Reise

Über 1,5 Milliarden Euro Einbußen Tourismus in Brüssel und Paris bricht ein

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Blick auf den Pariser Stadtteil La Defense.

(Foto: imago stock&people)

Die islamistischen Anschläge in Brüssel und Paris treffen das Gastgewerbe der beiden Metropolen gravierend. Die Auslastung der Brüsseler Hotels stürzt um mehr als 20 Prozent ab, in Paris versuchen Luxus-Hotels Gäste mit üppigen Rabatten zu locken.

Nach den Terroranschlägen in Paris und Brüssel haben beide Städte heftige Einbußen beim Tourismus zu beklagen. Die Buchungszahlen der Hotels der belgischen Hauptstadt gingen in den drei Monaten nach den Attacken vom 22. März drastisch zurück, wie aus der aktuellen Statistik hervorgeht. Die Brüsseler Museen zählten im April, Mai und Juni jeweils 35 bis 38 Prozent weniger Besucher als ein Jahr zuvor. Die Zahlen nannte ein Sprecher des Tourismusbüros Visit Brussels. Die Hotels der Hauptstadt waren demnach im April nur zu 53,9 Prozent ausgelastet, ein Minus von 22,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Mai lag die Auslastung bei 59,0 Prozent und damit 21,3 Punkte unter dem Vorjahreswert, im Juni waren es 66,3 Prozent oder 19,6 Punkte weniger.

In und um Paris senken Luxus-Hotels ihre Zimmerpreise. Bei Fünf-Sterne-Häusern gebe es Nachlässe zwischen 25 bis 45 Prozent, sagte der General-Direktor des Tourismus-Ausschusses der Region Paris, François Navarro. Bezifferte Angaben zu anderen Hotelkategorien lagen nicht vor - insgesamt leidet aber die gesamte Branche. Vor allem ausländische Gäste machen einen Bogen um Herbergen der französischen Hauptstadt. Im ersten Halbjahr gab es bei den Ausländern im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 9,9 Prozent. "Eine Million Touristen ist nicht gekommen", bilanzierte Navarro.

Auch der belgische Touristenmagnet Brügge beklagt heftige Einbußen. So verzeichneten die Boote auf den berühmten Kanälen der belgischen Stadt in den ersten sechs Monaten 2016 nur 400.280 Passagiere, gut 22 Prozent weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Stadt führt dies laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga direkt auf die Folgen des Terrors zurück.

Das belgische Wirtschaftsministerium hatte schon Ende Juli in einer Zwischenbilanz zu den Folgen der Terroranschläge einen Rückgang der Steuereinnahmen um 760 Millionen Euro gemeldet. Allein bei den indirekten Steuern aus dem Tourismussektor fehlten demnach 359 Millionen Euro.

Die Einbußen für die Branche im Großraum Paris werden auf 750 Millionen Euro im ersten Halbjahr beziffert - im gesamten Jahr könnten sie sich auf 1,5 Milliarden Euro verdoppeln. Bei dieser Rechnung werden auch Geschäfte oder Restaurants berücksichtigt, wo Touristen Geld ausgeben.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa