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Bis zu 15,31 Prozent Zinsen Vorsicht bei Onlinehändler-Ratenkrediten

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Wer vergleicht, kann sparen. Besonders bei Ratenkaufoption von Onlinehändlern ist Luft nach oben.

(Foto: imago/allOver-MEV)

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Wer gerade nicht genug Kleingeld auf der Tasche hat, aber dennoch einen dringenden Konsumwunsch befriedigen möchte, greift nicht selten zu einem Ratenkredit. Doch wer beim Onlineshopping die Ratenkaufoption des Händlers nutzt, zahlt mitunter kräftig drauf.

Grundsätzlich ist die Überlegung, eine Anschaffung mit einem Ratenkredit zu finanzieren, mitunter gar keine schlechte Idee. Zumindest dann, wenn der Kauf per se nicht auf finanziell bessere Zeiten aufgeschoben werden kann und ansonsten via Kontoüberziehung getätigt wird.

Doch auch so ein Ratenkauf birgt Tücken, zumindest dann, wenn die Schulden nicht zurückgezahlt werden. Was unter anderem auch daran liegen kann, dass die Zinsbelastung dann doch zu hoch ist. Was bei vielen großen Onlineshops der Fall ist, die ihren Kunden eine Ratenkaufoption anbieten. Doch wer diese Bezahloption in Anspruch nimmt, zahlt dafür mitunter bis zu einem Drittel mehr. Das hat eine Stichprobenauswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben. Demnach werden für die Ratenfinanzierung eines Online-Einkaufs in Höhe von 5000 Euro mit 4 Jahren Laufzeit in der Spitze fast 1600 Euro Zinsen fällig. Die Kosten für einen günstigen Bankkredit wären gut 1300 Euro niedriger.

Zinssatz von 15,31 Prozent

Für die Analyse wurden die Standardkonditionen einer Ratenfinanzierung bei den drei umsatzstärksten Onlinehändlern Amazon, Otto und MMS E-Commerce (mediamarkt.de und saturn.de) ausgewertet. Für einen Ratenkauf zu Standardkonditionen zahlen Verbraucher bei den drei Händlern zwischen 7,69 Prozent und 15,31 Prozent Zinsen. Dadurch verteuert sich der Einkauf um bis zu 32 Prozent. Das ergaben die Berechnungen für zwei Musterfinanzierungen. Beim ersten Ratenkauf werden 2500 Euro Einkaufswert über einen Zeitraum von zwei Jahren finanziert. Mit der zweiten Ratenfinanzierung wird ein 5000-Euro-Einkauf über einen Zeitraum von 4 Jahren abbezahlt.

Am höchsten sind die Finanzierungskosten bei Otto. Die Ratenfinanzierung des 2500-Euro-Einkaufs schlägt hier mit insgesamt fast 390 Euro Zinskosten zu Buche. Bei einem Zinssatz von 15,31 Prozent. Für eine 4-jährige Ratenfinanzierung zahlen Kunden hier 15,2 Prozent Zinsen. Bei 5000 Euro Warenwert entstehen dadurch Mehrkosten von insgesamt 1587 Euro.

Vergleichen und sparen

Kunden der Onlineshops von Media Markt und Saturn zahlen für beide Musterfinanzierungen 8,49 Prozent Zinsen. Für den 5000-Euro-Einkauf entstehen dadurch zusätzliche Kosten von insgesamt 879 Euro, bei der Ratenfinanzierung des Einkaufs mit 2500 Euro Warenwert summieren sich die Zinskosten auf 218 Euro. Amazon-Kunden können die gleiche Summe zum Zinssatz von 7,69 Prozent finanzieren und würden dafür in 2 Jahren insgesamt 198 Euro Zinsen zahlen. Für den 5000-Euro-Einkauf müssten sie allerdings auf eine andere Bezahloption ausweichen. Amazon bietet die Ratenfinanzierung nur für Einkäufe bis 3000 Euro an.

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"Die Ratenfinanzierung direkt über den Händler ist für Kunden zwar bequem, aber häufig sehr teuer und unflexibel", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Vor allem größere Konsumwünsche können Verbraucher mit einem händlerunabhängigen Bankkredit deutlich günstiger finanzieren." Günstige Banken vergeben einen Ratenkredit über 5000 Euro mit 4 Jahren Laufzeit zum bonitätsunabhängigen Festzins von 2,28 Prozent.

Wer die besten Ratenkredite ohne Restschuldversicherung sucht, findet diese bei den ntv-Vergleichsrechnern.

Quelle: ntv.de, awi

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