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Plastikgeld im Test Die besten Kreditkarten ohne Kontobindung

Kreditkarten von Visa und Mastercard

(Foto: dpa)

Auf Reisen, beim Internetshopping, in der Autovermietung: Kreditkarten sind in vielen Lebenssituationen unentbehrlich. Teuer müssen sie deshalb aber noch lange nicht sein.

Ob Bargeld vom Aussterben bedroht ist, darüber streiten die Gelehrten noch. Fest steht aber: Die Deutschen bezahlen gerne und häufig auch mal ohne Scheine oder Münzen.

Fast jede Bank bietet daher, zusammen mit dem Girokonto, auch eine Kreditkarte an. Anders als noch vor einigen Jahren ist das Plastikgeld aber kaum noch umsonst zu haben – wenn überhaupt, dann bieten die Direktbanken noch einen solchen Service und auch bei den teuren Premiumkonten ist die Kartengebühr meist eingepreist.

Die meisten Banken verlangen inzwischen eine Gebühr von bis zu 40 Euro pro Jahr. Schuld daran ist eine Vorgabe der EU: Die hat die sogenannte Interchange-Gebühr, also die Umsatzbeteiligung der Banken, von früher einem Prozent auf 0,3 Prozent gesenkt. Die schwindenden Einnahmen versuchen die Geldhäuser nun durch höhere Entgelte auszugleichen – sei es bei der Jahresgebühr oder beim Geldziehen am Automaten.

Einige Karten ohne Jahresgebühr

Kunden sind dieser Geschäftspraxis nicht schutzlos ausgeliefert. Es gibt durchaus Alternativen zu der gängigen Kombi: Girokonto plus Kreditkarte plus Gebühr.

Im Auftrag von n-tv recherchierte die FMH-Finanzberatung, was Kunden bezahlen müssen, wenn sie sich für eine Kreditkarte ohne Girokonto entscheiden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:  Immerhin sieben von 23 untersuchten Kreditkartenanbietern kommen ohne Jahresgebühr aus.

Spitzenreiter in Sachen Kundenfreundlichkeit sind dabei die Advanzia, Barclaycard und Santander. Sie verzichten nicht nur auf die Jahresgebühr, sondern verlangen auch keine Entgelte, wenn ihre Kunden sich innerhalb der EU mit Bargeld versorgen. Selbst das sogenannte Fremdwährungsentgelt entfällt: Normalerweise werden Kunden, die außerhalb des Euroraums mit der Kreditkarte zahlen, zwischen 1,5 und 1,75 Prozent des Umsatzes in Rechnung gestellt. Hier nicht. Bei 500 Euro spart man so schnell bis zu 8,75 Euro.

Der Wermutstropfen: Ausgerechnet diese drei Kreditkartenanbieter verlangen die höchsten Zinsen, wenn Kunden die monatliche Kreditkartenabrechnung nicht auf einen Schlag bezahlen, sondern eine Ratenzahlung vereinbaren. Während sich die DKB Bank für einzelne Spezialangebote als günstigster Anbieter in diesem Bereich mit 8,56 Prozent begnügt, verlangt die Santander 13,16 Prozent, Barclaycard 16,99 Prozent und die Advanzia 17,88 Prozent.

Dafür punkten die drei Spitzenreiter – ebenso wie viele andere Anbieter im Test – mit attraktiven Zusatzangeboten von der Auslandsreisekranken- über die Reiserücktrittsversicherung bis hin zum Tank- oder Reiserabatt.

*Datenschutz

 

Fazit: Für Verbraucher, die eine kostengünstige Kreditkarte suchen, können isolierte Angebote ohne Kontobindung eine gute Alternative sein. Um die Vorteile dieser Angebote optimal auszuschöpfen, ist es aber wichtig, die eigenen Bedürfnisse und das eigene Konsumverhalten richtig einzuschätzen.

Wer viel außerhalb des Euroraums unterwegs ist, sollte auf die Fremdwährungsentgelte oder spezielle Versicherungspaket achten.  Wer lieber zu Hause bleibt, aber beim Einkaufen einen Extrabonus wünscht, wird ebenso fündig wie Autofahrer, die unter den Spritpreisen ächzen und deshalb Tankrabatte bevorzugen.

Ihr Geld verdienen die Anbieter zum einen dadurch, dass Kunden ihre Karten regelmäßig zum Glühen bringen – und durch die hohen Ratenkreditzinsen, wenn ein Verbraucher es beim Einkaufen übertrieben hat.  Wer nicht ständig über seine Verhältnisse shoppt, ist mit den Angeboten allerdings gut beraten. Einen umfangreichen Kreditkarten-Vergleich finden Sie auf der FMH-Seite.


Quelle: n-tv.de