Ratgeber

Bei einer Scheidung Wer bekommt Hund, Katze oder Hamster?

imago78685225h.jpg

Auch um Haustiere wird bei einer Trennung gestritten.

(Foto: imago/Ikon Images)

Zerbricht eine Ehe, wird Tabula rasa gemacht. Nicht selten gibt es dabei Zank um das Hab und Gut. Kann sich das Ex-Paar nicht einigen, muss schon auch mal ein Gericht ein Machtwort sprechen. Auch darüber, wer das Haustier bekommt. So ist die Rechtslage.

Eine Scheidung verläuft in den seltensten Fällen unkompliziert. Neben dem Kummer über die zerbrochene Beziehung wird oft über die Modalitäten gestritten. In Teilen hilft der Gesetzgeber mit klaren Regeln, etwa bei Versorgungs- und Zugewinnausgleich sowie Unterhaltszahlungen. Die Beantwortung der Frage, wer das Sorgerecht für etwaige Kinder erhält, ist da meist schon schwieriger und für die Betroffenen meist auch schmerzhafter.

Vermeintlich einfach ist es da, Haushaltsgegenstände, die während der Ehe erworben oder angeschafft wurden, aufzuteilen. Würden zu diesen Gegenständen nicht per Gesetz auch Haustiere gezählt werden. Egal ob Hamster, Goldfisch, Hund oder Katz. Denn auch an denen kann ein Herz hängen. Umso bitterer ist es dann, wenn nach dem Willen des Gesetzgebers der eine die Stereoanlage und der andere den Hund bekommt. Vorausgesetzt, Tier und Elektronik weisen den gleichen finanziellen Wert auf. Mitunter muss dann ein Gericht darüber entscheiden, zu wem das Haustier gehört.

Genau wie bei unverheirateten Paaren oder wenn das Haustier vor der Eheschließung angeschafft wurde. Ist Letzteres der Fall, bleibt es unstrittig bei seinem ursprünglichen Herrchen oder Frauchen. Um den Besitzstand zweifelsfrei zu klären, werden dann auch mögliche Kaufverträge und Zeugenaussagen zu Schenkungen herangezogen, wie die Stiftung Warentest berichtet.

Oder ein Gericht greift zu unorthodoxen Methoden, wie das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart (Az.: 18 UF 62/14). Hier stritten sich die Ex-Ehepartner um eine Hündin. Diese wurde kurzerhand im Gerichtssaal von der Leine gelassen. Den Zuschlag erhielt, zu wem sich das Tier orientierte. In diesem Fall war das die Frau.

Kein Umgangsrecht

Grundsätzlich gilt: Kann das Tier eindeutig einem Partner zugeordnet werden, hat der andere keinen Anspruch auf ein Leben mit ihm. Allerdings nur, wenn die Zuordnung zeitnah geschieht, wie das OLG Oldenburg entschied. Im verhandelten Fall forderte eine Frau zweieinhalb Jahre nach der Trennung die Herausgabe des einst gemeinsam erworbenen Hundes. Dieser hatte aber nach dem Ehe-Aus seine Zeit beim Ex-Mann verbracht. Laut Urteil sei eine Trennung vom ­Herr­chen mit dem Wohl des ­Tieres nicht vereinbar. Wer sich während der gemeinsamen Zeit ­um das Tier gekümmert hat, spielt demnach heute keine Rolle mehr.

Ungeachtet dessen gibt es laut Urteil des OLG Stuttgarts bei Haustieren kein Umgangsrecht. Paare, die sich trennen, können dies allerdings freiwillig vereinbaren. Die Stiftung Warentest empfiehlt, eine entsprechende Regelung möglichst detailliert schriftlich zu vereinbaren. Wichtige Punkte sind beispielsweise, wer den Hund wie oft sehen darf oder wer die Tierarztkosten trägt.

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema