Reise

Mit dem Terror kam die Angst Türkei-Besucherzahlen weiter im Sinkflug

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Spürbar weniger Urlauber in der Türkei: Der Terror hat schlimme Folgen für den Tourismus.

(Foto: imago/Joana Kruse)

Ein Urlaub in der Türkei wird für viele Menschen immer unattraktiver. Sie haben Angst vor Terroranschlägen. Zum elften Mal in Folge sinkt die Touristenzahl - für die Hotels und das gesamte Gastgewerbe in der Türkei ist das verheerend.

Die Angst vor Terroranschlägen hinterlässt Spuren: Weitaus weniger Touristen als im Vorjahr machen ihren Urlaub in den touristischen Zentren der Türkei. Im Juni reisten rund 2,4 Millionen Ausländer ein und damit knapp 41 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das türkische Tourismusministerium mitteilte. Deutsche machten demnach mit etwa 14 Prozent den größten Anteil der Besucher aus. 

Die Zahl deutscher Touristen sank im Vergleich zum Juni 2015 um knapp 38 Prozent, für die Hotellerie ist dieser Einbruch nicht zu kompensieren. Die weiteren Aussichten für die kommenden Monatszahlen verheißen nach dem Putschversuch auch nichts Gutes.

Die Unruhe nach dem Putschversuch in der Türkei ist in dieser Statistik noch nicht berücksichtigt, da dieser im Juli stattfand, die Zahlen aber den Juni abbilden.

Große Unsicherheit

Schon vor dem gescheiterten Putsch vor rund zwei Wochen hatten Anschläge auf Urlauber und Terrorwarnungen nach jahrelangem Wachstum zu einem Einbruch im türkischen Tourismussektor geführt. Der Juni war bereits der elfte Monat in Folge mit gesunkenen Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr, wie aus Statistiken des Ministeriums hervorgeht. Im Mai hatte der Rückgang knapp 35 Prozent betragen.

Sogar um 93 Prozent ging die Zahl der russischen Besucher zurück, die neben den Deutschen das wichtigste Standbein für die türkische Tourismuswirtschaft waren. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei im Grenzgebiet zu Syrien im vergangenen November waren russische Charterflüge in die Türkei bis vor wenigen Wochen gestrichen worden.

Viele Deutsche weichen aus

Ob sich der Tourismus in der Türkei mittelfristig wieder erholen wird, ist derzeit fragwürdig. Die deutschen Reiseveranstalter haben in diesem Jahr direkt auf den Buchungsrückgang in der Türkei reagiert und dafür das Kontingent beispielsweise auf den Kanaren und Balearen sowie in Griechenland ausgebaut.

Trotz allem wagt der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) aber einen vorsichtig optimistischen Ausblick: Der bisherige Verlauf bis Mitte des Jahres bestätigt aus Sicht des BTW aber die Annahme, "dass die Reiselaune nach einer krisenbedingten Verunsicherung relativ schnell wieder an Fahrt aufnimmt." Neben den Anschlägen in der Türkei haben auch die Terroranschläge in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Deutschland für Verunsicherung und veränderte Reisepläne gesorgt.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa