Formel1

Formel-1-Lehren aus Silverstone Verstappen reift im Schatten von Hamilton

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Nach dem Crash von Sebastian Vettel verhält sich Max Verstappen auffällig ruhig - er ist gereift.

(Foto: REUTERS)

Lewis Hamilton steuert seinem sechsten WM-Titel in der Formel 1 entgegen, während Ferrari-Pilot Sebastian Vettel in Silverstone einen neuen Tiefschlag erlebt. Sein Teamkollege Charles Leclerc macht ihm mächtig Druck. Ganz erwachsen präsentiert sich dagegen ein entspannter Max Verstappen.

Hamilton kann sich nur selbst stoppen

Wer soll Lewis Hamilton auf dem Weg zu seinem sechsten WM-Titel aufhalten? Im zehnten Saisonlauf gab es für den Briten Sieg Nummer sieben. Wirklich gefährdet war dieser nie, obwohl Stallrivale Valtteri Bottas zum Auftakt noch sehr gut mithielt. Mit nun 223 Punkten liegt der 34-Jährige einsam an der Spitze der Gesamtwertung. Auch bei seinem Heimspiel leistete sich der fünfmalige Champion keinen Fehler und fuhr anschließend mit der britischen Flagge in der Hand eine Ehrenrunde. Bottas (184) kann aber ebenso wenig mithalten wie die nicht immer starke Konkurrenz von Ferrari und Red Bull. Und so fährt er nur gegen sich selbst und die Rekorde eines gewissen Michael Schumacher. Hamilton ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens und macht im Vergleich zu den anderen, die auch noch in der Formel 1 mitfahren dürfen, keine Fehler.

Bottas muss erneut klein beigeben

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Und wieder triumphiert Lewis Hamilton.

(Foto: imago images / HochZwei)

Der Finne konnte einem am Ende fast schon ein bisschen leidtun, wie ein Häufchen Elend saß er nach seinem zweiten Platz bei der Pressekonferenz. Nachdem Bottas seinem Teamkollegen die Pole Position weggeschnappt hatte, schnupperte er am Sieg. Doch Hamilton hatte die besseren Antworten und auch das nötige Glück im Rennen mit dem Safety Car. Das Momentum gehört Bottas jedenfalls nicht - obwohl er alles versucht.

Vettel bleibt unter Druck fehleranfällig

Was ist bloß mit dem Mann in Rot los? Eigentlich sollte 2019 für Vettel zum ultimativen Angriff auf den ersten WM-Titel mit Ferrari werden, doch stattdessen verkommt die Saison für den 32-Jährigen zu einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen. In Silverstone mimte Vettel im Duell mit Max Verstappen (Red Bull) den Rambo und beraubte sich so seiner Chance auf das Podium. Es scheint, als sei er dem Druck nicht gewachsen. Erstmals seit fast einem Jahr blieb er in England als 16. ganz ohne Zähler und musste hinterher zugeben: "Ich habe mein Rennen selbst zerstört." Rang vier im Gesamtklassement ist nach dem Geschmack des Hessen zweifelsohne viel zu wenig. Angekommen am bisherigen Tiefpunkt der Saison, steht Vettel bei seinem Heimrennen in Hockenheim in zwei Wochen unter Druck wie vielleicht nie zuvor in seiner Karriere.

Leclerc rast Richtung Wachablösung

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Leclerc mausert sich zum ernsthaften Konkurrenten.

(Foto: imago images / LaPresse)

Als klare Nummer zwei ging Youngster Charles Leclerc bei Ferrari in seine erste Saison. Der 21 Jahre alte Monegasse landete nun das dritte Rennen in Folge vor dem routinierten Vettel und schaffte es in Silverstone als Dritter wieder aufs Podest. Sein erster Karrieresieg scheint nur eine Frage der Zeit. Teamchef Mattia Binotto hatte schon vor dem Wochenende angekündigt, die Scuderia werde den internen Zweikampf der beiden Piloten genau beobachten. Möglich scheint, dass Leclerc künftig freier fahren darf und beide gleichgestellt werden. In der WM-Wertung liegt Leclerc nur noch drei Punkte hinter Vettel.

Erwachsener Verstappen klopft oben an

In Österreich konnte Max Verstappen vor zwei Wochen noch gewinnen, auch in England fuhr sein Red-Bull-Team um die Podestplätze mit. Erst der Rammstoß von Vettel nahm den 21 Jahre alten Niederländer aus dem Rennen, als der Ferrari-Fahrer ihn auf Position drei liegend von der Strecke schoss. "Ich bin zufrieden, es danach noch auf Platz fünf geschafft zu haben. Es ist natürlich schade, dass wir nicht das Resultat erzielen konnten, das wir verdient gehabt hätten", sagte Verstappen, dem ein weiterer Podestplatz verwehrt blieb. Früher wäre er nach einem solchen Rammstoß vermutlich ausgerastet, diesmal schlug der Niederländer fast versöhnliche Töne an, blieb cool und verbat sich eine verbale Gegenattacke. Keine Frage, Verstappen mausert sich mittlerweile zum Anwärter Nummer eins auf den Platz hinter Hamilton.

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Quelle: n-tv.de, ara/dpa/sid