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Dem deutschen Zinstief entfliehen Höhere Zinsen bei Auslandsbanken

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picture alliance / dpa

Wer als deutscher Sparer nach guten Zinsangeboten sucht, wird in heimischen Gefilden derzeit kaum noch fündig. Anders sieht es bei unseren europäischen Nachbarn aus. In Ländern wie Tschechien oder Bulgarien kann man dem deutschen Zinstief entfliehen. Wie gut diese Angebote wirklich sind, hat die FMH-Finanzberatung für n-tv getestet.

An Namen wie NIBC Direct, MoneYou, VTB Direktbank oder RaboDirect haben sich viele Kunden, die auf der Suche nach attraktiven Festgeldzinsen sind, ja fast schon gewöhnt. Und auch die Gelder sind bei diesen Banken sicher aufgehoben, weil solvente europäische Länder wie Österreich, die Niederlande oder Frankreich im Falle einer Bankinsolvenz für die Rückzahlung der Kundengelder gerade stehen müssen.  Diese Banken hat die FMH-Finanzberatung in der Gruppe der Ausländischen Direktbanken zusammengefasst.

Ausländische Direktbanken

Ganz vorne bei den Zinsangeboten findet sich die Sberbank Direct, die VTB Direktbank und die DenizBank - drei russische Banken mit österreichischer Banklizenz. Dies bedeutet bei einer Bankenpleite sind die Anleger von der österreichischen Einlagensicherung abgesichert. Auf Platz vier findet sich die holländische NIBC Direct vor der estländischen Bigbank.

Und dann hat sich noch eine andere Gruppe auf dem deutschen Festgeldmarkt etabliert, die sogenannten Ausländischen "Vermittlerbanken". Nur über Vermittler, wie weltsparen.de oder seit einigen Monaten Savedo, haben deutsche Anleger hier die Möglichkeit, zu noch höheren Zinsen in Bulgarien, Portugal, Tschechien, Polen und auch in Italien Geld anzulegen, ohne dass diese Banken eine Niederlassung in Deutschland unterhalten müssen.

Ausländische "Vermittlerbanken"

Weltsparen.de bietet zur Zeit die Möglichkeit in sechs europäischen Ländern in Euro Geld anzulegen - Savedo aktuell nur in Tschechien.

Die Zinsen sind bei einem Festgeld von 12 Monaten um etwa 0,5 Prozent höher als bei den ausländischen Direktbanken und 1,5 Prozent höher als die durchschnittlichen Festgeldzinsen in Deutschland.

Bei fünf Jahren Laufzeit glänzt das Festgeld-Angebot der Fibank mit 3 Prozent, die J&T Banka schafft es auf 2,4 Prozent - der FMH-Index für diese Anlagezeit liegt aktuell übrigens gerade mal bei 0,8 Prozent. 

Risiken beachten

Aber Vorsicht: das Risiko einer Bankenpleite lässt sich schon in etwa am Zinssatz ablesen. Die höchsten Zinsen bieten derzeit bulgarische Banken. Wer der Überzeugung ist, dass die EU zum Beispiel Bulgarien zu Hilfe kommen würde, wenn es Probleme hätte, ihrer gesetzlichen Pflicht der Einlagensicherung nachzukommen, der kann die nächsten Jahre gute Gewinne einfahren. Andernfalls sollte man wohl besser die Finger davon lassen.

Aber selbst dem eingefleischtesten Europäer, wäre nicht zu empfehlen, sein gesamtes Erspartes dort anzulegen. Wer der Meinung ist, dass andere europäische Länder sicherer sind, muss sich mit ein paar Prozentpünktchen weniger zufrieden sein, kann dafür aber vielleicht besser schlafen.

Quelle: n-tv.de