Ratgeber

Schwein in der Geflügelwurst Viele Hersteller tricksen

Bei jeder vierten Geflügelwurst steht "Geflügel", "Pute" oder "Truthahn" auf dem Etikett, tatsächlich ist aber auch Fleisch vom Schwein oder Rind verarbeitet. Das stellt die Stiftung Warentest nach einem umfassenden Marktcheck fest.

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Wer sicher sein will, dass nur Geflügel auf den Teller kommt, der muss die Zutatenliste studieren.

(Foto: Heinz Ober, pixelio.de)

Manche kaufen Geflügelwurst, weil sie aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen, andere halten sie einfach für fettärmer und gesünder. Fest steht: Putenwiener, Geflügelleberwurst, Truthahnsalami und Co. sind bei deutschen Verbrauchern äußerst beliebt. Was manchen Käufer überraschen dürfte: Nicht überall, wo "Geflügel" draufsteht, ist nur Geflügel drin. In einem Marktcheck der Stiftung Warentest verhieß das Etikett in jedem vierten Fall zwar "Geflügel", "Pute" oder "Truthahn", tatsächlich war aber auch Fleisch vom Schwein oder Rind verarbeitet – überwiegend fast genauso viel wie Geflügelfleisch, manchmal aber auch mehr.

Das ist zwar auch auf der Packung zu erkennen, aber nur wenn man die kleingedruckte Zutatenliste liest - eine Mühe, die sich viele Käufer sparen. 53 der 207 überprüften Geflügelfleischerzeugnissen waren wenig verbraucherfreundlich gekennzeichnet. So finden sich Schweinefleisch und –leber in Geflügelleberwurst, Speck in Putenwiener und Rind in Truthansalami. Nur zehn der Produkte ließen schon in der Bezeichnung erkennen, dass sie auch aus anderen Fleischsorten bestehen. "Wiener mit Geflügelfleisch" wären beispielweise eine korrekte Bezeichnung, "Geflügelwiener" dagegen nicht.

In einigen Fällen war die Trickserei besonders offensichtlich: Die Purland Geflügelfleisch-Leberwurst besteht aus nur 20 Prozent Putenfleisch. Auch die Wiltmann Geflügel-Leberwurst enthält nur 26 Prozent Truthahn, dafür aber 31 Prozent Leber und 20 Prozent Fleisch – beides vom Schwein. Bei der Aldag-Truthahn-Leberwurst mit Schnittlauch hilft nicht mal der zweite Blick: Die grüne Schrift vor grünem Hintergrund ist schlecht lesbar und verstößt gegen die Vorschriften für die Lebensmittelkennzeichnung. Dass in dieser Wurst 29 Prozent Schweineleber und außerdem Speck stecken, dürfte deshalb vielen Käufern gänzlich verborgen bleiben.

Quelle: ntv.de, ino