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Netzagentur will mehr Kontrolle Wasserpreise oft zu hoch

Die Bundesnetzagentur hat sich für eine einheitliche Regulierung des Wassermarktes in Deutschland ausgesprochen und sieht Spielräume für geringere Wasserpreise. Die öffentliche Aufsicht über den Wassermarkt sei "leider unzureichend", kritisiert Netzagentur-Präsident Markus Kurth.

Jeder Deutsche gibt im Schnitt 24 Cent am Tag für Trinkwasser aus. Manche allerdings deutlich mehr, denn der Wassermarkt ist stark zergliedert und wenig reguliert. Das würde die Bundesnetzagentur gern ändern. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" kritisierte der Präsident der Netzagentur, Markus Kurth, die öffentliche Aufsicht über den Wassermarkt als unzureichend. Die Landeskartellbehörden kontrollierten die Wasserversorger "nur punktuell und nicht nach einheitlichen Maßstäben".

Die Folge sei, dass sich die Preise für Trink- und Abwasser regional eklatant unterschieden, was durch geografische Besonderheiten der Netze allein nicht zu erklären sei. Vielerorts würden Versorger versuchen, kartellrechtliche Kontrollen zu umgehen, indem sie die Rechtsform wechselten. "Denn Gebührensatzungen für kommunale Eigenbetriebe unterliegen keiner Kontrolle durch die Kartellämter."

Kurth sprach sich dafür aus, den Wassermarkt "stringenter" zu beaufsichtigen. "Ich halte es für richtig, ähnlich wie bei Strom und Gas auch den Wassermarkt nach einheitlichen Kriterien zu ordnen, auch wenn ein Zugang von Wettbewerbern wie in den Energienetzen nicht infrage kommt." Seiner Ansicht nach würden die Bürger in zweifacher Hinsicht profitieren, wenn die Wasserwirtschaft effizienter würde. "Zum einen könnten die Wasserpreise für zahlreiche Bürger sinken." Zum anderen wäre gewährleistet, dass Wassernetze fortlaufend modernisiert würden und die Wasserqualität damit auf hohem Niveau bleibe.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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