Fußball

Freiburg, FCN und Bremen siegen BVB duselt in Hoffenheim, Hertha spektakelt

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Joelinton sorgte für die verdiente Hoffenheimer Führung gegen Dortmund.

(Foto: imago/Nordphoto)

Mit einem furiosen Heimsieg gegen Gladbach stürmt Hertha BSC vorerst an die Spitze der Fußball-Bundesliga. Dortmund rettet in Hoffenheim in Unterzahl einen Duselpunkt. Freiburg zertrümmert Wolfsburgs Serie, Bremen ernüchtert Augsburg - und Nürnberg ist erlöst.

1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund 1:1 (1:0)

Mit viel Glück und in Unterzahl hat Borussia Dortmund das Trainer-Jubiläum von Julian Nagelsmann verdorben. Im 100. Pflichtspiel des Hoffenheim-Coaches holte der BVB am 4. Bundesliga-Spieltag nach einem  0:1-Rückstand noch ein 1:1 (0:1). Der 22-jährige Brasilianer Joelinton (44.) brachte die Gastgeber in einem unterhaltsamen Spiel in Führung, in dem der BVB die Anfangsphase bestimmte, ehe Hoffenheim dominanter wurde. In der 60. Minute lautete das Torschussverhältnis 12:1 für die Gastgeber. Nach Rot für Dortmunds Abdou Diallo, der wegen einer Notbremse in der 75. Minute vom Platz musste, sah alles nach einem Heimsieg für 1899 aus. Doch Christian Pulisic  (84.) verhinderte nach Vorlage von Marco Reus noch den siebten Hoffenheimer Sieg in Folge im eigenen Stadion, weil Belfodil in der 92. Minute aus zwei Metern noch eine Riesenchance vergab.

Durch das Unentschieden im Duell  der Champions-League-Starter hielten zwei Serien: Die TSG ist seit dem 20. Januar zu Hause ungeschlagen - genauso wie der BVB unter Trainer Lucien Favre. Überschattet wurde die Partie von Anfeindungen der BVB-Fans gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, der mit einem Plakat und Schmähgesängen beleidigt wurde.

Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach 4:2 (2:1)

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Mit vier Toren schoss sich Hertha gegen Gladbach zur Interims-Tabellenführung.

(Foto: dpa)

Mit einem Startrekord ist Hertha BSC vorübergehend an die Bundesliga-Spitze gestürmt. Die Berliner gewannen das rasante Verfolger-Duell gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagene Borussia aus Mönchengladbach 4:2 (2:1) und stellten mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen einen  klubeigenen Startrekord auf. Der Lohn: Tabellenplatz eins vor Meister FC Bayern, der im Spätspiel ab 18.30 Uhr bei Schalke 04 aber wieder an der Hertha vorbeiziehen kann. Thorgan Hazard hatte Gladbach mit einem verwandelten Foulelfmeter (29.) zwar in Führung gebracht, doch Kapitän Vedad  Ibisevic (31./63.), Valentino Lazaro (34.) und Ondrej Duda (74.) drehten mit ihren Toren die Partie zugunsten der Berliner. Gladbachs Rekordeinkauf Alassane Plea gelang nur noch der zwischenzeitliche 2:3-Anschlusstreffer (67.) für die "Fohlen". Der Hertha-Sieg vor rund 51.852 Zuschauern, darunter  Bundestrainer Joachim Löw, war verdient. Die seit dem 24. Februar  auswärts sieglosen Gladbacher taten vor allem offensiv zu wenig.

FC Augsburg - Werder Bremen 2:3 (1:2)

Ein Aussetzer von Augsburgs Torwart Fabian Giefer hat Werder Bremen zum Sprung in die Spitzengruppe verholfen. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt gewann bei den Schwaben dank eine kapitalen Fehlers des Schlussmanns mit 3:2 (2:1), nachdem Werder zwischenzeitlich eine 2:0-Führung verspielt hatte. Die Grün-Weißen sind damit erstmals seit der Saison 2005/06 nach vier Ligaspielen noch ungeschlagen. In Augsburg trafen binnen 120 Sekunden zunächst Max Kruse (34.) und U21-Nationalspieler Maximilian Eggestein (36.) für Werder. Die bis dahin schon stärkeren Augsburger verkürzten unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff durch Ja-Cheol Koo (45.+3) auf 1:2 und egalisierten kurz nach Wiederbeginn durch Philipp Max (47.). Dann aber ließ Giefer eine Flanke von Kruse durch die Beine rutschen und Davy Klaassen (75.) schob ein. In der 88. Minute hatte Augsburgs Michael Gregoritsch mit einem Kopfball an den Pfosten Pech.

VfL Wolfsburg - SC Freiburg 1:3 (0:2)

Mit seinem ersten Auswärtssieg in diesem Jahr hat sich der SC Freiburg spektakulär aus der Abstiegszone verabschiedet. Die Breisgauer setzten sich dank eines couragierten  Auftritts beim bislang ungeschlagenen VfL Wolfsburg absolut verdient mit 3:1 (2:0) durch und verdarben den Niedersachsen den besten Saisonstart der Klubgeschichte. Ein Kopfball des völlig freistehenden Neuzugangs Roland Sallai in der siebten Minute bedeutete die Führung für die Gäste. Ebenfalls per Kopf erhöhte Nils Petersen in der 21. Minute, Sekunden zuvor war der Torjäger mit einem Foulelfmeter am Wolfsburger Torhüter Koen Casteels gescheitert. Für den dritten Freiburger Treffer sorgte Kapitän Mike Frantz fünf Minuten nach Wiederbeginn. Admir Mehmedi (61.) gelang mit einem Flachschuss das Wolfsburger Ehrentor. 

1. FC Nürnberg - Hannover 96 2:0 (0:0)

Aufsteiger 1. FC Nürnberg hat dank Joker Törles Knöll seinen ersten Bundesligasieg nach knapp viereinhalb Jahren gefeiert. Der Club gewann gegen Hannover 96 verdient mit 2:0 (0:0). Die Franken gingen durch ein Eigentor von Waldemar Anton  (76.), der von Knöll (21) angeschossen wurde, in Führung. Der kurz zuvor eingewechselte Stürmer sorgte eine Minute später dann auch noch für die Entscheidung.Hannover spielte ab der 29. Minute allerdings in Unterzahl. Miiko Albornoz sah wegen einer Notbremse nach Videobeweis von Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) die Rote Karte - eine umstrittene Entscheidung.

Die Niedersachsen sind saisonübergreifend nun seit fünf Spielen sieglos und warten nun schon elf Monate und 14 Versuche auf einen Auswärtssieg (21. Oktober 2017 2:1 in Augsburg). Der "Club" hatte zuletzt am 26. März 2014 beim 2:0 gegen Stuttgart einen Erstligasieg gefeiert.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa/sid

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