Ratgeber

Streit um Grundstücksgrenze Wärmedämmung endet beim Nachbarn?

Ein Arbeiter befestigt eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an einer Hausfassade. Foto: Armin Weigel/dpa

Erlaubt ist Wärmedämmung der eigenen Hauswände auf dem Nachbargrundstück nur dann, wenn eine Innendämmung mit vertretbarem Aufwand nicht möglich ist.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Neue Fenster in der Wohnung einsetzen, Wärmedämmung am Haus anbringen: Modernisierungen sind meist mit hohen Kosten verbunden. Ein Teil davon kann in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Worauf müssen Eigentümer achten?

Eine gedämmte Hausfassade hält die Wärme im Haus und die Kälte draußen. Dementsprechend viele Hausbesitzer möchten durch eine Wärmedämmung Energie sparen. Bei Neubauten und Sanierungen werden oftmals Wärmedämmverbundsysteme aus Polystyrol oder Mineralwolle an der Außenwand befestigt und mit einem Unterputz versehen. Darauf folgen Putz und Anstrich.

Zu beachten ist dabei, dass Hausbesitzer, welche eine voluminöse Außendämmung an ihrer Immobilie anbringen möchten, im Regelfall kein Recht haben, mit der Wärmedämmung ihrer Außenwände die Nachbarn zu beeinträchtigen.

Mit der jetzt veröffentlichten Entscheidung hat das Bayerische Oberste Landesgericht die Baupläne eines unterfränkischen Hausbesitzers aus einer nicht genannten Ortschaft gestoppt, der mit seiner Wärmedämmung 18 Zentimeter auf das Nachbargrundstück vordringen wollte.

Urteil muss nicht in allen Bundesländern gelten 

Erlaubt ist Wärmedämmung der eigenen Hauswände auf dem Nachbargrundstück demnach nur dann, wenn eine Innendämmung mit vertretbarem Aufwand nicht möglich ist.

Das Haus des Mannes reicht bis unmittelbar an die Grundstücksgrenze, sodass eine Außendämmung der Fassade ohne Vordringen auf den Grund des Nachbarn gar nicht möglich wäre. Da der betreffende Nachbar aber keine 18 Zentimeter fremder Wärmedämmung auf seinem Grundstück dulden wollte, zog der Bauherr vor Gericht. In der ersten Instanz vor dem Amtsgericht hatte er noch einen Teilerfolg erzielt, in der zweiten Instanz vor dem Landgericht Würzburg verlor er.

Nun hat auch das Oberste Landesgericht in der dritten Instanz die Klage abgewiesen. Das Urteil bedeutet allerdings nicht, dass Gerichte in anderen Bundesländern notwendigerweise ebenso urteilen müssten. Strittig war in diesem Fall eine bayerische Landesvorschrift, die den "Überbau durch Wärmedämmung" regelt.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa