Fußball

Mega-Sprint-Tor von Haaland FC Bayern vergeigt ersten Meister-Matchball

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Sie können es nicht fassen: Manuel Neuer (links), David Alaba und der FC Bayern unterliegen Mainz 05.

(Foto: Patrick Scheiber/Jan Huebner)

Der designierte Fußball-Meister Bayern München patzt bei Kellerkind Mainz 05. Am neunten Titel in Serie wird das wohl nichts ändern. Der BVB rückt zu zehnt dank Erling Haaland ganz nah an die Champions-League-Ränge heran. Werder verliert das siebte Spiel in Serie und befindet sich im freien Fall.

1. FSV Mainz 05 - FC Bayern München 2:1 (2:0)

Die Meisterfeier ist vertagt, Bayern München hat seinen ersten Matchball trotz des Comebacks von Weltfußballer Robert Lewandowski überraschend vergeben. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick verlor am 31. Spieltag völlig verdient 1:2 (0:2) beim furios aufspielenden FSV Mainz 05, mit einem Sieg wäre die 31. deutsche Meisterschaft bereits vorzeitig unter Dach und Fach gewesen. Sollte Verfolger RB Leipzig am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfB Stuttgart aber verlieren, wären die Bayern mit einem Tag Verspätung "Sofa-Meister". Der Vorsprung auf die Sachsen beträgt weiter zehn Punkte.

U21-Nationalstürmer Jonathan Burkardt (3.) und Robin Quaison (37.) trafen vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw für die Mainzer, die nun schon seit sieben Spielen in Folge ungeschlagen sind (fünf Siege, zwei Unentschieden) und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machten. Mit diesem Resultat waren die Bayern mit ihrer in der ersten Hälfte indisponierten Defensive sogar noch gut bedient.

Auch die Rückkehr von Topstürmer Lewandowski zeigte erst spät Wirkung - zu spät. Der Pole, der wegen einer Bänderdehnung im rechten Knie die vergangenen sechs Pflichtspiele verpasst hatte und wie Leon Goretzka in die Startelf zurückkehrte, traf erst in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Anschluss. Zum ewigen Torrekord von "Bomber" Gerd Müller (40 Saisontore, 1971/72) fehlen ihm bei drei ausbleibenden Spielen nun noch vier Treffer.

Nicht nur der Weltfußballer mochte sich in Mainz wie im falschen Film vorkommen - denn wie ein Tabellenführer spielten zu Beginn nur die Rheinhessen. Nach einer zu kurz abgewehrten Flanke zog Burkardt von der Strafraumkante ab, Nationaltorhüter Manuel Neuer reagierte zu spät auf den fast zentralen Schuss und sah nicht gut aus. Den Münchnern fehlten gegen die kompakte FSV-Defensive komplett die Ideen. Mainz blieb hingegen brandgefährlich, war in den Zweikämpfen meist einen Schritt schneller - und kam durch Quaison nach einem Freistoß zum hochverdienten 2:0.

Der angefressene Flick wechselte gleich dreimal, Kingsley Coman, Leroy Sané und Goretzka blieben in der Kabine. Die Gäste bekamen zwar etwas mehr Ruhe und Kontrolle ins Spiel, fanden aber gegen nun tiefer stehende Rheinhessen kaum Lücken. Der eingewechselte Ex-Mainzer Eric Maxim Choupo-Moting zielte zweimal zu zentral (67., 77.). Auch die Einwechslung des von COVID-19 genesenen Serge Gnabry (70.) brachte nicht den nötigen Schwung.

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)

Borussia Dortmund hat dank Superstürmer Erling Haaland sein "Endspiel" im Kampf um die Champions League gewonnen. Der BVB erkämpfte sich am 31. Spieltag beim VfL Wolfsburg ein 2:0 (1:0) und verkürzte den Rückstand auf den Werksklub auf zwei Punkte. Haaland (12.) traf erst zur Führung, dann machte der 20-Jährige nach einem 50-Meter-Sprint alles klar (68.).

Wolfsburg hatte diese Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor trotz guter Möglichkeiten nicht. Und so feierte der BVB einen extrem wichtiger Dreier, zumal das Team nach der Gelb-Roten Karte für Jude Bellingham (58.) mehr als 30 Minuten in Unterzahl spielte. "Vor ein paar Wochen waren wir noch elf Punkte hinter Wolfsburg, jetzt sind es nur noch zwei. Wir geben nicht auf und wollen jedes Spiel gewinnen", sagte Abwehrspieler Manuel Akanji bei Sky. Nach dem vierten Bundesliga-Sieg in Serie rangiert Dortmund zwar weiter auf Rang fünf, hat in dieser Verfassung in den verbleibenden drei Spielen aber wieder beste Chancen, doch noch in die lukrative Königsklasse einzuziehen. Wolfsburg bleibt trotz der Niederlage Dritter.

Sancho und Reus versuchten immer wieder, den Ball schnell nach vorne zu treiben. Haaland lauerte dann bei einem schwachen Rückpass von Ridle Baku, zog zum Tor - und schloss eiskalt zu seinem 15. Auswärtstor ab. Öfter traf auswärts noch nie ein Borusse. Ein herber Schlag für Wolfsburg, zumal Paulo Otavio kurz zuvor die mögliche Führung vergab (8.). Danach drosselte der BVB etwas das Tempo und beschränkte sich aufs Kontern, der VfL kam besser ins Spiel und zu weiteren Chancen. Doch im Dortmunder Abwehrzentrum verhinderten Emre Can und Manuel Akanji zunächst, dass die Hausherren ihren Topstürmer Wout Weghorst richtig gefährlich in Szene setzen konnten. Dies änderte sich erst nach der Pause, als der Niederländer direkt nach Wiederanpfiff die Chance zum Ausgleich hatte. Doch der Schuss des 28-Jährigen aus aussichtsreicher Position ging knapp über die Latte. Vom Sturm und Drang des BVB zu Beginn war mit zunehmender Spieldauer nur noch selten etwas zu sehen. Haaland prüfte noch einmal Koen Casteels (50.), Manuel Akanji (52.) hatte eine Möglichkeit per Kopf - doch Wolfsburg biss sich mehr und mehr in die Partie, erhöhte den Druck.

Nach dem Platzverweis für Bellingham zog sich Dortmund in einem 4-4-1 weit zurück - doch nach einem Wolfsburger Fehlpass war erneut Haaland zur Stelle. Mahmoud Dahoud schickte den Norweger noch in der eigenen Hälfte mit seinem Steilpass los, Haaland rannte über den halben Platz und schob dennoch cool links unten ab.

1. FC Union Berlin - Werder Bremen 3:1 (0:0)

Werder Bremen hat seinen Absturz aufgrund eines Hattricks von Joel Pohjanpalo fortgesetzt: Der Stürmer von Union Berlin führte seine Mannschaft mit seinem Dreierpack in der zweiten Halbzeit zu einem völlig verdienten 3:1-(0:0)-Erfolg und vergrößerte die Abstiegssorgen der Bremen. Nach sieben Niederlagen in Folge sind die Bremer dem ersten Abstieg seit 1980 gefährlich nahegekommen.

Pohjanpalo drehte in der zweiten Halbzeit auf und sorgte mit seinen Saisontoren Nummer drei bis fünf (50./53./67.) für den klaren Sieg. Zuletzt hatte der Finne am 10. September 2016 drei Tore in einem Spiel erzielt. Theodor Gebre Selassie (82.) markierte das Ehrentor für die Hanseaten. Union Berlin blieb auch im 15. Heimspiel in Folge ungeschlagen und darf mit 46 Punkten weiter in Richtung internationale Plätze schielen.

Zur Führung benötigten die Gastgeber eine Standardsituation. Nach einer erneuten Ecke kam Pohjanpalo an den Abpraller und schoss ungehindert aus kurzer Distanz ein. Drei Minuten später war der Finne nach einer Kopfball-Vorlage des eingewechselten Petar Musa erneut zur Stelle und besorgte das beruhigende 2:0. Kurz danach (59.) hätte Musa fast auf 3:0 erhöht. Wie reagiert Werder? Enttäuschend. Den Gästen fiel im Spiel nach vorne weiterhin wenig ein, Union blieb die bestimmende Elf und hatte eine Vielzahl weiterer guter Einschussmöglichkeiten. Der dritte Treffer von Pohjanpalo sorgte für die Entscheidung, auch wenn in der Schlussphase durch den Anschlusstreffer von Gebre Selassie bei den Bremern noch einmal etwas Hoffnung aufkeimte.

SC Freiburg - TSG 1899 Hoffenheim 1:1 (0:1)

Die TSG Hoffenheim hat sich wohl ihrer Abstiegssorgen entledigt. Die Kraichgauer holten am drittletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga ein 1:1 (1:0) im badischen Duell beim SC Freiburg und haben damit sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Der kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramaric (40.) traf für die TSG, die zuvor nach dreimal in Folge gegen den Sport-Club verloren hatte. Der Ex-Hoffenheimer Vincenzo Grifo war per Foulelfmeter (81.) für den SC erfolgreich.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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