Fußball

Hertha zurück auf Abstiegsplatz Bayern jubelt dank Goretzkas Traum-Comeback

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Leon Goretzka ist wieder mittendrin im Bundesligabetrieb.

(Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel)

Vier Monate fehlt Leon Goretzka dem FC Bayern, am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga feiert der Nationalspieler ein Traumcomeback: Startelf, Tor, Sieg. Bayer Leverkusen ringt derweil Felix Magaths Hertha BSC nieder. Der VfB Stuttgart kommt im Keller nicht vom Fleck.

SC Freiburg - FC Bayern München 1:4 (0:0)

Mit Comeback-Torschütze Leon Goretzka hat der FC Bayern den nächsten Schritt zum zehnten Meistertitel in Serie geschafft. Auch wenn sich die Münchner beim SC Freiburg lange mühten, gelang dem Tabellenführer ein letztlich überzeugendes 4:1 (0:0). Mit nun 66 Punkten fehlt dem Rekordmeister bis zur nächsten Schale nicht mehr viel. Die Freiburger mussten bei leichtem Schneefall dagegen einen Rückschlag im Kampf um die Teilnahme am Europapokal hinnehmen.

Nach dem 1:0 durch Goretzka (58.) glich Freiburgs Rekordtorschütze Nils Petersen nur einen Tag nach seiner erneuten Vertragsverlängerung aus (63.). Es war sein 100. Pflichtspieltreffer im SC-Trikot. Der ebenfalls eingewechselte Serge Gnabry brachte die Bayern wieder in Führung (73.), ehe Kingsley Coman die Partie entschied (82.). In der Nachspielzeit erhöhte Marcel Sabitzer (90.+6). Um Sabitzers Einwechslung hatte es zuvor Aufregung gegeben, weil die Bayern womöglich einige Sekunden in Überzahl auf dem Feld standen.

Erstmals gefährlich wurde es nach einer Ecke. Der aufgerückte Dayot Upamecano köpfte aber über das Tor von SC-Schlussmann Mark Flekken (13.). Auf der Gegenseite fehlten Lucas Höler wenige Zentimeter, um die Fußspitze noch an den Ball zu bekommen (18.). Die Standard-Stärke der Breisgauer hatte sich wohl aber bis nach München herumgesprochen. Julian Nagelsmanns Spieler vermieden bis zur 31. Minute ruhende Bälle der Freiburger in der Münchner Hälfte. Mit 20 Toren sind sie in dieser Kategorie das gefährlichste Team der Liga. Doch beim ersten Eckstoß war Manuel Neuer der Sieger im Duell mit Roland Sallai und bei einem Freistoß kurz vor der Pause musste die deutsche Nummer eins gegen Schlotterbeck erst gar nicht eingreifen.

Auch im zweiten Durchgang begegneten sich beide Mannschaften zunächst so, wie es sich Streich gewünscht hatte - auf Augenhöhe. Die erste Nachlässigkeit wurde dann prompt bestraft. Nach einem Freistoß köpfte Goretzka ein. Die Freiburger hatten aber eine Antwort parat. Petersen traf nicht einmal 20 Sekunden nach seiner Einwechslung und wurde dadurch einmal mehr seinem Ruf als bester Joker seit Einführung der Bundesliga gerecht.

In einer hektischen Phase brachte Gnabry die Bayern wieder in Führung, Kingsley Coman sorgte für die Entscheidung. Für Verwirrung sorgte die Auswechslung des Franzosen. Erst nach längerer Besprechung wurde die Partie wieder angepfiffen. Aber auch die achtminütige Nachspielzeit sorgte nicht mehr für die Wende aus SC-Sicht, im Gegenteil: Sabitzer setzte den Schlusspunkt.

Bayer Leverkusen - Hertha BSC 2:1 (2:1)

Hoffnungsträger Felix Magath hat bei seinem Comeback als Chefcoach auf der Trainerbank von Hertha BSC gleich einen Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen müssen. Zwei Wochen nach seinem Debütsieg gegen die TSG Hoffenheim aus dem Homeoffice unterlag der 68-Jährige mit den Berlinern dem Tabellendritten Bayer Leverkusen mit 1:2 (1:2) und steckt mit seinem Team weiterhin in der Abstiegszone fest. Die ersatzgeschwächte Bayer-Elf, die zuvor in fünf Pflichtspielen nur einmal gewann, festigte den dritten Tabellenplatz und untermauerte den Anspruch auf die Teilnahme an der Champions League. Vor 23.557 Zuschauern in der BayArena erzielten am Samstag Lucas Alario (35. Minute) und Karim Bellarabi (40.) die Treffer für Bayer, Vladimir Darida (42.) traf für die Gäste.

Magath, der vor dem Spiel eingestand, ein wenig nervös vor dem ersten Auftritt zu sein, hatte trotz der Ankündigung, dass er keinen Grund zur Veränderung habe, auf zwei Positionen gewechselt. Dabei war der Ausfall von Marvin Plattenhardt, der sich zuletzt in guter Form zeigte, schmerzlich. Für ihn rückte Maximilian Mittelstädt ebenso neu ins Team wie Darida.

Doch bereits nach einer Viertelstunde mussten die Berliner den nächsten Rückschlag hinnehmen. Torhüter Alexander Schwolow konnte wegen einer Verletzung nicht weiterspielen und wurde von Marcel Lotka abgelöst. Der 20-Jährige, der in der Jugend für Bayer Leverkusen gespielt hatte, kam zu seinem vierten Bundesliga-Einsatz und bewahrte Hertha nach einem Schuss von Karim Bellarabi (21.) gleich vor einem Rückstand.

Magath hatte sein Team nach einem Trainingslager in Ostwestfalen mit einer kompakten Defensive ausgestattet und darauf gesetzt, die favorisierten, aber ersatzgeschwächten Leverkusener mit Nadelstichen zu verunsichern. Das gelang allerdings nur bedingt. Die Gastgeber hatten mehr Spielanteile und waren trotz einiger Ausfälle individuell auch besser besetzt.

Das nutzte Mittelstürmer Alario, der mit einem sehenswerten Rechtsschuss ins linke obere Eck aus spitzem Winkel das 1:0 erzielte. Für den Argentinier war es der 40. Bundesligatreffer, für Bayer das 100. Tor gegen Hertha in der Bundesliga. Fünf Minuten später erhöhte Bellarabi mit einem Flachschuss auf 2:0, ehe Darida fast im Gegenzug der Anschlusstreffer gelang.

Eintracht Frankfurt - Greuther Fürth 0:0

Eintracht Frankfurt hat die Generalprobe für das Duell mit dem FC Barcelona vermasselt und wichtige Punkte im Kampf um eine erneute Europa-League-Teilnahme liegen lassen. Das Team von Trainer Oliver Glasner kam vor 50.500 Zuschauern nicht über ein 0:0 gegen den Bundesliga-Letzten SpVgg Greuther Fürth hinaus und ließ nach Patzern der Konkurrenz eine große Chance ungenutzt.

Aufsteiger Fürth holte zwar den zweiten Auswärtspunkt in dieser Spielzeit, ist aber in den verbleibenden sechs Saisonspielen kaum noch vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu retten. In der nasskalten WM-Arena von 2006, die erstmals seit Pandemiebeginn wieder voll ausgelastet werden durfte, erwiesen sich die Gäste als tapferer und kompakt verteidigender Widersacher. Die abgebrannte Pyrotechnik und laute Kracher aus der Fankurve erregten in den ersten Minuten deutlich mehr Aufmerksamkeit als die Eintracht-Offensive, die zunächst nur einen Faller von Rafael Borré im Strafraum zu bieten hatte. Nach Überprüfung durch den Videobeweis blieb ein Strafstoßpfiff aus.

Die auswärts sieglosen Franken trauten sich gar in die Offensive, den Abschluss des früheren Frankfurters Branimir Hrgota konnte Kevin Trapp nur mit vollem Körpereinsatz entschärfen. Danach tat sich längere Zeit wenig, ein Treffer von Jesper Lindström (29.) wurde wegen deutlich sichtbaren Handspiels bei der Ballmitnahme von Referee Bastian Dankert aberkannt. Vor der Pause vereitelte der Fürther Torhüter Andreas Linde mit mehreren Glanztaten eine vorzeitige Führung der Gastgeber, für die im Kampf um Europa nur ein Sieg zählte. Ansgar Knauff (41.) und zweimal Lindström (42./44.) schlossen nicht präzise genug ab, um den im Winter verpflichteten schwedischen Schlussmann des Aufsteigers zu überwinden.

Auch nach dem Wechsel ging es quasi nur in eine Richtung: Frankfurt spielte, Fürth verteidigte. Doch es fehlten die zündenden Ideen und häufiger auch die nötige Präzision. 20 Minuten vor dem Ende kam der glücklose Daichi Kamada nach Flanke von Filip Kostic zu einem völlig freien Volleyabschluss, doch der Japaner verzog und wurde direkt im Anschluss ausgewechselt. Doch auch Glasners Joker um Angreifer Goncalo Paciencia machten es nicht besser und scheiterten immer wieder am herausragenden Linde. Eine Schrecksekunde gab es kurz vor Schluss, als der Fürther Marco Meyerhöfer per Trage vom Feld gebracht werden musste.

TSG Hoffenheim - VfL Bochum 1:2 (0:1)

Die TSG 1899 Hoffenheim hat im Rennen um einen Champions-League-Platz den nächsten Rückschlag einstecken müssen und ist gegen den VfL Bochum gleich zweimal vom kongenialen Duo Takuma Asano/Manuel Riemann düpiert worden. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß unterlag dem Aufsteiger mit 1:2 (0:1). Der Japaner Asano traf jeweils nach einem weiten Ball von Torhüter Riemann (28. und 59. Minute).

Auch mit der von Trainer Thomas Reis verordneten Manndeckung nervten die Gäste die Kraichgauer, für die Nationalspieler David Raum zwischendurch ausglich (54.). Vor 15.014 Zuschauern in Sinsheim machten die Bochumer im Abstiegskampf einen weiteren großen Schritt nach vorn: Der Abstand zum Relegationsplatz mit Arminia Bielefeld beträgt neun Punkte.

Zwei Wochen nach dem Becherwurfskandal im abgebrochenen Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach zeigte der VfL eine couragierte und disziplinierte Vorstellung. Nach dem zuletzt so enttäuschenden 0:3 bei Hertha BSC konnten die harmlosen Hoffenheimer dagegen erneut nicht unter Beweis stellen, dass sie reif für die Königsklasse sind.

Arminia Bielefeld - VfB Stuttgart 1:1 (0:1)

Arminia Bielefeld hat einen wichtigen Sieg gegen den Abstiegskampf-Konkurrenten VfB Stuttgart verpasst und bleibt in der Tabelle hinter den Schwaben. Die Mannschaft von Trainer Frank Kramer erkämpfte sich nach einem Rückstand aber immerhin noch ein glückliches 1:1 (0:1) und kletterte vorbei an Hertha BSC auf den Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga. Vor 26.011 Zuschauern auf der Bielefelder Alm brachte Sasa Kalajdzic die Stuttgarter Gäste in der 25. Minute per Handelfmeter in Führung. Florian Krüger (59.) glich für die Arminia aus.

Der VfB startete schwungvoll und hatte früh die erste Chance. Chris Führich schoss aus aussichtsreicher Position aber über das Bielefelder Tor (3.). Dann übernahmen allerdings zunächst die Bielefelder das Kommando. Die Gastgeber waren im Mittelfeld flinker und kamen vor allem über die linke Seite immer wieder schnell nach vorne.

Beim 0:4 beim FSV Mainz 05 am vergangenen Spieltag kassierte die Arminia drei Elfmeter-Gegentore - und das Strafstoß-Pech setzte sich fort. Patrick Wimmer klärte nach einer Ecke mit dem Oberarm und Schiedsrichter Patrick Ittrich zeigte nach Ansicht der Videobilder auf den Punkt. VfB-Torjäger Kalajdzic verwandelte souverän. Der Gegentreffer fast aus dem Nichts nahm den Bielefeldern den Schwung. Stuttgart hielt den Ball erfolgreich vom eigenen Tor fern und hatte selbst Chancen nachzulegen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Stuttgart gefährlicher und besser. Tiago Tomás verpasste es aber, für eine Vorentscheidung zu sorgen (54.). Genauso überraschend wie die Führung für den VfB gelang Krüger der emotional bejubelte Ausgleich. Die Partie war nun offener, beide Mannschaften spielten auf das entscheidende Tor. Die beste Chance vergab Stuttgarts Konstantinos Mavropanos, dessen Kopfball der starke Ortega an den Pfosten lenkte.

In der Schlussphase sorgte ein Zusammenprall für einen Schreckmoment. Nachdem er mit Teamkollege Alessandro Schöpf zusammengerasselt war, musste Bielefelds Stürmer Fabian Klos mit einer Trage vom Platz gebracht werden.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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