Fußball

"Geschenktem Freistoß" sei Dank Der Dino ist tot, lang lebe der HSV!

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Pierre-Michel Lasogga (l.), Ivica Olic (M) und Matthias Ostrzolek (r.) jubeln über den 2:1-Sieg gegen Karlsruhe. Was macht der HSV aus dieser gewonnenen Chance?

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Dinosaurier sind ausgestorben. Das gilt nicht für den Fußball. Dort darf der HSV weiter sein Unwesen treiben. Dabei wäre es besser, ihn endlich zu Grabe zu tragen.

Der Hamburger SV schafft in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Karlsruher SC das Wunder- und hält die Klasse. Über das "Wie" lässt sich zwar trefflich streiten, Fußball-Reporterin Sabine Töpperwien spricht von einem "geschenkten Freistoß", der in der Nachspielzeit den Ausgleich und die Verlängerung bringt. Am Ende zählt aber nur: Die Bundesliga-Uhr im Hamburger Stadion tickt weiter. Der "Bundesliga-Dino" hat noch Puls. Für eine erfolgreichere Zukunft muss er aber den Fangschuss erhalten!

Alte Zöpfe müssen ab, ein Neuaufbau muss her, die Mannschaft umgekrempelt werden. Spieler, die viel kosten und ihre Leistungen nicht abrufen können oder wie Rafael van der Vaart ihren spielerischen Zenit überschritten haben, müssen weg. Das Team braucht eine Frischzellenkur. Die kann und sollte vor allem mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs vollzogen werden - die ansprechenden Leistungen der U23 in der Regionalliga Nord geben Anlass zur Hoffnung.

Auf eigene Spieler zu setzen, sie in der Mannschaft zu integrieren, bedeutet auch mehr Identifikation mit dem Verein. Man muss stolz darauf sein, die Raute auf der Brust tragen zu dürfen. Gleichzeitig stärken "Eigengewächse" auch die Bindung zu den Fans, die harte Jahre hinter sich haben und dennoch wie der sprichwörtliche zwölfte Mann immer hinter ihrem Team und dem Verein standen. Für diesen Durchhaltewillen müssen sie belohnt werden - auch mit mehr Konstanz auf der Trainerbank.

Vertrauen und Ruhe

Der HSV muss aufhören, seine Trainer zu wechseln wie manche Männer ihre Unterhosen. In dieser Saison verschliss der Klub vier Übungsleiter - so viel wie kein anderer Bundesligist. Erst der letzte Wechsel auf "Ex-Trainer" Bruno Labbadia (coachte den HSV bereits vom Sommer 2009 bis Frühjahr 2010) brachte Ruhe und den "Team Spirit" zurück - und am Ende auch den Klassenerhalt. Labbadia sollte das Vertrauen der Klubführung auf Dauer erhalten, die Mannschaft nach seinem Gusto aufbauen und formen zu dürfen. Alles andere wäre ein Fehler.

Und Fehler können sich der HSV und dessen Führungsspitze nicht mehr leisten. Die Relegation in diesem Jahr war bereits die zweite nacheinander. Ein kümmerliches Auswärtstor rettete den "Bundesliga-Dino" 2014 gegen Fürth. Was folgte, war ein kümmerliches Dasein in dieser Saison ("HSV ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten", Vereins-Ikone Uli Stein) und das erdrückende Wissen, auch weiterhin der Letzte einer ausgestorbenen Art zu sein.

Statt ewig in der Vergangenheit zu leben, muss nun die Zukunft gestaltet werden. Wenn der Verein das verinnerlicht, kann die neue Mannschaft befreit aufspielen. Und wer weiß: Vielleicht findet die Relegation 2016 dann ohne den HSV statt.

Quelle: ntv.de

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