55 Jahre Bundesliga

Redelings über die Saison 13/14 Don't frag mich Meisterschaft

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Der FC Bayern feiert seinen katalanischen Wundercoach Josep Guardiola.

(Foto: imago/Laci Perenyi)

Guardiola ist das neue Maß aller Dinge. Die Bundesliga steht Kopf ob des neuen Gurus. Im Hintergrund regiert beim FC Bayern ein Mann mit hochrotem Kopf und einem feurigen Temperament - und dann spricht Sammer auch noch einen Jahrhundertsatz.

Die Liga hat einen neuen Guru. Mit dem spanischen Erfolgstrainer Josep Guardiola zieht der Ballbesitz-Fußball in die Bundesliga ein. Die Experten jubilieren, die Bayern triumphieren und die Fans schauen nach dem 27. Spieltag fassungslos auf die Tabelle: Der FC Bayern München steht unter dem katalanischen Wundercoach bereits sieben Runden vor Schluss als neuer Deutscher Meister fest. So etwas gab es noch nie. Ein weiterer Rekord also, den die Roten für sich verbuchen können. Aber auch wenn die Situation an der Tabellenspitze schon sehr früh klar ist, wehrt Guardiola jede vorzeitige Gratulation immer wieder entschieden ab.

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Christian Heidel findet übrigens, dass Brause im Fußball nichts zu suchen hat.

(Foto: imago/Alfred Harder)

"Don't frag mich Meisterschaft" wird zum geflügelten Wort. Am Ende der Spielzeit ist der Spanier mit seiner Mannschaft dennoch nicht ganz zufrieden. In der Champions League scheitern die Bayern im Halbfinale kläglich am späteren Sieger des Cups, Real Madrid. Auch Sportdirektor Matthias Sammer ist alles andere als begeistert. Mit hochrotem Kopf spricht er einen denkwürdigen Satz: "Aber wenn immer alles gut ist, neigt man natürlich auch ein bisschen dazu, und jetzt ist es eben mal nicht gut, und das ist gut, wenn es auch mal nicht gut ist."

Vor der Saison hatte es ordentlich Wirbel um den Wechsel eines hochtalentierten Nationalspielers von Borussia Dortmund zum FC Bayern München gegeben. Seit der früheren Jugend spielte Mario Götze für den BVB. Nun läuft er in den Farben der Münchner auf. Und obwohl er in insgesamt 27 Bundesligapartien zum Einsatz kommt und wie in der Vorsaison zehn Tore erzielt, werten die Experten die Saison als Rückschritt. Daran kann auch das vermutlich wertvollste Tor seiner Karriere nix ändern: Sein Siegtreffer im WM-Finale bringt Deutschland nicht nur den Weltmeistertitel, sondern beschert Mario Götze auch einen Ehrenplatz im Herzen der deutschen Fußballfans.

BVB lässt "Lewa" nicht ziehen

Einen anderen Spieler lässt der BVB hingegen nicht vorzeitig ziehen. Robert Lewandowski muss seinen Vertrag in Dortmund erfüllen. Doch bereits in der Winterpause unterzeichnet der polnische Nationalspieler beim FC Bayern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Wie wertvoll Lewandowski für seinen Klub auch in dieser Saison ist, zeigt der Gewinn der Torjägerkanone. Mit 20 Toren sichert sich der Nationalkicker die begehrte Trophäe.

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Ein Zitat von Marco Reus sorgt im Zuge dieser beiden Transfers für Aufregung. Die britische Zeitung "Daily Mirror" zitiert den Mittelfeldprofi mit dem Satz: "I wish luck to Lewa and Götze, but Bayern will never have me. Money ist not everything." Und obwohl die Fans Reus’ Worte euphorisch feiern, entlarvt dieser das Zitat schon kurz danach als "Fake News".

Der BVB belegt nach einer durchwachsenen Hinrunde am Ende den zweiten Tabellenplatz. Grund für das schwache Abschneiden in der ersten Halbserie sind vor allem Verletzungsprobleme. Aber auch in dieser schwierigen Zeit - die Dortmunder verpflichten sogar den vereinslosen Manuel Friedrich - verliert einer seinen Humor nicht. Jürgen Klopp sagt über das Verletzungspech: "Das ist wie im Leben. Wenn heute die Waschmaschine kaputt ist, ist morgen der Trockner im Arsch. Und dann gibt der Fernseher den Geist auf."

Im Tabellenkeller sorgt der 1. FC Nürnberg für ein Novum in der über 50-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga. Das Team schafft in der kompletten Hinserie nicht einen einzigen Sieg. Am Ende steigt der Club zum achten Mal ab und ist in dieser Rubrik damit alleiniger Rekordhalter.

Randnotiz: Am Bundesliga-Himmel deutet sich erstmals, dafür umso entschiedener eine neue Macht an. RB Leipzig ist in die zweite Liga aufgestiegen und rüstet weiter kräftig auf. Fußball-Deutschland schaut sehr genau hin und beäugt den unaufhaltsamen Aufstieg des Klubs, den die allermeisten Fans nach ihrem Hauptsponsor "Red Bull" nennen, mit manch bissigem Kommentar. Der Satz des Managers des FSV Mainz 05, Christian Heidel, steht für viele ähnliche Äußerungen: "Wir als Mainz 05 müssen Tickets und Spieler verkaufen, um investieren zu können, andere verkaufen dafür Autos und Brause."

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Quelle: n-tv.de

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