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Tenhagens Tipps So legt man "besser" Geld an

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Auch wer nachhaltig investiert, sollte das Anlagekapital gut streuen.

(Foto: imago/photothek)

Mit dem Ersparten Geld verdienen möchten alle. Und immer mehr Menschen legen bei der Geldanlage Wert darauf, der Umwelt und dem Mitmenschen nicht allzu sehr zu schaden. Wie man in finanziellen Angelegenheiten Rücksicht nimmt, erklärt Finanztip-Chef Tenhagen.   

Herr Tenhagen, Nachhaltigkeit klingt ja immer gut, kann man denn auch gut bei der Geldanlage sein?

Hermann-Josef Tenhagen: Aber ja doch. Da gibt es jede Menge Möglichkeiten. Das fängt bei persönlichen Investitionen an, die nicht nur das Ziel haben üppige Renditen zu erzielen, sondern die auch ökologisch nutzlich sind. Stichworte Photovoltaik auf dem Dach, Solarthermie als Heizung, oder Geothermie E-Autos & Co. Neben dem guten Gewissen, gibt es oft auch staatliche Förderungen, welche einem die Entscheidung nachhaltig zu sein, erleichtern. In Zukunft soll dies ja auch beim Austausch der alten Ölheizung möglich sein. Übrigen ist hier viel mehr Geld hineingeflossen, als in sogenannte nachhaltige Fonds.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch die Möglichkeit, in Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften zu investieren, die beispielsweise ökologisch orientiert sind. Da fällt mir zuallererst Windkraft ein. Oder auch solche, wo man etwa Wald kaufen kann.

Bei derartigen Investments ist allerdings Vorsicht geboten, hier dürfen keinesfalls die Risiken der Anlage unterschätzt werden. Zudem sind die Renditeversprechen zum Teil realitätsfremd. Sprich, Anleger müssen sich hier gut informieren. Ohnehin sollte das Anlagekapital gut gestreut sein.

Womit wir bei Fonds sind. Was gibt es denn hier auf dem Markt?   

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Wenn ich mit wenig Aufwand etwas auch ökologisch und sozial halbwegs Vernünftiges machen möchte, dann suche ich mir ein paar hellgrüne, ökologisch-ethische Indexfonds (ETFs). Da gibt es welche, die sich am MSCI World Index orientieren. Statt der ansonsten 1600 Werte suche ich dann hier die 500 oder 600 ökologischsten aus und investiere ausschließlich hier hinein. Das gleiche gibt es auch für den Index auf den Dow Jones.

Können Sie hier mal ein, zwei ETF nennen?

Ja, wir prüfen den Markt regelmäßig. Der ETF der Marke UBS (ISIN: LU0629459743), er bildet den nachhaltig ausgerichteten MSCI World SRI Index nach. Oder den iShares-ETF, der den nachhaltig ausgerichteten Dow Jones Sustainability Index World Enlarged abbildet (ISIN: IE00B57X3V84). Wer etwas weniger Geld in den US-Aktien anlegen möchte, hat bei Letzterem die nachhaltige Alternative zum MSCI All Countries World Index. Hier sind also auch Schwellenländer enthalten

Wie waren denn hier die Renditen in der Vergangenheit?

Die waren nicht wesentlich schlechter als bei den klassischen Varianten, manchmal sogar etwas besser. Es gibt ja Studien US-amerikanischer Universitäten, die besagen, dass Firmen, die nachhaltiger arbeiten und in diesen Fonds drin sind, auf mittlere und lange Sicht ein gutes Investment sein müssten, da die Konzerne, um nachhaltig zu sein, besser gemanagt sein müssten. Dies sollte sich dann neben dem ökologischen Aspekt auch ökonomisch auszahlen. Soweit die Theorie. Abgesehen davon, haben die Fonds der US-Universitäten, wie beispielsweise Stanford, schon immer Richtlinien gehabt, worein sie investieren dürfen.

Gibt es auch dunkelgrüne Fonds?

Ja, aber dies sind gemanagte Fonds und dementsprechend auf der Gebührenseite oft sehr teuer. Etwa Ökoworld Ökovision Classic, Erste WWF Stock oder Greeneffects NAI Wertefonds. Bei aktiv verwalteten Fonds sollten Anleger immer das Management im Auge behalten. Das hat sich dann beispielsweise bei der Schweizer Bank Sarasin gezeigt, die jahrelang als Aushängeschild der Nachhaltigkeitsbranche galt, dann aber auch im Rahmen des Cum-Ex-Skandals genannt wurde. Derartige Management-Beobachtung macht aber natürlich mehr Arbeit.

Ist es denn auch möglich, bei Fest- und Tagesgeld nachhaltig zu sein?

Dies kann man tun, indem man sein Geld zur Triodos Bank, GLS Bank, EthikBank oder einer Kirchenbank bringt. Aber hier gibt es genau so wenig Zinsen wie bei gewöhnlichen Banken. Natürlich kann hier auch das Girokonto geführt werden, dies ist aber zumeist auch mit höheren Kosten verbunden, zumindest im Vergleich zu den meisten Direktbanken. Idealist sein muss man sich also wie immer auch leisten können. Ansonsten ist das Ersparte hier genauso sicher wie bei anderen Instituten, es gilt die europäische Einlagensicherung.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

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Quelle: n-tv.de

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