Fußball-WM 2019

WM-Rekord nicht im TV zu sehen USA rechtfertigen historischen Torrausch

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Die pure Freude bei den US-Frauen war im Fernsehen nicht live mitzuerleben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einen besseren Einstand in eine Weltmeisterschaft dürfte es nicht geben: 13 Tore erzielen die US-amerikanischen Fußball-Frauen gegen ihre chancenlosen Gegnerinnen aus Thailand. Das Spektakel hat Rekordniveau - ist aber nicht im TV zu sehen.

Mit einem furiosen Sieg ist der Titelverteidiger USA in die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen gestartet. Gegen Thailand machten die US-Amerikanerinnen mit einem 13:0 (3:0) deutlich, dass sie zu den Favoritinnen bei dem Turnier in Frankreich gehören. Mit dem Schützenfest in Reims übertraf das Team den WM-Rekord der DFB-Frauen, die bei der WM 2007 in China mit einem 11:0 gegen Argentinien gestartet war. Am Ende wurde Deutschland seinerzeit Weltmeister.

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Die Trainerin der US-Auswahl, Jill Ellis, wehrte sich gegen Vorwürfe, ihr Team sei respektlos gewesen und habe nach dem elften Treffer nur noch eine Rekordjagd im Sinn gehabt. "Ich denke, dass Respekt gegenüber Gegnern bedeutet, hart gegen sie zu spielen", sagte sie. Auch der Star des Teams, Alex Morgan, rechtfertigte den weltmeisterlichen Torrausch: "Wir wussten, dass jedes Tor in dieser Gruppenphase eine Rolle spielen kann", sagte die 29-Jährige, die gleich fünf Tore zum Kantersieg beisteuerte. Ihre Kollegin Kelley O'Hara beteuerte gar, dass sie und die anderen US-Kickerinnen den DFB-Rekord gar nicht auf dem Schirm gehabt hätten. "Das wussten wir nicht", sagte die Abwehrspielerin.

Von dem aktuellen Spektakel in Frankreich bekamen Fernseh-Zuschauer unterdessen nichts mit. Das ZDF entschied sich, das Spiel lediglich per Internet-Stream zu übertragen. Im Hauptprogramm liefen stattdessen ein Spielfilm und die Serie "Der Alte". Auf Twitter rief die Entscheidung des Senders Kritik hervor. Einige User beschwerten sich, dass eine derart historische Partie nicht im TV zu sehen sei. Auch das verregnete Abendspiel zwischen Chile und Schweden war nur im Stream verfügbar gewesen. Die Skandinavierinnen bezwangen die Südamerikanerinnen mit zwei späten Toren. Am Ende der Partie im nordwestfranzösischen Rennes stand es 2:0.

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Die US-Amerikanerinnen legten dagegen schon in der ersten Halbzeit los. Zu den fünf Treffern von Starstürmerin Morgan (12. Spielminute/53./74./81./87.), kamen jeweils zwei Tore von Rose Lavelle (20./56.) und Samantha Mewis (50./54.), die übrigen Treffer steuerten Lindsey Horan (32.), Megan Rapinoe (79.), Mallory Pugh (85.) und Carli Lloyd (90.+2) gegen die völlig überforderten Asiatinnen bei. Das 4:0 von Mewis war das 800. Tor bei einer Frauen-WM.

Das nächste Vorrunden-Spiel der deutschen Nationalspielerinnen wird dagegen heute Abend live im ZDF übertragen. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg trifft in der Gruppe B um 18 Uhr auf Spanien. Obwohl die Spielmacherin Dzsenifer Marozsan durch einen Zehenbruch ausfällt, setzt die Elf auf den nächsten Turnier-Sieg, um einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale zu machen.

Quelle: n-tv.de, fzö/cri/dpa

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