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Sein Trainer scheint nicht so völlig von ihm überzeugt zu sein: Renato Sanches.
Sein Trainer scheint nicht so völlig von ihm überzeugt zu sein: Renato Sanches.(Foto: imago/Eibner)
Freitag, 25. August 2017

So läuft der zweite Spieltag: Ancelotti disst Sanches, Schalke lernt nix

Von Stefan Giannakoulis

Wann hat der SV Werder eigentlich zuletzt gegen den FC Bayern gewonnen? Was sagt Thomas Schaaf dazu? Und warum um alles in der Welt fahren die Schalker am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga ganz in Weiß nach Hannover?

Was macht der FC Bayern?

In München haben sie einigermaßen zufrieden zur Kenntnis genommen, dass es für den FC Bayern in der Champions League gegen Paris Saint-Germain, den RSC Anderlecht und Celtic Glasgow geht. Innenverteidiger Jérôme Boateng sprach von "aufregenden Nächten", Kapitän Manuel Neuer ordnete PSG in die Kategorie "Kracher" ein und Thomas Müller bezeichnete die Konkurrenten als "klangvolle Namen des europäischen Fußballs". Ob er den SV Werder Bremen ebenfalls dort einsortiert, sagte er nicht. Jedenfalls führt sein Weg und der seines Teams am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) ins Weserstadion. Dort dürften sie sich eher weniger freuen.

Das ist der beste Torwart der Welt. Der übrigens am 27. April 2007 im Tor jener Schalker Mannschaft stand, die mit 1:2 beim VfL Bochum verlor. Näheres dazu in der Rubrik "Was ist sonst noch los?".
Das ist der beste Torwart der Welt. Der übrigens am 27. April 2007 im Tor jener Schalker Mannschaft stand, die mit 1:2 beim VfL Bochum verlor. Näheres dazu in der Rubrik "Was ist sonst noch los?".(Foto: dpa)

Die Statistik der jüngeren Vergangenheit zumindest ist eindeutig: zehn Heimspiele, 1:28 Punkte und 8:29 Tore. Der bisher letzte Bremer Sieg gegen den FC Bayern datiert aus dem Oktober 2006. Damals hieß der Trainer Thomas Schaaf, Sportchef Frank Baumann führte die Mannschaft als Kapitän aufs Spielfeld, zu den Torschützen beim 3:1 gehörte Fanliebling Diego. Doch Rentner Schaaf macht seinen Bremern Mut: "Jede Woche gibt es Ergebnisse, die nicht den Wahrscheinlichkeiten entsprechen. Angst muss vor diesem Spiel niemand haben. Gegen die Bayern kannst du sowieso nur gewinnen, weil jeder mit einer Niederlage rechnet", ließ er über die "Kreiszeitung Syke" verlauten. Nun denn, wir sind gespannt. Bei den Münchnern wird Nationaltorhüter Manuel Neuer etwas mehr als vier Monate nach einem Bruch am linken Fuß sein Comeback feiern und auch gleich als Kapitän auflaufen. "Manu ist fit, er kann spielen", sagte Trainer Carlo Ancelotti. Alle seien zufrieden, schließlich sei Neuer "der beste Torwart der Welt". Thiago und Javi Martínez kehren nach Verletzungen ebenfalls zurück, kündigte Ancelotti an - und bezeichnete einen Sieg als "sehr wichtig". Ganz nebenbei sagte er noch etwas wenig Schmeichelhaftes über seinen Spieler Renato Sanches: "Die Konkurrenz ist groß. Wenn er bleibt, bin ich zufrieden. Wenn er geht, ist es okay. Ich hätte damit kein Problem." Unser Tipp: 0:3.

Wie geht's dem BVB?

In Dortmund warten sie weiter darauf, dass der FC Barcelona endlich so viel Geld zahlt, nämlich 150 Millionen Euro, dass sie Ousmane Dembélé ziehen lassen. Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer der Borussia, formulierte es so: "Wir sind auf dem Weg - aber der Weg ist noch nicht zu Ende." Fußball spielen sie aber auch noch, in Europas Königsklasse demnächst gegen Real Madrid, Tottenham Hotspur und Apoel Nikosia. Und in der Liga geht's am Samstag ab 18.30 Uhr im Westfalenstadion gegen die Hertha. Die Berliner sind ebenfalls international unterwegs, in der Europaliga treffen sie auf Athletic Bilbao, Zorja Lugansk und Östersunds FK. Beide Teams eint, dass sie ihr erstes Saisonspiel in der Bundesliga gewonnen haben, die Dortmunder in Wolfsburg, die Herthaner gegen den VfB Stuttgart. Und nun? Tipp: 2:0.

Nachtrag 17.37 Uhr: Tja, und dann erreicht uns die Meldung, dass Dembélé tatsächlich zu  Barça darf. Dann ist der Weg nun doch wohl zu Ende - zumindest für die Dortmunder.

Und die Rasenballsportler aus Leipzig?

Mann mit Optionen: Ralph Hasenhüttl.
Mann mit Optionen: Ralph Hasenhüttl.(Foto: imago/Picture Point LE)

Die AS Monaco, der FC Porto und Besiktas Istanbul sind die Gegner der Leipziger in der Champions League, am Sonntag spielt ab 15.30 mit dem SC Freiburg ein Gegner im Zentralstadion vor, der die Qualifikation für die Europaliga verpasst hat. Geld schießt halt doch Tore. Das hält Trainer Christian Streich aber nicht davon ab, seinen Spielern einige Tipps mit auf den Weg zu geben. Gegen RB sei es wichtig, dass die Freiburger "sehr gut verteidigen", sagte Streich. "Wir müssen mit Mut rausgehen, Stabilität zeigen und Hunger." Die Gastgeber haben derweil das Missverständnis mit Offensivtalent Oliver Burke beendet. Der 20 Jahre alte Schotte wechselt nach nur einem Jahr zu West Bromwich Albion in die englische Premier League. Die Ablöse dürfte ungefähr bei den 15 Millionen Euro liegen, die Leipzig 2016 an Nottingham Forest für Burkes Dienste bezahlt hatte. Ansonsten bangen die Leipziger um den Einsatz von Yussuf Poulsen. Der dänische Stürmer konnte in den letzten Tagen wegen muskulärer Probleme nicht richtig trainieren. Andererseits sagte Trainer Ralph Hasenhüttl: "Wir haben mehrere Optionen, wenn er ausfällt." Tipp: 2:0.

Was ist sonst noch so los?

1. FC Köln - Hamburger SV, Freitag 20.30 Uhr: Nachdem feststeht, dass die Kölner in der Europaliga gegen den FC Arsenal spielen dürfen, rückt die Partie gegen den HSV dann doch ein wenig in den Hintergrund. Zudem haben die Gäste dem Effzeh eines voraus: Sie haben das erste Spiel in dieser Saison gegen den FC Augsburg gewonnen, während die Kölner in Mönchengladbach verloren. Tipp: 1:1.

Bayer 04 Leverkusen - TSG Hoffenheim: Während sie in Leverkusen in dieser Saison den Europapokal nur am Fernseher erleben, müssen sich die Hoffenheimer mit Sporting Braga, Ludogrets Rasgrad und Basaksehir Istanbul herumschlagen. Da stellt sich glatt die Frage, was schlimmer ist. Tipp: 1:1.

Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg: Wolfsburgs Trainer Andries Jonker hat nach dem 0:3 gegen den BVB zum Auftakt keine Angst vor einem Fehlstart. Prima. "Wir haben eine richtig gute Mannschaft, die fußballerischen Qualitäten müssen nur wieder abgerufen werden", sagte er. Und: "Wir haben uns einen guten Plan erarbeitet. Jetzt geht es darum, ihn richtig umzusetzen." Tipp: 2:1.

FC Augsburg - Borussia Mönchengladbach: Gladbachs Raffael hat sich zu seiner Borussia bekannt – und will tatsächlich seinen bis 2019 laufenden Vertrag erfüllen: "Ich fühle mich wie zu Hause, ganz einfach. Wohlfühlen ist für einen Fußballprofi ein ganz wichtiger Faktor. Ich möchte hier so lange bleiben, wie es möglich ist", sagte der 32-Jährige der Funke Medien-Gruppe. Glückwunsch. Tipp: 0:2.

VfB Stuttgart - FSV Mainz, alle Samstag 15.30 Uhr: Aufsteiger VfB muss noch ohne Zugang Santiago Lionel Ascacíbar auskommen. Der argentinische U20-Nationalspieler flog nach der Vertragsunterzeichnung zunächst zurück in seine Heimat, um sich eine Arbeitserlaubnis zu besorgen. Guter Plan. Dagegen dürfen Holger Badstuber und Dennis Aogo, ebenfalls neu in Stuttgart, auf einen Einsatz in der Startelf hoffen. Tipp: 2:1.

Hannover 96 - FC Schalke 04, Sonntag 18 Uhr: Sie lernen es einfach nicht. Für die Partie am Sonntag haben sich die Schalker Fans etwas ausgedacht. Motto: "Nordkurve in deiner Stadt - alle in Weiß nach Hannover". Im Prinzip ist der Versuch, ein Auswärtsspiel zu einem Heimspiel zu machen, ja keine schlechte Idee. Nur: Es ist schon einmal schiefgegangen. Vor etwas mehr als zehn Jahren, am 27. April 2007, hatten sie das in Gelsenkirchen schon einmal versucht und waren am 31. Spieltag alle Mann ganz in Weiß nach Bochum gefahren - als Tabellenführer. Und dann? Gewann der VfL mit 2:1. "Wir haben ihnen in die Suppe gespuckt. Das war einfach ein geiles Spiel, so etwas habe ich noch nie erlebt", erinnert sich Abwehrspieler Heiko Butscher. Meister wurde dann der VfB.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wenn wir deswegen einen Elfmeter nicht kriegen, dann ist das eine dramatische Entscheidung. Wenn Mainz den Elfmeter nicht kriegt, dann ist es eine super Entscheidung." Stuttgarts Trainer Hannes Wolf für den Fall einer Pause für den Videobeweis am zweiten Spieltag. Mittlerweile haben DFL und DFB beschlossen: Er bekommt eine zweite Chance, also der Videobeweis.

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Quelle: n-tv.de

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