden. Wenn ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein hilft, verlängert sich die Abgabefrist bis Ende Februar 2021. Da der letzte Februartag dann aber auf einen Sonntag fällt, müssen die Erklärungen spätestens bis zum 1. März 2021 abgegeben werden.

Diese Fristen gelten für alle, die zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind. Zu diesem Personenkreis gehören:

  • alle Arbeitnehmer, die mindestens zwei verschiedenen Tätigkeiten ausüben und Steuerklasse 6 haben.
  • Ehepaare, die über die Steuerklasse 3 beziehungsweise 5 ihr Geld verdienen.
  • alle, die mehr als 410 Euro im Jahr zusätzlich zu ihrem Haupteinkommen haben. Dies können zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Renten sein.
  • wer vom Finanzamt einen Freibetrag bewilligt bekommen hat.
  • wer im Vorjahr in Kurzarbeit beschäftigt war.
  • wer Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Eltern-, Kranken- oder Mutterschaftsgeld erhalten hat.
  • Eheleute, die sich 2018 scheiden ließen, zuvor aber gemeinsam veranlagt waren, sind zur Abgabe verpflichtet. Gleiches gilt bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eheleuten, bei denen ein Teil unterhaltspflichtig ist.
  • Rentner, wenn das Einkommen den Grundfreibetrag von 9408 Euro (Ledige) beziehungsweise 18.816 Euro (Verheiratete) übersteigt.
  • Freiberufler, Selbstständige und Gewerbetreibende.

Verspätungszuschlag möglich

Wer den nahenden Abgabetermin verschwitzt hat, sollte umgehend beim zuständigen Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. Denn für jeden angefangenen Monat, den die Steuererklärung zu spät ist, fallen 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer als Verspätungszuschlag an. 25 Euro sind aber mindestens fällig. Derart kann sich die Zuschlag auf bis zu 25.000 Euro summieren. Dabei wird die Strafzahlung automatisch festgesetzt, wenn die Erklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des jeweiligen Steuerjahres eingereicht ist. Notorischen Zuspätkommern drohen zusätzlich Zwangsgelder und Zinsen.

Wichtig: Die Fristverlängerung muss begründet werden. "Vergessen" oder "keine Zeit gehabt" ist kein Grund dafür, die Steuererklärung zu spät abzugeben. Krankheit, berufliche oder private Überlastung oder ein Umzug hingegen schon.

Das Portal "Steuertipps.de" nennt die nachfolgende Musterformulierung für den Antrag als gebräuchlich:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

leider ist es mir nicht möglich, die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2019 fristgerecht bei Ihnen einzureichen. Der Grund hierfür ist eine erhebliche Arbeitsüberlastung im beruflichen Bereich, sodass ich noch nicht alle Unterlagen zusammenstellen konnte. Außerdem ist durch eine längere Erkrankung meiner Ehefrau eine weitere private Belastung entstanden, die ich zeitlich noch nicht ausgleichen konnte.

Ich bitte daher, mir für die Abgabe der Steuererklärung 2019 eine Frist bis zum 30.9.2020 zu gewähren. Selbstverständlich werde ich mich bemühen, die Steuererklärung vor diesem Termin einzureichen.

Sollte ich von Ihnen keine anderslautende Nachricht erhalten, gehe ich von der Genehmigung meines Antrages aus.

Für Ihr Verständnis bedanke ich mich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen"

Die Experten weisen aber darauf hin, dass erfahrungsgemäß die meisten Finanzämter einen Antrag auf eine zweimonatige Verlängerung akzeptieren, ein Anspruch darauf aber nicht besteht. Allerdings wird normalerweise selbst in den Fällen, wo das Finanzamt den Antrag komplett ablehnt, ein Aufschub von vier Wochen gewährleistet.

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Wer muss keine Steuererklärung abgeben?

Personen, die über kein Einkommen verfügen oder deren Einkommen lediglich aus einem Beschäftigungsverhältnis resultiert und wo keine weiteren Einkünfte bestehen. Für die Abgabe der freiwilligen Steuererklärung bleiben nach dem Ende des jeweiligen Veranlagungszeitraums vier Jahre Zeit.

Quelle: ntv.de, awi