Fußball

#FCBRBL im Schnellcheck Mein Gott, Werner!

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Timo Werner hatte das 1:0 auf dem Fuß - aber es war "leicht schwer".

(Foto: dpa)

Der FC Bayern bleibt Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Und das finden die Münchner gut. Ein wenig hadern sie aber schon damit, dass sie im Spitzenspiel des 21. Spieltags gegen Leipzig nicht gewinnen können. Ein (kleiner) Gewinner dieses Spiels ist der BVB.

Was ist in der Münchner Allianz-Arena passiert?

Der Bundestrainer war da. Und wenn wir uns so anschauen, was den Leser von ntv.de an diesem Sonntag am meisten interessiert - neben Sturm "Sabine" natürlich (hier geht's übrigens zum Liveticker) - dann sind der Besuch und die gesprochenen Sätze von Joachim Löw das Top-Thema rund um das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig. So hatte der "ewige Jogi" nämlich mal wieder etwas zu Thomas Müller gesagt. Weil er danach gefragt wurde. Und was er so sagte, dass werden sie in München erneut nicht gerne gehört haben. Löw sagte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Müller noch einmal in der Nationalmannschaft spielt, eventuell ja gar bei der EM in diesem Sommer, "relativ gering sei". Das liege halt daran, dass er, also der Löw, seinen Weg weiter mit den jungen Spielern gehen wolle. Und in diese Kategorie fällt Müller mit seinen 30 Lebensjahren nicht mehr - anders als der ebenfalls 30 Jahre alte Dortmunder Marco Reus.

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Voll im Trend ist dagegen Timo Werner (nicht beim FC Bayern), der ist 23 Jahre alt, schnell und torgefährlich. Sagt man zumindest. Gegen den FC Bayern galt das indes nicht. Aber Ausnahmen, so ist ja bekannt, bestätigen ja Regeln. In der 65. Minute ließ er alleinstehend vor Manuel Neuer eine Mega-Chance aus. Die sei "leicht schwer" gewesen, sagte Werner. Aber er fand schon auch, dass man, also er, sie hätte machen müssen. Weil Werner indes nicht der einzige Torverweigerer war, endete dieses Spiel 0:0.

Unseren Spielbericht gibt's hier.

Teams und Tore:

Tore: Fehlanzeige
München:
Neuer - Pavard, Boateng (67. Hernandez), Alaba, Davies - Kimmich, Thiago - Goretzka (85. Coman) - Müller, Lewandowski, Gnabry (60. Coutinho); Trainer: Flick.
Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Upamecano, Halstenberg - Adams, Laimer, Sabitzer, Angelino - Dani Olmo (69. Schick) - Nkunku (82. Lookman), Werner (90.+3 Poulsen); Trainer: Nagelsmann.
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Der Chancenwucher im Spielfilm

20. Minute: Nein, nein, kein Grund zur Aufregung. Wir melden keinen Torschuss. Weil aber so viel nicht passiert ist, weil die Bayern aber absolut dominant sind, verkünden wir mal die amtlichen Zahlen: Zu 75 Prozent rollt der Ball durch die Reihen der Münchner, zu 25 Prozent pöhlen die Leipziger das Spielgerät quer durchs Stadion. Eine Idee? Nicht erkennbar. Ein bisschen wie bei der Hertha, wie die Kollegin Anja Rau treffend analysiert hat.

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Der FC Bayern ist zunächst voll im Dominanz-Modus, hier mit Robert Lewandowski.

(Foto: dpa)

30. Minute: Nationalspieler Lukas Klostermann flankt von rechts. Und das macht er klasse. Ex-Nationalspieler (noch nicht offiziell) Jérôme Boateng klärt in der Mitte per Kopf. Das macht er noch mehr klasse. Er ballt die Faust. Neuer tut's ihm nach. Gelebte Jubelsolidarität. Was einst die Heldengrätsche war, ist nun die Heldenstirn.

39. Minute: So, das ist das erste Ding, was den Ruhepuls erhöht. Der ehemalige Nationalspieler, es ist ja jetzt amtlich, Müller flankt, Robert Lewandowski kommt zum Abschluss, abgefälscht, knapp vorbei.

40. Minute: Leipzig schickt seine Ein-Mann-Büffelherde nach vorne. Dayot Upamecano läuft und läuft und läuft und am Ende gibt's eine Ecke. Die erste für RB, die Münchener haben sechs. #weristhierdominant?

46. Minute: Oha, oha, oha, der Leipziger Marcel Sabitzer steht nur 30 Sekunden nach Wiederanpfiff völlig alleine vor Neuer und nagelt den Ball aus elfmeterfuffzig über die Latte.

49. Minute: Boateng setzt Neuer reichlich unter Stress. Der rennt aus dem Strafraum und dem Ball entgegen, verpasst ihn aber. Werner, der das Duell um die Welt den Ball gewinnt, scheitert aber an David Alaba, der sich massiv in den Schuss grätscht.

63. Minute: Oha, oha, oha (II), Christopher Nkunku bricht über links durch, spielt Werner bestens an, doch der schiebt locker rechts (vom Torwart aus gesehen) vorbei. Gut, war ja auch "leicht schwer", wie wir nun wissen. Tatsächlich springt der Ball kurz vorm Schuss noch mal auf. Aber dennoch: Mein Gott, Werner!

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Wenig begeistert: Leon Goretzka.

(Foto: imago images/MIS)

80. Minute: Obacht, der FC Bayern tikitakert guardiola'esk. Thiago passt, Leon Goretzka verlängert mit dem Außenrist auf Lewandowski, Lewandowski legt wieder ab zu Goretzka, Schuss, Streckung von Péter Gulácsi, Parade von Péter Gulácsi - 0:0.

Was war gut?

Der FC Bayern in den ersten 20 Minuten. Das war dominant, erdrückend, kreativ und zielstrebig. Vor allem über Alphonso Davies ging so einiges. Der Kanadier, der die Fußball-Welt vergangene Woche ja mit einer furiosen Backstreet-Boys-Parodie begeistert hatte, rannte die Außenbahn rauf und runter, das es nur so eine Pracht war. Starke Hereingaben, starke Balleroberungen. Das war richtig gut. Bemerkenswert war, wie er den Spanier Dani Olmo im Sprint (wobei Sprint für den Spanier dann doch zu viel Ehr' wäre) noch stellte. Olmo, nur zur Erinnerung, den wollten die Bayern ja auch haben. Mit ihrem ständigen Anlaufen erzwangen die Münchner immer wieder Ballverluste der Leipziger. Die wussten sich in der ersten Hälfte der ersten Hälfte dann auch nur mit Kreisliga-Bordmitteln zu helfen. Hoch, weit und weg - das war der gepflegte Umgang mit dem Ball. Ein kontrollierter Spielaufbau? Unmöglich. Was sich die Bayern dann aber vorwerfen lassen müssen: Dominanz schießt keine Tore. Dafür braucht's Präzision, die fehlte.

Was war gut (II)?

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Christopher Nkunku trieb das Spiel der Leipziger immer wieder an.

(Foto: REUTERS)

Die Reaktion der Leipziger in Durchgang zwei. Aus dem ängstlichen Geflipper wurde plötzlich geplantes Umschaltspiel. Immer wieder stürmten vor allem Werner und Nkunku blitzartig nach vorne. Insgesamt sieben Abschlüsse verzeichnete die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann in Durchgang zwei. Das Bayern-Pressing griff allerdings auch nicht mehr, das Passspiel war fehlerlastiger. Und hätten Sabitzer und Werner ihre Mega-Chancen genutzt ..., wer weiß, wer weiß. So bleibt der FC Bayern Tabellenführer, mit einem Vorsprung vor den Sachsen und vier Punkten vor dem BVB, der darf sich trotz des nächsten Kontrollverlusts bei Bayer Leverkusen also doch ein kleines bisschen wie ein Sieger fühlen.

Was war schlecht?

Die Chancenverwertung. Mehr, siehe oben, siehe Spielfilm.

Und was sagen die Verantwortlichen?

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): "Das 0:0 ist am Ende gerecht. Die erste Halbzeit hat mir sehr gut gefallen von meiner Mannschaft, besonders mit den ersten 25 Minuten war ich sehr zufrieden. Danach ist uns etwas die Seriösität abhandengekommen, wir hatten auch Glück. Es ist ein harter Weg, dieses Jahr Meister zu werden."

Thomas Müller (FC Bayern München): "Heute war viel drin, aber irgendwie auch nichts. Wir haben es verpasst, aus diesem Spiel unser Spiel zu machen. Das Problem war, dass beide Mannschaften mit diesem 0:0 irgendwie leben konnten. Am Ende wollte keiner das absolute Risiko gehen, wir selbst haben uns dadurch unserer Stärken beraubt."

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Ich bin mit unserem Auftritt grundsätzlich zufrieden. In der zweiten Hälfte hatten wir die deutlich klareren Chancen und hätten die Partie sogar gewinnen können. Wir waren mutig, haben hoch verteidigt und hatten einen guten Zugriff auf die Partie."

Der Tweet zum Spiel

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Apropos: Borussia Dortmund verspielt bei Bayer Leverkusen zweimal eine Führung. Der Sportdirektor ist enttäuscht, der Trainer genervt. Für das Ziel Meisterschaft gibt's den nächsten herben Dämpfer. Emre Can weiß derweil, was der Mannschaft guttun würde. Hier gibt's unseren Bericht!

Quelle: ntv.de