Fußball

Trubel bei Bayer, Fortunas Coup BVB wuchert, zündet Turbo und siegt

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Doppel-Paco Alcacer.

(Foto: imago images / DeFodi)

Der FC Bayern spielt nur remis, die Dortmunder Borussia macht's am ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga besser. Erst wuchert der BVB gegen Augsburg mit seinen Chancen, macht dann aber alles klar. Turbulent geht es in Leverkusen zu, Aufsteiger Paderborn schlägt sich gut. Werder patzt gegen Düsseldorf.

Borussia Dortmund - FC Augsburg 5:1 (1:1)

Die Borussia aus Dortmund hat seiner Kampfansage an den Serienmeister FC Bayern einen überzeugenden Sieg zum Start der Fußball-Bundesliga folgen lassen. Der überlegene BVB bezwang den FC Augsburg verdient 5:1 (1:1). Ein Blitztor des Augsburger Zugangs Florian Niederlechner in der ersten Minute beantwortete der BVB durch Paco Alcacer umgehend (3.), dann benötigte er Geduld, um seinen fünften Auftaktsieg in Serie zu sichern. Jadon Sancho (51.), Marco Reus (57.) und erneut Alcacer (59.) trafen innerhalb weniger Minuten, der eingewechselte Julian Brandt (82.) setzte den Schlusspunkt.

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Zurück beim BVB: Mats Hummels.

(Foto: imago images / DeFodi)

Stammtorhüter Roman Bürki fiel beim BVB aus, dafür kam es vor 81.365 Zuschauern zum Wiedersehen zwischen Stellvertreter Marwin Hitz und seinen Ex-Kollegen. Mats Hummels stand drei Jahre nach seinem Abschied aus Dortmund in der Startelf. Nach 31 Sekunden aber der Schreck. Carlos Gruezo eroberte den Ball, Niederlechner schob aus kurzer Distanz zum 0:1 ein. Alcacer korrigierte dies nur 141 Sekunden später nach Vorlage von Reus. Augsburg sah sich fortan in die eigene Hälfte gedrängt, der BVB zog sein Spiel auf; Julian Weigl, Reus, Hummels, Alcacer oder Axel Witsel hatten Chancen über Chancen. Phasenweise stand kein Gästespieler auch nur annähernd an der Mittellinie. Eine enorme Erleichterung war das 2:1 durch Sancho: Der FCA war wieder zum Mitspielen gezwungen und fing sich gleich das nächste Tor. Und noch eines. Das Spiel war gelaufen.

Bayer 04 Leverkusen - SC Paderborn 07 3:2 (2:2)

Aufsteiger SC Paderborn hat beim Erstliga-Comeback nach fünf Jahren sein Versprechen auf begeisternden Offensiv-Fußball eingelöst, aber knapp verloren. Beim Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen glichen die Ostwestfalen in einem über weite Strecken begeisternden Spiel zweimal aus, verloren am Ende aber mit 2:3 (2:2). Somit kassierte Paderborns doppelter Aufstiegs-Trainer Steffen Baumgart in seinem ersten Bundesliga-Spiel gegen seinen alten Mitspieler eine Niederlage: Mit Bayers Coach Peter Bosz spielte er 1998 für eine Halbserie bei Hansa Rostock zusammen.

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Leverkusens erste Führungen durch Leon Bailey (10.) und Kai Havertz (19.) konterte Paderborn durch Sven Michel (15.) und Neuzugang Streli Mamba (25.). Die dritte durch Kevin Volland (70.) dann nicht mehr. Für Bayer bedeutet der Sieg eine Erlösung: In den vergangenen drei Jahren hatte die Werkself jeweils das erste Saison-Spiel verloren. Auch wenn es seltsam klingt: Viel Glück hatte die Werkself bei Paderborns Ausgleich zum 2:2. Zuvor hatte nämlich Leverkusens Abwehrspieler Wendell mit einem Handspiel auf der Torlinie den SC-Ausgleich verhindert. Weil Mamba dann im Nachsetzen traf, sah Wendell nur Gelb und durfte weitermachen. Ansonsten wären Rot für Wendell und Strafstoß für Paderborn die Folge gewesen - und die Partie vielleicht anders verlaufen.

VfL Wolfsburg - 1. FC Köln 2:1 (1:0)

Maximilian Arnold und Wout Weghorst haben ihrem neuen Trainer Oliver Glasner ein perfektes Debüt beim VfL Wolfsburg beschert. Arnold (16.) brachte die Niedersachsen gegen den 1. FC Köln mit einem Volley-Traumtor früh in Führung, Weghorst (60.) erzielte beim 2:1 (1:0)-Heimerfolg über den Aufsteiger den Treffer zum 2:0. Kölns Simon Terodde (90.+1) gelang in der Nachspielzeit nur noch Ergebniskosmetik. Die Kölner hielten gegen den Europaliga-Teilnehmer zwar lange Zeit gut mit. Am Ende musste das Team des neuen Trainers Achim Beierlorzer bei seiner Bundesliga-Rückkehr aber auch Lehrgeld zahlen.

SV Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf 1:3 (0:1)

Fortuna Düsseldorf hat Werder Bremen das Rekordspiel und den Saisonauftakt gründlich verdorben. Die Rheinländer gewannen verdient mit 3:1 (1:0) und knüpften an die starken Leistungen aus der vergangenen Saison an. Vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielten Rouwen Hennings (36.), Kenan Karaman (52.) und Kaan Ayhan (64.) die Treffer für die Gäste. Johannes Eggestein gelang der Ausgleich für die enttäuschenden Bremer, für die es das 1867. Erstligaspiel war. Damit lösten die Grün-Weißen den Nordrivalen Hamburger SV als Klub mit den meisten Partien im Oberhaus ab. Grund zum Feiern gab es allerdings nicht. Die Bremer legten wieder einmal einen Fehlstart hin. Der bis auf weiteres letzte Auftaktsieg datiert aus der Saison 2013/2014.

SC Freiburg - 1. FSV Mainz 05 3:0 (0:0)

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Geht doch: Lucas Höler, SC Freiburg.

(Foto: imago images / Beautiful Sports)

Bis zur 81. Minute stand es zwischen dem SC Freiburg und dem FSV Mainz im Schwarzwaldstadion noch 0:0, mit leichten Vorteilen für die Gäste. Und dann? Drehten die Freiburger von Christian Streich plötzlich auf und stürmten noch zu einem 3:0 (0:0) - und damit vorerst auf Platz zwei der Tabelle. Lucas Höler (81.), Jonathan Schmid (84.) und Luca Waldschmidt  (87., Foulelfmeter) trafen vor 24.000 Zuschauern und beendeten eine wahre Horrorserie: Erstmals seit 18 Jahren haben die Freiburger ein Ligaspiel zum Auftakt einer Saison gewonnen. Dabei hatten sie zunächst große Probleme gegen die Mainzer von Sandro Schwarz, die sichtlich um Wiedergutmachung für das blamable Pokalaus gegen Drittligist 1. FC Kaiserslautern bemüht waren. Nach 84 Sekunden hätte Mainz in Führung gehen können, Kapitän Danny Latza scheiterte aber an Torwart Alexander Schwolow. Auch danach fand Freiburg nicht ins Spiel, während Mainz durch Robin Quaison und Jerome Gondorf (9.) noch zweimal die Führung auf dem Fuß hatte. Danach kam auch Freiburg zu (ungenutzten) Chancen, mit Unterhaltungswert geizte die Partie nicht, auch nicht nach der Pause. Allerdings mangelte es lange an Toren - was Freiburg in der Schlussphase aber spektakulär noch änderte.

Quelle: n-tv.de, sgi/cwo/sid/dpa

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