Ratgeber

Hohe Renditen? Viele Beschwerden Warnung vor undurchsichtigen Bitcoin-Deals

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Hinter Angeboten für Kryptowährungen können sich auch verbotene Schneeballsysteme verbergen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Bei Kryptowährungen müssen sich Anleger auf die eine oder andere Kursturbulenz einstellen. Aber auch wer mit den virtuellen Währungen gar nichts am Hut hat, läuft Gefahr, zur Investition verleitet zu werden. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt.

Mit Kryptowährungen waren in letzter Zeit viel Geld zu verdienen. So kostete ein Bitcoin vor fünf Jahren gerade einmal acht Dollar. Heute sind es rund 11.000. Die wenigsten klassischen Anleger sind tatsächlich investiert, schauen dem Phänomen dennoch gespannt und abwartend von der Seitenlinie zu. Viele erhalten zunehmend verlockende Angebote, um sich mit dem virtuellen Geld doch noch eine goldene Nase zu verdienen, wie die Marktwächterexperten der Verbraucherzentrale Hessen berichten.

Mit Investitionen in neue, angeblich zukunftsweisende Kryptowährungen sollen Verbraucher hohe Renditen erwirtschaften können – so das Werbeversprechen. Die Anbieter werben auf Facebook und in Messenger-Diensten oder kontaktieren Verbraucher unaufgefordert per E-Mail.

Und die Verbraucher beschweren sich zunehmend über Anbieter, die mit Geschäften zu Bitcoins und anderen Kryptowährungen in dubiose Investitionen locken. Die Marktwächterexperten der Verbraucherzentrale Hessen untersuchen aktuell Beschwerden zu knapp 20 verschiedenen Anbietern und sechs Währungen. Hinter solchen Angeboten könnten sich auch verbotene Schneeballsysteme verbergen.

Die Angebote sind dabei oft völlig intransparent, die Geschäftsmodelle unverständlich. Nähere Informationen gibt es häufig nur nach Kontaktaufnahme oder Registrierung auf den werbenden Webseiten. Oftmals fehlt hier aber das Impressum gänzlich oder die Anbieter haben ihren Sitz im Ausland, wie die Recherchen des Marktwächter-Teams zeigten. Empfänger solcher Angebote sind also gut beraten, die Finger von den Offerten zu lassen.

"Hier sind nicht Kryptowährungen an sich das Problem, sondern unlautere Geschäfte in diesem Umfeld", warnt Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen. Hinter vielen Angeboten scheinen verbotene Schneeballsysteme zu stecken – so etwa, wenn Verbraucher als "Agenten" neue Interessenten werben sollen und dafür Provisionen erhalten. Ein Schneeballsystem ist ein Geschäftsmodell, das zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern braucht und Anlegern verspricht, eine hohe Rendite zu erhalten. Diese Konstrukte brechen zwangsläufig zusammen.

Aber auch bei vermutlich seriösen Angeboten sollten Verbraucher äußerst vorsichtig sein. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen, das Risiko eines Totalverlusts ist nicht auszuschließen. "Bitcoin & Co. sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel, sondern Ersatzwährungen. Über deren Akzeptanz und Beständigkeit ist kaum eine verlässliche Aussage möglich“, warnt Brandes.

Quelle: ntv.de, awi