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Wenn das Wetter verrückt spielt Winterreifenpflicht auch noch im April?

Reifenprofil

Reifenprofil.

(Foto: dpa)

Von Oktober bis Ostern gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht, heißt es. Aber stimmt das auch? Und was, wenn es auch noch spät im Frühjahr zu Schnee und Glätte kommt? Das sollten Autofahrer wissen.

"Sometimes it snows in april", beklagte einst musikalisch US-Popstar Prince. Womit er recht hatte. Aber manchmal droht auch noch später im Jahr Ungemach. n-tv-Wetterexperte Björn Alexander erinnert in diesem Zusammenhang an das Jahr 2006. Die Fußball-WM im eigenen Land stand unmittelbar bevor und die in Bayern stationierten Teams, mussten damals noch im Wonnemonat Mai im Schneematsch trainieren. Mit Beginn des Turniers begann dann schlagartig das vielzitierte Sommermärchen. Aber genug solcher Erinnerungen, schließlich soll es hier um das Autofahren und die damit verbundene Sicherheit, genauer korrekte Bereifung, des Fahrzeuges gehen. Und in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, bis wann Autofahrer hierzulande mit Winterreifen unterwegs sein müssen.

Die Aussage, dass in Deutschland von Oktober bis Ostern die Winterreifenpflicht gilt, entpuppt sich dabei als verkehrt. Zum einen lässt sich das Osterfest kalendarisch nicht auf ein bestimmtes Datum festlegen, mal ist Ostern schon im März, dann wieder erst im April. In diesem Zeitraum ist wettertechnisch aber noch alles möglich. Zum anderen gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht. Was soviel heißt, dass Autofahrer bei winterlichen Wetterverhältnissen nicht mit Sommerreifen fahren dürfen. Was im übrigen auch für Motorradfahrer gilt, wie der ADAC zu berichten weiß. Nur das diese ohnehin meist von selbst auf einen Ritt auf ihrem motorisierten Zweirad im Winter verzichten.

So oder so, wer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit den falschen Pneus auf der Straße erwischt wird, dem droht ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Wobei sich die Summe auch erhöhen kann, wenn aufgrund des Verstoßes eine Behinderung, Gefährdung oder eine Sachbeschädigung eintritt.

Darüber hinaus droht in diesem Fall bei einem Unfall die Kürzung der Kaskoversicherungsleistung. Will heißen, die Versicherung zahlt bei falscher Bereifung nur eingeschränkt für einen entstandenen Schaden. Wer also den Winter zu früh abgehakt und sein Fahrzeug bereits auf sommerliche Witterungsverhältnisse umgestellt hat, sollte entweder erneut die Reifen wechseln oder sich nach andere Transportmöglichkeiten umschauen.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass die falschen Reifen auch Auswirkungen auf die Haftpflichtversicherung haben. Bei einem Verstoß gegen die Winterreifenpflicht kann es so zu einer Mithaftung kommen. Ungeachtet dessen, wer den Unfall ursprünglich zu verantworten hat. Den dies erhöht die Betriebsgefahr, die ohnehin schon mit dem Betrieb eines Kraftfahrzeuges für den Halter verbunden ist.

Und welche Reifen genau müssen bei winterlichen Wetterverhältnissen verwendet werden? Hier weiß wieder der ADAC Rat. Demnach dürfen dann nur solche Reifen gefahren werden, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur derart gestaltet sind, dass sie vor allem auf Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen. Pneus (Winterreifen, Allwetter- beziehungsweise Ganzjahresreifen), die eine M+S (Matsch und Schnee)-Kennzeichnung und/oder eine entsprechende Kennzeichnung mit dem „Three-Peak-Mountain-Snowflake“-Zeichen tragen, erfüllen diese Anforderung.

Quelle: n-tv.de

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