Ratgeber

Diskriminierung im Job So können sich Opfer wehren

Frust am Arbeitsplatz

Wird ein Arbeitnehmer nachweislich diskriminiert, wird eine Entschädigung für den Betroffenen fällig.

(Foto: Marijan Murat/dpa)

Angestellte und Bewerber dürfen nicht diskriminiert werden. Sowohl Chefs als auch Kollegen ist es untersagt, jemanden wegen seines Alters, Geschlechts, seiner Religion, Hautfarbe oder wegen einer Behinderung zu benachteiligen. Betroffene sollten schnell reagieren.

Der Chef will einen befristeten Vertrag nicht verlängern. Zunächst begründet er dies mit der Schwangerschaft der Frau - eine Diskriminierung. Betroffene sollten in so einem Fall schnell handeln.

Denn grundsätzlich können Opfer einer Diskriminierung Schadenersatz und Entschädigung verlangen. Allerdings müssen sie ihre Forderung rechtzeitig stellen - diese also innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Monaten am besten schriftlich bei ihrem Arbeitgeber einreichen. Darauf macht die Arbeitnehmerkammer Bremen in ihrem Magazin aufmerksam (Ausgabe Mai/Juni 2017).

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hält Kriterien fest, nach denen Arbeitnehmer nicht benachteiligt werden dürfen. Dort heißt es, dass Benachteiligungen aufgrund der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder sexueller Identität verboten sind.

In dem genannten Beispiel schob der Arbeitgeber nach der Beschwerde wegen Diskriminierung plötzlich die schlechte Arbeitsleistung der Frau vor. Das sei ein typischer Versuch, das Opfer zu verunsichern, erklären die Experten. Davon sollten sich Betroffene nicht beirren lassen. Das AGG schützt sie. Der Chef muss nach einer Beschwerde die Situation prüfen und versuchen, eine Lösung zu finden. Anderenfalls können Betroffene vor Gericht gehen.

Mehr Chancen auf Erfolg haben sie dann, wenn sie Beweise sammeln, also beispielsweise detailliert ein Gedächtnisprotokoll anfertigen. Darin sollten sie Ort, Uhrzeit, die beteiligten Personen sowie Gesprächsinhalt genau angeben. Denn dann dreht sich die Beweislast um - sie liegt dann beim Arbeitgeber. Der Chef müsste dann also die schlechte Arbeitsleistung der Frau vor Gericht beweisen.

Wird ein Arbeitnehmer nachweislich diskriminiert, wird eine Entschädigung für den Betroffenen fällig. Eine solche ist dann steuerfrei und nicht als Arbeitslohn einzuordnen, da es sich um den Ausgleich immaterieller Schäden handelt.

Hilfe und Beratung erhalten Betroffene beim Betriebsrat sowie bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Quelle: n-tv.de, awi

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