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"Ich hoffe, dass der Trainer nicht eifersüchtig wird": Robert Lewandowski.
"Ich hoffe, dass der Trainer nicht eifersüchtig wird": Robert Lewandowski.(Foto: dpa)
Freitag, 09. Februar 2018

So läuft der 22. Spieltag: Lewandowski nervt, dem BVB fehlt der Spirit

Von Stefan Giannakoulis

Real Madrid? Kein Kommentar, sagt Robert Lewandowski - und will für den FC Bayern an diesem 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga einen Rekord aufstellen. Borussia Dortmund hofft auf Marco Reus, und der HSV auf - wissen wir auch nicht.

Wie geht's dem FC Bayern?

Och, ganz gut. Das Halbfinale im DFB-Pokal haben die Bayern in dieser Woche bei einem Abendspaziergang durchs Ostwestfälische gebucht, und nun, am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga geht's gegen den FC Schalke 04, der seinerseits mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg die Vorschlussrunde erreicht hat. Ob die Bayern und die Gelsenkirchener dort am 17. oder 18. April aufeinandertreffen, das stellt sich an diesem Sonntag so gegen 18 Uhr heraus, wenn der DFB auslosen lässt. Auch mit dabei: Bayer 04 Leverkusen und die Frankfurter Eintracht. Also machen der Spitzenreiter der Bundesliga, der Tabellenzweite, der Fünfte und Sechste das Pokalhalbfinale unter sich aus. RB Leipzig, den Dritten, und Borussia Dortmund, den Vierten, hatte der FC Bayern höchstpersönlich aus dem Weg geräumt. Noch Fragen?

Ganz froh: Leon Goretzka.
Ganz froh: Leon Goretzka.(Foto: imago/Jörg Schüler)

Zunächst aber steht am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) das Ligaspiel an - und Schalkes Leon Goretzka freut sich auf die Partie in München: "Das ist die beste Mannschaft in Deutschland. Und es ist ein spezielles Spiel, sich mit den Besten zu messen. Nach Möglichkeit wollen wir da etwas mitnehmen." Das Interessante daran ist, dass Goretzka ab dem Sommer ebenfalls für die beste Mannschaft des Landes aufläuft. Das hatte für ein wenig Ärger gesorgt, inzwischen scheinen viele der Schalker Fans wieder versöhnt. Zu seinem 23. Geburtstag am Dienstag überraschten ihn einige Anhänger mit einem Kuchen. "Das ist schon außergewöhnlich", sagte er. "Die Fans haben ein gutes Gespür. Es hat mich extrem gefreut, dass die Unterstützung wieder da ist." Na, das ist doch schön. Goretzka also kommt zum FC Bayern. Aber bleibt Robert Lewandowski dort?

Dem besten Torschützen der Bundesliga wird ein Flirt mit Real Madrid angedichtet, obwohl sein Vertrag bei den Münchnern noch bis 2021 gilt. Die spanische Sporttageszeitung "Marca" hatte in dieser Woche berichtet, Lewandowskis Berater Cezary Kucharski habe den Königlichen signalisiert, sein Klient hätte Interesse an einer beruflichen Veränderung. Der wiederum gab lediglich zu Protokoll: "Ich kenne das sehr gut. Ich höre jedes Jahr die Spekulationen. Diese Gerüchte interessieren mich nicht. Mehr muss ich dazu nicht sagen." Stattdessen will er lieber seinen Trainer Jupp Heynckes nerven. Lewandowski hat ja in den jüngsten zehn Heimspielen jeweils mindestens ein Tor erzielt. Den Rekord von elf Partien aber hält immer noch, seit der Saison 1972/1973 - genau, Heynckes, der seinerzeit für Borussia Mönchengladbach spielte. "Ich hoffe, dass der Trainer nicht eifersüchtig wird und ich von Anfang an spiele", sagte Lewandowski. Heynckes drücke ihm aber sicher die Daumen. Und wenn's mit dem Rekord klappt? "Dann können wir beide gute Laune haben." Unser Tipp: 2:0, und ja, Lewandowski macht sein Tor.

Was macht der BVB?

Training mit Ball: Marco Reus.
Training mit Ball: Marco Reus.(Foto: imago/Kirchner-Media)

Nicht im Halbfinale des DFB-Pokals steht die Dortmunder Borussia, weil sie ja kurz vor Weihnachten ihr Achtelfinale beim FC Bayern verloren hatte. Apropos Pokal: Den hatte der BVB im vergangenen Jahr gewonnen. Und das Finale am 27. Mai 2017, das 2:1 gegen Frankfurt, war gleichzeitig das bisher letzte Fußballspiel, das Marco Reus bestritten hat. Nun steht der deutsche Nationalspieler nach seinem Kreuzbandriss vor dem Comeback, vielleicht spielt er schon am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV.

"Marco hat diese Woche wieder komplett mittrainiert", sagte Trainer Peter Stöger: "Er hat keine Rückschläge bekommen, es geht ihm gut." Was heißt das nun? "Wir wissen, dass er gerne spielen möchte und er weiß, dass wir ihn gerne dabei hätten." Ansonsten beteuerte Stöger, dass mit seinem Team alles in Ordnung sei: "Die Mannschaft hat kein Mentalitätsproblem. Aber wenn Gegenwind kommt, müssen wir sie noch stärker aufstellen." Warum sagt er das? Weil sein Chef, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, jüngst im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" beklagt hatte, dem Team fehle der Spirit, der die Borussia in der Vergangenheit so erfolgreich gemacht habe. Aber auch beim HSV haben sie so ihre Sorgen, das drängendste Problem ist, dass die Hamburger auf dem vorletzten Platz der Tabelle stehen, weil sie seit acht Spielen nicht mehr gewonnen haben. Daran hat auch Bernd Hollerbach, der neue Trainer, nichts geändert. Der sagt: "Dortmund hat eine sehr, sehr starke Offensive. Wir müssen stabil stehen, mutig sein und Chancen kreieren."

Klingt nach einem soliden Plan. Derweil ist der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen bemüht, die jüngsten Turbulenzen im Verein herunterzuspielen. Wie Hamburger Medien Anfang des Monats berichtet hatten, soll es im Aufsichtsrat einen Putschversuch eben gegen Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt gegeben haben. Ziel: Absetzung der beiden Entscheidungsträger und Installierung von Felix Magath als neuem starken Mann. Das sei nicht außergewöhnlich, sagte Bruchhagen nun. In der prekären sportlichen Lage sei es normal, dass Kontrolleure fragen: "Haben wir den richtigen Trainer, Sportchef, Vorstandsvorsitzenden?" Er habe sich mit dem Ratsmitglied ausgetauscht. "Das ist abgeschlossen." Tipp: 3:1.

Was passiert sonst noch?

RB Leipzig - FC Augsburg (Freitag, 20.30 Uhr): Das Spiel in der Hinrunde, das der FCA mit 1:0 gewann, sorgte einigermaßen für Furore. Erst disqualifizierte sich Augsburgs Kapitän Daniel Beyer mit einer obszönen Handbewegung in Richtung Ralph Hasenhüttl, worauf Leipzigs Trainer sehr wütend reagierte. Inzwischen bedauert er, seinerzeit die "Contenance" verloren zu haben. Weiter anheizen wollte er das Wiedersehen nicht. "Mir ist schon klar, dass ihr daraus einen kleinen Warmmacher fürs Spiel verwenden wollt. Aber den Gefallen tue ich euch nicht." Kollege Manuel Baum betonte: "Wir betrachten Leipzig sportlich." Tipp: 1:1.

Maurermeister: Pal Dardai.
Maurermeister: Pal Dardai.(Foto: imago/Matthias Koch)

Bayer 04 Leverkusen - Hertha BSC: Da spielt der Tabellenelfte beim Tabellenzweiten - und plant was? Na, er verlegt sich aufs Verteidigen. Herthas Trainer Pal Dardai sprach von einer speziellen "Berliner Mauer", die sein Team errichten wolle, um "vielleicht einen Punkt mitzunehmen". Das wäre das vierte Remis hintereinander, gewonnen hat die Hertha in diesem Jahr noch nicht. Tipp: 2:1.

Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln: Die Aufholjagd des Tabellenletzten aus Köln ist etwas ins Stocken geraten, vergangene Woche gab's ein 2:3 gegen Dortmund, davor ein 1:1 gegen Augsburg. Und nun? Erwartet Trainer Stefan Ruthenbeck "ein schweres Spiel gegen einen guten Gegner". Der allerdings hat im eigenen Stadion so seine Probleme, die Eintracht ist das viertschlechteste Heimteam der Liga, holte nur zwölf von 30 Punkten. Tipp: 0:0.

Hannover 96 - SC Freiburg: Die Freiburger haben ja schon etwas länger kein Spiel in der Liga mehr verloren. Gelänge ihnen nun in Hannover mindestens ein Punktgewinn, wäre es die zehnte Partie hintereinander ohne Niederlage - und der Vereinsrekord wäre eingestellt. Beim Gastgeber freuen sich Trainer André Breitenreiter und Manager Horst Heldt über das vorläufige Ende des Stimmungsboykotts. Die Ultras hatten entschieden, ihr Team vorerst wieder anzufeuern - für drei Partien. Aus Protest gegen die Übernahmepläne des Klub-Präsidenten Martin Kind hatten große Teile seit Saisonbeginn während der Spiele geschwiegen. Tipp: 2:2.

TSG Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05 (alle Samstag, 15.30 Uhr): Wie der "Kicker" berichtete, steht Hansi Flick kurz vor seinem Aus als Sport-Geschäftsführer bei der TSG. Er soll sich mit Mäzen und Mehrheitseigner Dietmar Hopp gestritten haben. Der Klub dementiert das. Ansonsten heißt es: Kriselnde Hoffenheimer empfangen abstiegsgefährdete Mainzer. Tipp: 2:1.

VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 15.30 Uhr): Stuttgarts neuer Trainer Tayfun Korkut hat für seine Heimpremiere einen Plan: "Wir wollen, dass der Funke von der Mannschaft auf die Fans im Stadion überspringt. Dieses Plus wollen wir nutzen." Er setzt auf einen mutigen Auftritt: "Uns muss zu jedem Zeitpunkt bewusst sein: Das hier ist unser Platz - hier entscheiden wir, was passiert. Das sollte immer in unseren Köpfen sein." Tipp: 1:0.

SV Werder Bremen - VfL Wolfsburg (Sonntag, 18 Uhr): Im Treffen zweier Pokalviertelfinalverlierer kann der SV Werder darauf setzen, dass er mit Trainer Florian Kohfeldt zu Hause noch unbesiegt ist. In der Liga gab es zwei Siege und drei Remis, im Pokal-Achtelfinale ein 3:2 gegen Freiburg. Tipp: 2:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich bin auch keiner, der irgendwo die Hand auflegt und dann läuft's von alleine." Hamburgs Trainer Bernd Hollerbach über acht sieglose Spiele.

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Quelle: n-tv.de