Fußball

Desaster um Korruptionsbericht Fifa kriegt Feuer aus allen Rohren

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Kann er auch diesen Skandal überstehen? Fifa-Boss Joseph Blatter.

(Foto: imago sportfotodienst)

Die Aufregung um den Fifa-Bericht zur WM-Vergabe 2018 und 2022 geht weiter. Das FBI kündigt Ermittlungen an, der Ruf nach einer Veröffentlichung des Garcia-Berichts wird lauter. Ein deutscher Top-Funktionär mischt sich mit einer Provokation ein.

Neue Verdächtigungen, neue Untersuchungen und ein provokanter Vorschlag ausgerechnet von der Bundesliga-Spitze: Nach dem Ermittlungs-Desaster der Fifa-Ethikkommission um die WM-Vergabe 2018 und 2022 an Russland und Katar wird der Fußball-Weltverband auf unabsehbare Zeit nicht zur Ruhe kommen. Von vielen Fronten prasselten auf die Fifa jeden Tag die nächsten schlechten Nachrichten ein.

In Amerika verstärkt laut Nachrichtensender "CNN" die Bundespolizei FBI die Ermittlungen um die Machenschaften des Weltverbandes vor und auch nach der skandalumwitterten WM-Wahl im Dezember 2010, bei der die USA überraschend gegen Katar mit 8:14 Stimmen unterlag. Vor allem will das FBI den unter Verschluss gehaltenen Abschlussbericht von Chefermittler Michael Garcia sehen.

Niersbach schweigt

Wie angreifbar sich die Fifa mit dem Kuddelmuddel ihrer zwei unabhängigen Ethikkammern gemacht hat, zeigt die letztlich nur als Provokation zu verstehende These von Ligapräsident Reinhard Rauball, der eine europäische Fußball-Revolution nicht ausschließt. "Eine Option, über die ernsthaft nachgedacht werden müsste, ist sicherlich, dass die Uefa sich von der Fifa löst", sagte Rauball dem "Kicker".

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An der DFB-Spitze war man über den verbalen Radikalvorschlag des eigenen Vizepräsidenten nach dpa-Informationen ganz und gar nicht amüsiert. Präsident Wolfgang Niersbach äußerte sich nicht. Rauball gilt seit langem als krasser Gegner der Katar-WM. Als Bundesliga-Frontmann stößt ihm die Termindebatte auf, die den Profivereinen im WM-Jahr 2022 Schaden bringt - und auch in der Diskussion um missachtete Menschenrechte in Katar hat sich Rauball mehrfach klar gegen das Emirat positioniert.

Treffen zwischen Garcia und Eckert

Bei der Fifa komm wenigstens langsam Bewegung in den Streit zwischen dem obersten Ethikhüter Hans-Joachim Eckert und Chefermittler Michael Garcia. Sie wollen sich in Kürze persönlich treffen, um die Differenzen bei der Interpretation der mehreren hundert Seiten Ermittlungsakten zu den Verfehlungen der WM-Gastgeber Russland und Katar zu besprechen.

Eckert äußerte einen doch recht überraschenden Standpunkt: "Wir haben momentan in der Untersuchung einen Zwischenstand", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sein Papier sei eine Grundlage, auf der Garcia weiter untersuchen könne - besonders gegen beteiligte Einzelpersonen. Dies klingt verwirrend, hatte die Fifa das Eckert-Papier noch quasi als Abschlussbericht deklariert. Kurz vor Eckerts Unterschrift heißt es auch auf der letzten der 42 Seiten: "Die Untersuchung der WM-Vergabe ist für die Ethikkommission abgeschlossen."

Zwanziger kündigt Offensive an

Merkwürdig mutet auch an, dass sich Ankläger Garcia und Richter Eckert nun absprechen wollen. Den Eindruck von Gewaltenteilung innerhalb der Ethikdivsionen wird nicht zwingend gefördert. Sollte Garcia gar seinen Einspruch vor dem Fifa-Berufungskomitee zurückziehen, bestünde noch mehr Grund zur Annahme eines Kuhhandels. Die Fußball-Welt fordert lauter denn je die Veröffentlichung des Garcia-Berichts, auf dessen Grundlage Eckert den viel kritisierten Freispruch für Katar und Russland formulierte.

Das deutsche Fifa-Exko-Mitglied Theo Zwanziger will sich dafür stark machen. "Dies werde ich jetzt betreiben", sagte der frühere DFB-Präsident der "Bild"-Zeitung. Auch der EU-Sportkommissar Tibor Navracsics sprach sich für Transparenz aus: "Während ich nicht die Autonomie der Sportverbände angreifen will, denke ich, dass es Zeit ist, dass die Fifa alle Karten auf den Tisch legt, um die Zweifel über die Ergebnisse des Reports zu beseitigen", sagte Navracsics.

Quelle: n-tv.de, Arne Richter, dpa

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