Ratgeber

Mieter aufgepasst Vermieter kann Untermietzuschlag erheben

Wer einen Teil seiner Wohnung untervermieten will, sollte seinen Vermieter um Erlaubnis fragen. Dieser darf seine Zustimmung aber nur in wenigen Fällen verweigern. Foto: Monique Wüstenhagen

Wer einen Teil seiner Wohnung untervermieten will, sollte seinen Vermieter um Erlaubnis fragen.

(Foto: dpa-tmn)

Die Mieten steigen, Wohnraum ist knapp - so liebäugeln viele damit, Teile der Wohnung an Dritte zu vermieten und so die Finanzen etwas aufzustocken. Ohne Erlaubnis des Vermieters geht das jedoch nicht.

Einen Untermieter aufnehmen darf nicht jeder Mieter einfach so. Der Vermieter kann seine Zustimmung davon abhängig machen, dass ein Zuschlag gezahlt wird, erklärt der Deutsche Mieterbund (DMB).

Will ein Mieter seine Wohnung vollständig untervermieten, braucht er die Erlaubnis des Vermieters. Einfacher ist es nach Angaben des DMB, wenn der Mieter nur einen Teil seiner Wohnung Dritten überlässt. In diesem Fall darf der Vermieter nicht ablehnen, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung hat. Dazu zählt, wenn er so seine Kosten für die Wohnung reduzieren will. Dabei dürfen Vermieter die Hürden für die Prüfung, ob das Anliegen berechtigt ist, allerdings nicht zu hoch legen

Untermietzuschlag nicht immer fällig

Nach dem Gesetz darf der Vermieter seine Erlaubnis aber von einer Mieterhöhung in Form eines Untermietzuschlags abhängig machen. Voraussetzung ist laut Mieterbund, dass die Untervermietung ohne Mieterhöhung für den Vermieter unzumutbar wäre. Das ist etwa dann der Fall, wenn durch die (teilweise) Überlassung der Wohnung an Dritte die Mietsache in erhöhtem Maße abgenutzt wird oder höhere Betriebskosten anfallen.

Die Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt. 25 Euro pro Monat und Untermieter hielt das Landgericht Berlin bei einer Vier-Zimmer-Wohnung für angemessen, wenn die Untervermietung sonst für den Vermieter unzumutbar gewesen wäre (Az.: 63 S 152/14). In einem anderen Fall entschied das Landgericht Berlin, dass die Höhe des Zuschlags höchstens 25 Prozent der Untermiete ausmachen darf. Zumindest dann, wenn die ursprüngliche Miete des Hauptmieters unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. 

Doch die stärkere Belegung der Wohnung rechtfertigt nicht immer einen Untermietzuschlag, wie das Landgericht Berlin in einem anderen Fall entschieden hat (Az.: 64 S 104/18). Und erst recht kann der Vermieter demnach keinen Zuschlag bei einer gleichbleibenden Belegung der Wohnung fordern. Die Höhe der vom Mieter erzielten Untermiete spielt keine Rolle. Eine Klausel im Mietvertrag, die einen pauschalen Untermietzuschlag von 50 Euro vorsieht, ist unwirksam.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

Mehr zum Thema