Fußball

Nürnberg veredelt Saisonstart Schalke mit Mühe, St. Pauli fliegt aus Pokal

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Schalkes neuer Coach Domenico Tedesco freut sich über den ersten Sieg.

(Foto: REUTERS)

Domenico Tedesco muss bei seinem Pflichtspiel-Debüt als Schalke-Trainer lange auf das erste Tor seines Teams warten. Dann erlöst ein Ukrainer die Schalker in Berlin. Für St. Pauli ist der Pokal dagegen schon nach Runde eins vorbei.

BFC Dynamo Berlin - FC Schalke 04 0:2 (0:0)

Der neue Trainer Domenico Tedesco hat bei Fußball-Bundesligist Schalke 04 eine äußerst durchwachsene Pflichtspiel-Premiere erlebt, aber immerhin den Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde gefeiert. Der fünfmalige Cup-Gewinner setzte sich in Berlin beim tapfer kämpfenden Regionalligisten BFC Dynamo dank Doppeltorschütze Jewgeni Konopljanka mit 2:0 (0:0) durch. Der haushohe Favorit hatte im ersten Pflichtspiel unter dem 31-jährigen Tedesco phasenweise aber gehörige Probleme.

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Der Doppeltorschütze Jewgeni Konopljanka (rechts) klatscht mit Franco di Santo ab.

(Foto: imago/foto2press)

Fünf Tage vor dem Bundesligastart gegen Vizemeister RB Leipzig erlöste Konopljanka vor 14.117 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Bezirk Prenzlauer Berg die Schalker in der 78. Minute. Der eingewechselte Confed-Cup-Sieger Leon Goretzka bereitete den Treffer vor. In der Nachspielzeit stellte Konopljanka den Endstand her. Tedesco stand bei seiner Premiere von der ersten Minute an vor der Schalker Bank. Er dirigierte, ermutigte, beruhigte - und wirkte dabei äußerst engagiert. Erst am Samstag hatte der jüngste Coach in der Klubgeschichte von S04 Weltmeister Benedikt Höwedes als Kapitän abgesetzt und für viel Wirbel gesorgt. Immerhin war Höwedes, der nicht im Kader stand, seit 2011 im Amt. Der 29-Jährige, der sich im Sommer einer Hüft-OP unterzog, akzeptierte die Entscheidung jedoch.

In der Hauptstadt agierte Keeper Ralf Fährmann erstmals als Spielführer - und sah zumindest in der Anfangsphase die drückende Überlegenheit seines Teams. Allerdings fehlte es an der nötigen Präzision. Konopljanka (10.) und Guido Burgstaller (18.) vergaben die ersten guten Möglichkeiten.
Der zehnmalige DDR-Meister BFC versuchte sich angeführt vom starken Mittelfeldspieler Matthias Steinborn immer wieder vom Druck zu befreien. Trotz einiger individueller Fehler kam das Team von Coach René Rydlewicz gegen Ende der ersten Halbzeit mehrfach gefährlich in den Strafraum der Gäste, verpasste jedoch die mögliche Führung.

MSV Duisburg - 1. FC Nürnberg 1:2 (0:2)

Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Nürnberg veredelte seinen starken Saisonstart. Der viermalige Pokalsieger setzte sich bei Liga-Konkurrent MSV Duisburg mit 2:1 (2:0) durch. Hanno Behrens (21.) und Georg Margreitter (41.) trafen für die Gäste, Kevin Wolze gelang in der Nachspielzeit per Foulelfmeter nur noch der Anschluss (90.+4). Vor 15.576 Zuschauern zeigten die Nürnberger die reifere Spielanlage. Der starke Sebastian Kerk prüfte MSV-Schlussmann Mark Flekken erstmals nach zehn Minuten.

Kerk war auch am Führungstreffer beteiligt. Seine Ecke köpfte Kapitän Behrens ein. Aufsteiger Duisburg versuchte zwar in der Folge das Kombinationsspiel der Gäste früh zu unterbinden, doch Nürnberg fand immer wieder Lösungen. Kerk fand erneut in Flekken seinen Meister (38.), dann fand er mit einer weiteren Ecke Innenverteidiger Margreitter - 0:2. Der viermalige Pokalfinalist Duisburg tat sich auch nach dem Wechsel in der Offensive schwer, auch wenn ihnen die Nürnberger nun die Spielkontrolle überließen und auf Konter lauerten. Bei der bis dahin besten MSV-Chance traf Kingsley Onuegbu nur die Latte (86.), Wolzes Tor vom Punkt kam zu spät.

SC Paderborn - FC St. Pauli 2:1 (1:0)

Der FC St. Pauli scheiterte überraschend schon in der ersten Runde. Der Zweitligist verlor bei Drittliga-Spitzenreiter SC Paderborn nach einer schwachen Vorstellung mit 1:2 (0:1). Der SCP setzte damit am 110. Geburtstag des Klubs seinen Höhenflug fort und blieb auch im fünften Pflichtspiel der Saison ungeschlagen. Massih Wassey (41.) per Traumtor und Christopher Antwi-Adjej (79.) trafen für Paderborn vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena, Sami Allagui (90.+1) verkürzte in der Nachspielzeit. Der Sieg bedeutete einen rundum gelungenen Tag für den SC Paderborn 07, dessen Vorgängerverein Arminia Neuhaus am 14. August 1907 gegründet worden war.

Nach verhaltenem Beginn übernahmen zunächst die Gäste die Kontrolle, ohne jedoch große Gefahr auszustrahlen. Zum auffälligsten Mann wurde Angreifer Aziz Bouhaddouz, der gleich zweimal vergab (18./20.). Besser machte es Wassey auf der Gegenseite. Der Deutsch-Kanadier traf per Dropkick aus 20 Metern ins linke Eck, der ins Tor zurückgekehrte Pauli-Schlussmann Philipp Heerwagen war ohne Chance.
Nach der Pause hatte Ben Zolinski sogar das 2:0 für den Westfalenpokal-Sieger auf dem Fuß (51.), auch Wassey scheiterte an Heerwagen (65.). Dann sorgte Antwi-Adjej für die Vorentscheidung. Die Hamburger, die die hektische Schlussphase nach einer Kopfverletzung bei Lasse Sobiech in Unterzahl bestreiten mussten, schöpften nach dem Anschlusstreffer aber noch einmal Hoffnung.

Quelle: n-tv.de, dsi/sid

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