Formel1

Ferrari überrascht mit Pole Vettel und Schumacher gehen in Regen-Quali unter

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Auch Charles Leclerc hatte mit der nassen Strecke zu kämpfen.

(Foto: REUTERS)

Für Mick Schumacher und Sebastian Vettel ist das Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien schon früh beendet. Während Red Bull, Ferrari und sogar Mercedes um die Pole Position kämpfen, suchen die deutschen Formel-1-Piloten nach Problemlösungen.

"Not again, not again", funkt Sebastian Vettel erkennbar enttäuscht, während er seinen Aston Martin zurück in die Boxengasse pilotiert: "Nicht schon wieder, nicht schon wieder." Regen prägt das Qualifying in Silverstone, und im fast schon klischeehaft englischen Wetter erlebt der 34-Jährige einen Tag vor seinem Geburtstag die nächste große Enttäuschung seiner vielleicht letzten Saison in der Formel 1. Als 18. scheidet der vierfache Weltmeister schon im ersten Abschnitt aus, das gleiche Schicksal auf ebenfalls nasser Strecke ereilte ihn bereits vor zwei Wochen in Kanada.

Sogar noch einen Platz weiter hinten wird sich Mick Schumacher in der Startaufstellung für den Großen Preis von Großbritannien (Sonntag, 16 Uhr/live im Free-TV bei RTL und im Ticker bei ntv.de) einfinden müssen. Als 19. und damit Vorletzter kann er die vielversprechenden Eindrücke aus Montreal nicht bestätigen. "Wir hatten ein Problem am Auto", sagt der Haas-Pilot im Nachgang bei Sky: "Ein kleiner Fehler, der große Auswirkungen hat." Das Lenkrad habe schief gestanden, "das müssen wir fixen, sonst wird es ein toughes Rennen."

Der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige Sky-Experte Timo Glock leitet aus Schumachers Worten einen "Fehler der Mechaniker" bei Haas ab, "ein No-Go" sogar: "Das darf dem Team nicht passieren." Das schiefe Lenkrad deute darauf hin, dass die Spur des Autos verstellt sei. Schumacher steht seit Wochen in der Kritik, vor allem wegen seiner schweren und kostenintensiven Unfälle in Saudi-Arabien und Monaco. Glock nimmt den 23-Jährigen jetzt aber in Schutz, mittlerweile liege die "Fehlerquote beim Team fast höher als bei Mick". Auf Wiederholungen ist klar zu sehen, dass das Lenkrad beim Geradeausfahren schief steht.

Bei Vettel dagegen ist es schlicht fehlende Pace, wie der 53-fache Grand-Prix-Sieger anschließend am Sky-Mikrofon sagt. "Heute waren wir einfach zu langsam", das "bisschen Hoffnung, was die neuen Teile" am Aston Martin betreffe, habe sich nicht bestätigt: "Das ist enttäuschend." Der neuerliche Rückschlag dürfte auch die Gerüchte befeuern, dass Vettel nach dieser Saison seine Karriere beendet. Sein Vertrag bei Aston Martin läuft aus, und auch wenn Teamchef Mike Krack jüngst den Willen zur weiteren Zusammenarbeit bekundet hat - für andauerndes Hinterherfahren ist Vettel nicht zu begeistern, wie er schon mehrfach bekundet hat.

Sainz schockt sich selbst - und alle anderen

Während die beiden Deutschen schon längst im Trockenen auf Fehlersuche sind, bietet sich den zahlreichen Fans entlang des Traditionskurses auch wegen des Regens eine bis zur allerletzten Sekunde aufregende Jagd nach der Bestzeit. Auf nasser, aber immer schneller werdender Strecke ist am Ende Carlos Sainz der strahlende Pole-Sitter. "Damit habe ich nicht gerechnet", funkt der Ferrari-Pilot überrascht an die Box, nachdem er in 1:40,983 Minuten die schnellste Runde gefahren ist und damit zum ersten Mal in seiner Karriere von Startplatz eins in sein 150. Formel-1-Rennen gehen wird.

Neben Sainz in vorderster Reihe steht dann beim zehnten Saisonlauf der amtierende Weltmeister und aktuelle WM-Führende Max Verstappen, dem nur 0,072 Sekunden fehlen. Dessen ärgster Verfolger Charles Leclerc sichert sich Platz drei (+0,315), Vierter wird Sergio Perez (+0,633) im zweiten Red Bull. Für den Sonntag sind trockene Bedingungen vorausgesagt, alles deutet auf ein intensives Duell der bislang mit Abstand stärksten Rennställe dieser Saison hin.

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Fünfter des Qualifyings wird bei seinem Heimrennen Lewis Hamilton (+1,102), der das Mercedes-interne Duell mit George Russell klar für sich entscheidet. Der aufstrebende 24-Jährige, als einziger Pilot in dieser Saison bislang in jedem Rennen in den Top fünf im Ziel, muss sich diesmal mit Position acht (+1,178) begnügen. Einerseits, weil sich Lando Norris im McLaren als Sechster (+1,101) nach einem schwierigen Wochenende in Kanada in den Top Ten zurückmeldet und andererseits, weil der ewige Fernando Alonso seinen Alpine (+1,133) auf Position sieben steuert.

Komplettiert werden die ersten fünf Startreihen überraschend von Guanyu Zhou (Alfa Romeo/+1,736) und Nicholas Latifi, der zwar keine schnelle Q3-Runde mehr zeigt, mit dem Einzug in den entscheidenden Abschnitt der Qualifikation aber dem in der Konstrukteurswertung letztplatzierten Williams-Team ein Erfolgserlebnis verschafft.

Quelle: ntv.de

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