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Fehlende Mieteinnahmen Wann das Finanzamt Kosten anerkennt

Kosten für den Unterhalt der Immobilie können von der Steuer abgesetzt werden.

Kosten für den Unterhalt der Immobilie können von der Steuer abgesetzt werden.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Eigentümer können das Finanzamt an den Kosten ihrer Immobilie beteiligen. Zum Beispiel können laufende Kosten bei vorübergehendem Leerstand die Steuerlast mindern. Das gilt allerdings nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Vermieter können laufende Kosten für ihre Immobilie bei vorübergehendem Leerstand als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Berücksichtigt werden die Kosten allerdings nur dann, wenn tatsächlich eine ernsthafte Vermietungsabsicht besteht. Nur wenn der Vermieter nachweisen kann, dass er sich ernsthaft und nachhaltig um einen Mieter bemüht, kann er die Kosten für den Unterhalt der Immobilie als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung in der Einkommensteuer-Erklärung absetzen. Mögliche Maßnahmen hierfür wären zum Beispiel wiederholt Zeitungsannoncen und Anzeigen im Internet schalten, einen Makler beauftragen, die Wohnung renovieren, den Mietpreis anpassen. 

Steht die Wohnung aber leer, weil die Eigentumsanlage heruntergekommen ist, muss das Finanzamt die Kosten nicht anerkennen, befand der Bundesfinanzhof (BFH) in München (Az.: IX R 17/16), wie die Zeitschrift "NJW-Spezial" (Heft 12, 2017) berichtet. Das gilt auch, wenn der Eigentümer den schlechten Zustand der Wohnanlage nicht verantwortet.

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger eine Eigentumswohnung in einer maroden Wohnanlage gekauft. Die Wohnung war zunächst vermietet, stand später aber leer. Die notwendigen Sanierungsarbeiten der Anlage scheiterten über 17 Jahre hinweg, unter anderem wegen Beschlussunfähigkeit auf den Versammlungen.

Vermietungsbemühungen des Klägers über die Hausverwaltung und später über einen Makler blieben erfolglos. Für die Jahre 2006 bis 2010 machte der Kläger negative Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung geltend, was das Finanzamt aber ablehnte.

Die Klage hatte keinen Erfolg: Die steuerliche Anerkennung setze den "fortbestehenden Vermietungswillen des Steuerpflichtigen" voraus. Das zuständige Finanzamt entscheide in diesen Fällen nach den Umständen des jeweiligen Falles. Da es hier dem Eigentümer nicht möglich sei, seine Wohnung in einen vermietbaren Zustand zu versetzen, fehle der Wille in diesem Fall.

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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