Ratgeber

Warnung vor Streaming-Angeboten Statt Filmchen gibt's gepfefferte Rechnung

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Kein Grund zur Freude - hinter manchem kostenlosen Probe-Abo verbirgt sich Betrug.

(Foto: imago/Westend61)

Der Tag ist geschafft oder hat vielleicht auch noch nicht richtig begonnen, da lockt auch schon der Rechner, um sich via Streaming mit bunten Bildern berieseln zu lassen. Doch Vorsicht: Viele Webseiten werben mit einem Gratis-Probeabo - statt der versprochenen Unterhaltung werden Nutzer aber zur Kasse gebeten.

Über das Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen erhält das Marktwächter-Team aus Rheinland-Pfalz viele Beschwerden zu einem Netzwerk von dubiosen Video-Streaming-Webseiten. Die Verbraucherschützer warnen vor einer teuren Abzock-Falle. 

Demzufolge tauchen im Internet immer neue Webseiten mit "flix", "play" und "stream" im Namen auf. Die Verbraucherschützer raten hier zur Vorsicht: Wer hier nach einem kostenlosen Streaming-Dienst sucht, kann leicht auf eine dieser dubiosen Webseiten stoßen. Anstelle von Filmen und Serien erhält man Rechnungen für angebliche Jahresabos, gefälschte Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen.

Über Verbraucherbeschwerden und eigene Recherchen identifizierten die Marktwächter-Experten inzwischen über 200 nahezu identisch aussehende, dubiose Streaming-Webseiten – und regelmäßig kommen neue dazu. Die Webseiten unterscheiden sich lediglich durch die URL und den Namen im Logo. Aufgrund ihrer professionellen Aufmachung sind sie schwer von seriösen Webseiten zu unterscheiden.

Keinesfalls zahlen

Die Betreiber dieser Seiten versuchen Nutzer mit vorgetäuschten kostenlosen Angeboten in eine Abofalle zu locken. Nach der Registrierung kann aber weder der beworbene Film oder Serien geschaut werden, noch kommt eine Vertragsbestätigung per E-Mail, in der über die Kosten eines automatisch verlängerten Jahresabos informiert wird. Eine Rechnung über bis zu 360 Euro für ein Jahresabo erhalten betroffene Verbraucher - darunter auch Minderjährige - aber wenige Tage später trotzdem. Dabei werden sie nicht nur per E-Mail, sondern zum Teil auch per Telefon aggressiv aufgefordert, den Betrag umgehend zu begleichen.

Zudem verschicken die Betrüger falsche Inkassoschreiben mit Zahlungsaufforderungen, auch E-Mails mit konkreten Pfändungsterminen. "Natürlich sind betroffene Verbraucher verunsichert, ob sie die Rechnung begleichen müssen", so Manfred Schwarzenberg, Teamleiter Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Aber alle diese Druckmittel entbehren im konkreten Fall jeglicher rechtlichen Grundlage. Es geht einzig und alleine darum, Verbrauchern Geld aus der Tasche zu ziehen."

Wer eine Rechnung von einem dubiosen Anbieter bekommen, aber keinerlei Leistung erhalten hat, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen und den Verbraucherschützern zufolge keinesfalls zahlen. Stattdessen sollten Betroffene Strafanzeige bei der Polizei stellen.   

Verbraucher, die unsicher sind, ob die Forderung einer Streaming-Webseite berechtigt ist, können sich bei Ihrer Verbraucherzentrale individuell beraten lassen. Das Marktwächter-Team hat seine Erkenntnisse an rheinland-pfälzische Ermittlungsbehörden weitergegeben.

Quelle: n-tv.de, awi

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