Fußball

Nicht als "tragischer Held" enden Netzer sorgt sich um Schweinsteiger

681ad48360cf136de9d7810130c287e6.jpg

Bastian Schweinsteiger.

(Foto: imago/Ulmer/Teamfoto)

Während Bastian Schweinsteiger gerade heiratet, macht sich Günter Netzer Gedanken: um die Nationalmannschafts-Zukunft des DFB-Kapitäns, um die drohende Rolle als tragischer Held. Angst macht ihm auch die kommende WM, ihm schwant ein "Horrorszenario".

Zum Rücktritt rät er ihm nicht direkt, zum Weitermachen aber auch nicht: Günter Netzer rät Weltmeister Bastian Schweinsteiger vielmehr salomonisch, sein Karriereende in der Fußball-Nationalmannschaft nicht zu lange hinauszuzögern. Der "Sport Bild" sagte Netzer: "Man darf es mit dem Karriereende nicht übertreiben, sonst endet man meist als tragischer Held. Man erinnert sich hinterher mehr an den Schluss der Karriere als an die Großtaten." Schweinsteiger könne jetzt verhindern, dass solche Gedanken entstehen.

"Aber das muss er selbst beurteilen, ob er sich stark genug fühlt, zweigleisig zu fahren. Er muss die Situation abwägen und den richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt finden", sagte Netzer über den 31 Jahre alten DFB-Kapitän, der in der englischen Premier League bei Manchester United spielt. "Dazu ist allerdings unabdingbar, dass er gesund bleibt."

Deutlicher hatte am Wochenende Michael Ballack seinem Nachfolger als DFB-Kapitän zum Rücktritt geraten. Wenn Schweinsteiger weitermache, fürchte Ballack, "er könnte in einen Strudel hineingeraten. Andere Spieler könnten die Situation nutzen, um seinen Status in der Nationalmannschaft in Frage zu stellen. Das hätte Schweinsteiger nicht verdient". Schweinsteiger selbst hatte seine Zukunft im DFB-Team nach dem von ihm eingeleiteten EM-Aus offengelassen. Aktuell ist er mit Heiraten beschäftigt.

"Könnte Horrorszenario werden"

Während Netzer bei Schweinsteiger vorsichtige Worte wählte, kritisierte er das Niveau der von Portugal gewonnenen EM deutlich. "Vor allem die Vorrunde war schwer akzeptabel, unansehnlich, wenig interessant, geschweige denn spektakulär", sagte der 71-Jährige. "Ich führe das auf den neuen Modus mit 24 Mannschaften zurück, der keine gute Idee war." Mit Blick auf eine mögliche Weltmeisterschaft mit 40 Teams warnte Netzer: "Das könnte zu einem Horrorszenario werden. Das sollte man sich gut überlegen."

Der einstige Mittelfeldregisseur von Borussia Mönchengladbach lobte die deutsche Mannschaft trotz des Ausscheidens im Halbfinale gegen Frankreich. "Fakt ist, dass wir einen wunderbaren Kader zur EM gebracht haben, mit das Beste, was wir je präsentieren konnten", so Netzer. Das sei aber zu keinem Zeitpunkt eine Titelgarantie gewesen.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa