Ratgeber

Doppelte Haushaltsführung Wenn das Finanzamt die Einrichtung zahlt

imago77935519h.jpg

Kosten für die Einrichtung sind keine Kosten der Unterkunft.

(Foto: imago/Westend61)

Hat eine Zweitwohnung keine privaten Gründe, sondern ist beruflich veranlasst, können Arbeitnehmer Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Das geht auch für Einrichtungsgegenstände der zweiten Bleibe.

Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt haben, können Kosten hierfür steuerlich absetzen. Das gilt auch für die dafür benötigten Einrichtungsgegenstände. Zu den absetzbaren Kosten zählen etwa die Miete zuzüglich Nebenkosten, Rundfunkgebühren, Aufwendungen für Möbel und Einrichtungsgegenstände wie Bett, Schrank, Tisch, Stühle, Kühlschrank, Duschvorhang oder Nachttisch. Das klingt erst einmal gut. Doch in welcher Höhe ist dies möglich?

Mit dieser Frage hat sich der Bundesfinanzhof (BFH) beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat für eine im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzten Wohnung nicht unter die Höchstbetragsbegrenzung von 1000 Euro fallen und daher grundsätzlich in vollem Umfang als Werbungskosten abziehbar sind.

Absetzung für Abnutzung

In dem verhandelten Fall hatte der Steuerzahler eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung begründet. Die entsprechenden Aufwendungen für die Miete nebst Nebenkosten sowie Anschaffungskosten für die Einrichtung machte er als Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen aber nur in Höhe von 1000 Euro je Monat an, da in dieser Höhe die Kosten für die Unterkunft gedeckelt sind. Dagegen wehrte sich der Arbeitnehmer mit einer Klage.

Mit Erfolg, denn das Finanzgericht widersprach der Auffassung der Behörde. Demnach sind die Kosten der Einrichtung (Absetzung für Abnutzung auf angeschaffte Einrichtungsgegenstände und Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter) keine Kosten der Unterkunft und seien daher nicht mit dem ansonsten geltendem Höchstbetrag von 1000 Euro abgegolten. Da die übrigen Kosten den Höchstbetrag nicht überschritten hätten, seien die Aufwendungen - soweit notwendig - in voller Höhe ohne Begrenzung abzugsfähig, urteilte das BFH.

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema