Formel1

Hamilton vergisst den Deutschen Vettel droht die Ablösung bei Ferrari

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Vettels Vertrag bei Ferrari endet nach der kommenden Saison.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Das Saisonfinale der Formel 1 verläuft für Vettel enttäuschend - so wie die gesamte Saison. Der 32-Jährige ist bei Ferrari längst nicht mehr die unumstrittene Nummer eins. Statt mit Hamilton um den Titel zu kämpfen, geht es für den Deutschen darum, nicht aus dem Blickfeld zu geraten.

"Ich habe mir großartige Rennen geliefert mit Valtteri [Bottas], Max [Verstappen] und Charles [Leclerc]." Sagte Lewis Hamilton nach seinem Sieg beim Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi. Und verriet damit unfreiwillig am meisten über einen Piloten, dessen Namen er gar nicht genannt hatte. Denn dass der alte und neue Weltmeister in der Aufzählung seiner härtesten Konkurrenten auf Sebastian Vettel verzichtete, fasste das Jahr des deutschen Fahrers in Ferrari-Diensten besser zusammen, als dem 32-Jährigen lieb sein dürfte. Während Hamilton seinen sechsten WM-Titel feierte, schloss Vettel als Gesamtfünfter so schlecht ab wie seit 2014 nicht mehr - und damit nicht im Rampenlicht, sondern unter "ferner fuhren".

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"Das war kein tolles Jahr von mir, und ehrlich gesagt bin ich froh, dass es vorbei ist", sagte Vettel selbst, nachdem er auch auf dem Yas Marina Circuit nicht über Platz fünf hinausgekommen war. Hinter Hamilton, Verstappen, Leclerc und Bottas, die auch in der WM-Wertung allesamt vor Vettel liegen. Der "wurde im Laufe des Rennens immer unbedeutender", schrieb das spanische Fachblatt "Sport" zum Großen Preis von Abu Dhabi.

"Ich habe nicht geleistet, was ich leisten kann", erklärte der Ferrari-Pilot, der dem italienischen Traditionsrennstall eigentlich den herbeigesehnten Titel einfahren sollte. Stattdessen ist aktuell nicht einmal klar, ob er über seinen Ende 2020 auslaufenden Vertrag hinaus bei Ferrari bleibt.

Erst 13 aus 19, dann 14 aus 120

"Sebastian Vettel muss im neuen Jahr auf den Resetknopf drücken", resümierte die spanische Sportzeitung "AS". Zu stark präsentierte sich der zehn Jahre jüngere Charles Leclerc in seiner ersten Saison in einem siegfähigen Auto, zu viele Fehler leistete sich Vettel. Sinnbildlich dafür das Ferrari-Heimrennen: Der 22 Jahre alte Monegasse fuhr von der Pole Position zum Sieg, während Vettel sich erst von der Strecke drehte, dann bei der Rückkehr eine Zeitstrafe einhandelte und schließlich als abgeschlagener 13. über die Ziellinie rollte. Die Tifosi tauchten das Autodromo Nazionale in die italienischen Landesfarben und feierten Leclerc, während Vettels einzige Ausbeute drei Strafpunkte in der Sünderkartei des Weltverbandes Fia blieben.

Sein bislang letzter Titel ist mittlerweile sechs Jahre her. Damals, 2013 und noch im Red Bull, gewann Vettel 13 von 19 Rennen und stellte Michael Schumachers Rekord für die meisten Siege innerhalb einer Saison ein. Seitdem kamen in 120 WM-Läufen gerade einmal 14 weitere Erfolge hinzu. Zu wenig für den Deutschen, dem nach vier Titeln in Serie nicht wenige zutrauten, Schumachers uneinholbar scheinende Bestmarke von sieben Weltmeisterschaften in der Motorsport-Königsklasse anzugreifen.

Hamilton schaffte, was viele Vettel zutrauten

Inzwischen wackelt dieser Rekord tatsächlich. Vettel hat damit aber nur noch wenig zu tun. Lewis Hamilton löste ihn mit der Einführung der Turbomotoren 2014 als Seriensieger ab, daran änderte auch Vettels Wechsel zu Ferrari zur Saison 2015 nichts. Während Hamilton sich im Frühling daran machen wird, sich zum siebten Mal die Formel-1-Krone aufzusetzen, droht dem Deutschen die Degradierung. Sein Nummer-1-Status bei Ferrari wackelt bedenklich. In den neun Rennen nach der Sommerpause sammelte Leclerc 132 Punkte, Vettel gerade einmal 84.

Setzt sich dieser Trend fort, droht Vettel das Aus bei Ferrari. Und zugleich offenbar die erneute Ablösung durch Hamilton. Denn auch der Vertrag des Briten endet nach der kommenden Saison - und er liebäugelt damit, erst mit seinem siebten Titel den Rekord Schumachers einzustellen und danach zu Ferrari zu wechseln. Um dort als erster Fahrer zum achten Mal Weltmeister zu werden?

Zumindest fühlten die Italiener wohl schon mal vor beim aktuellen Formel-1-Dominator, auch wenn der bei Mercedes sehr glücklich ist. Allerdings wäre es für beide Seiten schlicht fahrlässig, die Option auf eine gemeinsame Zukunft nicht zumindest einmal anzusprechen. Für 2020 aber setzt Ferrari auf Sebastian Vettel. Es liegt an ihm, sich in der kommenden Saison mit Spitzenleistungen in den Vordergrund zu fahren. Schon allein, damit Lewis Hamilton ihn nicht vergisst.

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Quelle: n-tv.de

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