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Gesundheit geht vor So klappt es mit der Kur

Massage auf Kosten des Fiskus: Um eine Kur als «außergewöhnliche Belastung» bei der Steuer geltend zu machen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Foto: Monique Wüstenhagen

Eine Kur dauert meist drei Wochen, währenddessen der Arbeitnehmer arbeitsunfähig geschrieben ist.

(Foto: dpa-tmn)

Es muss nicht erst der Rücken ruiniert sein oder der Burn-out da sein, um in Kur gehen zu können. Bei Bedarf haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Vorbeugung. Finanztest zeigt, wie man Körper und Geist auf Antrag wieder auf Vordermann bringt.

Kuren gibt es als Vorsorgemaßnahme und als Rehabilitation. Eine Kur dient in erster Linie der Vorbeugung, wenn ein Arbeitnehmer droht, arbeitsunfähig zu werden. Eine Reha soll die Gesundheit nach einer Krankheit wiederherstellen.

Grundsätzlich haben alle gesetzlich Krankenversicherten einen Anspruch auf medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen. Private Krankenkassen zahlen dagegen nur, wenn auch ein entsprechender Tarif vereinbart wurde, wie "Finanztest" in seiner neuesten Ausgabe mitteilt. 

Beantragt werden muss die Kur bei der Krankenkasse, wobei der behandelnde Arzt des Versicherten zuvor die Notwendigkeit der Maßnahme bescheinigt haben und diese verordnen muss. Ist dies der Fall, ist es egal, ob es sich bei dem Antragsteller um einen erschöpften Studenten, einen mit Rückenschmerzen geplagten Büroangestellten oder einen Rentner mit Knieproblemen handelt. Aber auch Eltern und pflegenden Angehörigen kann eine Kur verschrieben werden.

Die Maßnahmen erfolgen entweder ambulant, stationär oder teilstationär. Eine ambulante Vorsorgekur setzt bereits bei leichteren Beschwerden an und soll Risikofaktoren für Erkrankungen verringern. Außerdem soll bei bereits vorhandenen Krankheiten das Fortschreiten verhindert werden. Der Patient kann sich hier selbst eine Unterkunft in einem staatlich anerkannten Kurort suchen. Die Behandlungen selbst finden in einem Gesundheits- oder Kurzentrum statt. Bei einer stationären Vorsorgekur muss der Patient hingegen in eine von der Krankenkasse bestimmte Klinik.

Urlaub muss nicht genommen werden

Egal in welcher Form: Eine Kur dauert meist drei Wochen, während dieser ist der Arbeitnehmer arbeitsunfähig geschrieben. Urlaub muss er für die Maßnahme nicht extra nehmen. Die Maßnahmen können grundsätzlich nach vier Jahren wiederholt werden. Wenn es medizinisch notwendig ist, sind aber auch längere Kuren und häufigere Wiederholungen möglich.

Bei einer ambulanten Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme trägt entweder die Krankenkasse, die Deutsche Rentenversicherung oder die Berufsgenossenschaft die Kosten für die Kurklinik, die verordneten Arzneimittel und die Kurheilmittel. Je nachdem, ob es sich bei dem Patienten um einen Erwerbstätigen, Erwerbslosen oder aber um einen bei der Ausübung seines Berufes Verunglückten handelt. Bei einer stationären Vorsorgekur muss der Versicherte eine Zuzahlung von 10 Euro pro Tag leisten. Bei einer ambulanten Vorsorgekur entfällt diese, dafür muss der Versicherte hingegen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die Kurtaxe und die Fahrtkosten selbst leisten, die Krankenkasse beteiligt sich aber mit Zuschüssen an den finanziellen Belastungen.

Wird der Antrag auf Bewilligung einer Kur abgelehnt, kann der Versicherte bei seiner Krankenkasse innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen. Wird auch der Widerspruch von der Kasse abgelehnt, bleibt Betroffenen nur noch eine Klage. Um diese zu erheben, haben Versicherte wiederum vier Wochen Zeit.

Quelle: n-tv.de, awi

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