Fußball

"Es war sehr schön" Ancelotti gibt Ribéry ein Küsschen

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Bayern-Trainer Carlo Ancelotti weiß anscheinend, wie er mit seinen Stars umgehen muss.

(Foto: REUTERS)

Franck Ribéry hat kein Verständnis für die Entscheidung seines Trainers. Der nimmt den Franzosen in der 74. Minute im Bundesliga-Duell gegen Borussia Dortmund vom Feld. Der Flügelstürmer des FC Bayern gestikuliert wild, doch dann geschieht etwas Ungewöhnliches.

Weit nach Abpfiff, als das Protokoll abgearbeitet war, schlenderte Coach Carlo Ancelotti gut gelaunt durch die Katakomben der Münchener Allianz-Arena. Die Laptop-Tasche lässig umgehängt, das Handy am Ohr. Ein deutliches Signal: Bitte sprecht mich nicht an. Es war ja auch eigentlich alles gesagt zum sehr überzeugenden Sieg seines FC Bayern im Topspiel der Fußball-Bundesliga.

Mit 4:1 hatte der Tabellenführer seinen ewigen Rivalen Borussia Dortmund durch Tore von Franck Ribéry (3.), Robert Lewandowski (10., 68./Foulelfmeter) sowie dem total aufgedrehten Arjen Robben (49.) und einem spektakulären Gegentor von Europameister Raphael Guerreiro (20.) zum Zwergriesen geschrumpft. Und der Coach der Münchener hatte zuvor bereits befunden: "Wir haben gut gespielt, alles war in Ordnung."

Das galt zu diesem Zeitpunkt auch wieder für Franck Ribéry. Der war zuvor nämlich einigermaßen angefressen. In der 74. Minute hatte er das Feld nach einer sehr starken Leistung gegen die eingeschüchterten Borussen und dem sehr frühen Führungstreffer verlassen müssen, um seinem wiedergenesenen Flügelkollegen Douglas Costa noch ein paar Minuten Spielpraxis zu gönnen.

"Er brauchte einfach ein Küsschen"

Das Gipfeltreffen des 28. Spieltags war in diesem Moment längst entschieden und der Coach befand, ein wenig Schonung für seinen seit Freitag 34 Jahre alten und in diesen Wochen so formstarken Franzosen sei angemessen. Der zum vorzeitigen Feierabend Auserwählte sah das offenbar ganz anders, ging wild gestikulierend auf den Italiener zu – und fing sich dafür, ganz und gar ungewöhnlich, vom charismatischen Menschenversteher ein dickes Küsschen auf die Wange.

"Als ich ausgewechselt worden bin, habe ich zum Trainer gesagt: Was ist los?", erklärte Ribéry den Kollegen von Sport1. Die Antwort darauf gab Ancelotti später bei der Pressekonferenz: "Franck hat sehr gut gespielt und er hatte gestern Geburtstag. Er brauchte einfach ein Küsschen." Nun, der 34-Jährige nahm's gelassen hin und strahlte beseelt. "Es war sehr schön. Das ist natürlich sehr positiv", sagte der so sensible Ribery, dem Harmonie, Zuneigung und menschliches Wohlgefühl so wichtig sind für Topleistungen. Er sagte das also und blickte direkt nach vorne.

Denn bereits am Mittwoch kommt's zum nächsten ganz großen Fußball-Highlight in der Allianz-Arena. Dann nämlich kommt Real Madrid zum Viertelfinalhinspiel der Champions League (20.45 Uhr im n-tv.de.Liveticker) nach München. "Da treffen zwei große Mannschaften, zwei große Klubs aufeinander, viele große Spieler. Es ist gut, wenn man da weiß, dass man gut drauf ist", sagte der Franzose. Trotz Auswechslung. Aber mit Küsschen vom Coach.

Quelle: ntv.de

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