Ratgeber

Aufgepasst bei Strom und Gas Die 1647-Euro-Energie-Preisfalle

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Der eine oder andere Versorger kann wohl derzeit der Versuchung nicht widerstehen ...

(Foto: imago stock&people)

Völlig hilflos den aktuellen Rekordpreisen bei Strom- und Gas ausgeliefert? Nicht unbedingt. Was Experten raten, um nicht unter dem Deckmantel der Energiekrise maßlos überhöhte Preise untergejubelt zu bekommen, lesen Sie hier.

Nutzen einige Energieanbieter die Gunst der Stunde, um die Preise ihrer Kunden weit über ein angemessenes Maß in die Höhe zu schrauben? Diese Frage stellt sich beispielsweise Stefan M. beim Blick auf seine Stromrechnung, denn sein Anbieter Rheinpower sehe sich gezwungen, die Preise anzupassen: Satte 50 Cent pro Kilowattstunde für seinen Verbrauch von rund 1200 Kilowattstunden soll der Single nun bezahlen. Der neue Preis des Versorgers liegt mehr als 10 Cent pro Kilowattstunde über dem günstigsten Vergleichstarif.

Auch Familie H. aus Saarbrücken macht sich Sorgen: Nach einer üppigen Preiserhöhung von ihrem Gasanbieter Shell Energy von 5 auf 21 Cent pro Kilowattstunde Gas, hat auch ihr Stromanbieter Eon deutschlandweit Erhöhungen angekündigt.

Nicht jede Preiserhöhung ist plausibel

Die steigenden Gaspreise haben angesichts der Abhängigkeit von Russland in der aktuellen Situation niemanden überrascht. Doch dass sich diese indirekt neben allgemein gestiegenen Rohstoffpreisen auch auf die Strompreise auswirken, war vielen Menschen nicht bewusst. Das Resultat: Eine Marktdynamik, die selbst für Experten schwer zu durchblicken ist und bei den Verbrauchern zu Unsicherheit und Ohnmacht führt. Die Folge: Preiserhöhungen werden stillschweigend hingenommen. Ein Fehler?

Diese Meinung vertreten diverse Marktexperten. Während einige Anbieter ihre Preise nachvollziehbar anpassen, greifen andere wesentlich tiefer in die Tasche ihrer Kunden, wie der Strompreis von Stefan M. verdeutlicht.

Auch der Gaspreis von Familie H. liegt mehr als 5 Cent pro Kilowattstunde über den Preisen von günstigen Alternativangeboten. Vorsicht vor diesen vermeintlich gering wirkenden Centbeträgen. Sie bedeuten aufs Jahr gerechnet für Familie H. 1647 Euro mehr als bei der günstigsten Tarifalternative. Konsequenz: Für die Familie kommt es nicht nur zu deutlichen Mehrkosten aufgrund allgemein steigender Preise, sondern ihr Anbieter legt nochmal mehr als anderthalbtausend Euro obendrauf. Mehrkosten, die eigentlich nicht notwendig sind.

Vergleichen schafft Klarheit

Gerade in der aktuell dynamischen Marktsituation ist es wichtiger denn je, den Markt kontinuierlich im Blick zu behalten und nach alternativen Tarifen Ausschau zu halten. "Wir haben erste Strompreise gesehen, die absurd hoch waren. Das grenzt an Mondpreise", berichtet Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auskunft geben klassische Vergleichsportale wie Check24, Verivox oder Tarifaufpasser wie SwitchUp.de. Mit Postleitzahl und ungefährem Verbrauch lässt sich in wenigen Minuten herausfinden, ob einem mehr als nötig berechnet wird.

Wer nicht handelt, wird es teuer bezahlen müssen

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Stefan M. ist dadurch fündig geworden und der übermäßigen Erhöhung gerade noch entkommen: Über einige Wochen hinweg hat er immer wieder selbst Preise verglichen und dafür auf Check24 nach günstigeren Alternativen gesucht. Bei seinem neuen Stromanbieter zahlt er jetzt nur 33 Cent pro Kilowattstunde, also mehr als ein Drittel weniger als der Preis, den sein bisheriger Anbieter durchsetzen wollte. Familienvater Christian H. will künftig die Suche nach einem günstigeren Tarif an den Tarifaufpasser SwitchUp.de abgeben. Denn er hat weder Lust noch Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Deswegen ist er froh, wenn sich jemand um den Gas- und Stromtarif kümmert und kontinuierlich prüft, ob die Anbieter ihm zu viel berechnen.

Klar ist: Ob selbst vergleichen oder vollautomatisch per Tarifaufpasser - nur wer rechtzeitig handelt, geht sicher, dass einem in diesen ohnehin schon teuren Zeiten keine übertriebene Preiserhöhung untergejubelt wird.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 24. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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