Fußball

Star lässt Bayern-Zukunft offen Thomas Müller, ein Fußballer für Olympia?

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Na, Bock auf Olympische Spiele?

(Foto: REUTERS)

Womöglich wird das Jahr 2020 ein großes für Thomas Müller. Beim FC Bayern ist der Fußballprofi unter dem neuen Trainer Hansi Flick wieder wichtig. Und auch für die deutsche Nationalmannschaft wird er offenbar wieder ein Thema, allerdings nicht für die von Bundestrainer Joachim Löw.

Thomas Müller könnte in diesem Jahr tatsächlich noch einmal ein Tor für Deutschland schießen. Vielleicht auch zwei, oder drei. Darüber würde sich mutmaßlich sogar Joachim Löw freuen. Auch wenn der Fußball-Bundestrainer nicht dafür verantwortlich wäre, wenn der Angreifer des FC Bayern noch einmal das Leiberl mit dem Adler tragen würde. Denn für die A-Nationalmannschaft, das hat Löw ja gesagt, wird Müller nicht mehr spielen. Der Bann gilt auch für dessen Weltmeisterkollegen Jérôme Boateng und Mats Hummels.

Die "Müllers" bei Olympia?

Womöglich gibt's bei den Spielen in Tokio sogar einen gemeinsamen Auftritt der Müllers. "Das ist eine coole Spinnerei, aber sowohl für mich als auch für meine Frau Lisa hat das in 2020 nicht die oberste Priorität", sagt Thomas Müller. "Meine Frau hat erstmal andere Turniere im Visier, wodurch Olympia noch in ganz weiter Ferne liegt. Aber wenn man ganz viel träumen mag, wäre das natürlich schon eine coole Sache."

Während Boateng nach Form, Einsätzen und wohl auch einem neuen Arbeitgeber sucht, hofft Hummels doch noch auf Löws Umdenken. Was angesichts der gravierenden Abwehrprobleme ein Szenario ist, das dem Bundestrainer von jedem berufenen oder weniger berufenen Experten angetragen wird. Verbunden mit dem Hinweis, dass dieser Hummels immer noch ein richtig guter Innenverteidiger ist. Und Müller? Nun, der hatte nach seiner Ausbootung ja amtlich mit dem Bundestrainer abgerechnet. Dennoch ist sein Comeback für Deutschland nun wahrscheinlicher als das seiner Leidensgenossen.

Wie der "Kicker" berichtet, soll sich U21-Trainer Stefan Kuntz ernsthaft mit dem Plan beschäftigen, den Offensivspieler für die Olympischen Spiele im August in Tokio zu nominieren. Seit 1992 tritt bei den Männern stets ein U23-Team an. Seit 1996 dürfen aber auch drei Spieler in den Kader geholt werden, die älter sind. Müller soll mit seinen 30 Jahren ein Kandidat für die Rolle des Team-Routiniers sein.

"Ich weiß nicht, welche Umstände da reinspielen müssten, dass ich Olympia spiele, wenn sich im August schon die Klubmannschaften auf die Saison vorbereiten. Das wäre ungewohnt", sagte Müller bei Sport1. "Ich sage mal so: Sag niemals nie. Aber konkret spielt Olympia in meinen Planungen noch keine Rolle." Auch der Leverkusener Kevin Volland, bei Löw ebenfalls kein Thema, soll infrage kommen. Zuletzt wurden auch Wolfsburgs Maximilian Arnold und Herthas Davie Selke sowie Bremens Maximilian Eggestein gehandelt. Mit allen hat Kuntz bereits gearbeitet.

Bleibt er beim FC Bayern?

Für welchen Verein Müller im Fall einer Olympia-Teilnahme spielen würde, ist indes noch unklar. Dass er in München bleibt, ist nicht ausgemacht. Sein Fokus liege darauf, "die Saison erfolgreich zu bestreiten. Was dann im Sommer passiert, da werde ich mit dem Verein sprechen und mit mir selbst. Dann schauen wir mal, in welche Richtung das geht",  sagte er bei Sport1. Entscheidend sei, ob seine Interessen mit denen des Klubs übereinstimmen. "Bei so einer Sache werfen alle Parteien ihre Argumente in den Topf. Schauen wir mal, ob man da ein Menü zusammenbekommt."

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Zuletzt hatte sich seine Situation in München deutlich verbessert. Nachdem er unter Ex-Coach Niko Kovac ins Abseits geraten war, spielt er bei Hansi Flick wieder eine tragende Rolle. In sieben Liga-spielen unter dem neuen Trainer lieferte er neun Scorerpunkte. Im Trainingslager in Doha sagte er: "Für mich persönlich gab es eine Periode, in der ich absolut nicht zufrieden war. Wenn man mal von der Bank kommt, ist das alles kein Problem. Da habe ich aber, glaube ich, sechsmal in Folge nicht (von Anfang an) gespielt. Das war keine einfache Zeit. Aber summa summarum war es ein schönes Halbjahr für mich, weil das eine Prüfung war. Und ich habe vom Gefühl her diese Prüfung gut bestanden. Deswegen gehe ich eher gestärkt und mit ziemlich viel Selbstvertrauen aus dieser Situation heraus."

Mit dieser Euphorie will sich Müller mit dem FC Bayern in der Rückrunde der Bundesliga Tabellenführer RB Leipzig noch abfangen. Vor dem Start am Sonntag bei Hertha BSC (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) beträgt der Rückstand vier Punkte. "Die Mannschaft fühlt sich sehr wohl", sagte Müller. "Jetzt gilt es, das positive Gefühl mit rüber zu nehmen. Wir sind gefordert, dass wir nicht nur eine schöne Spielweise haben oder eine Handschrift erkennbar ist, sondern wir müssen für unser Ziel, Deutscher Meister zu werden, in der Rückrunde sehr viele Punkte holen. Wir haben das direkte Duell gegen Leipzig schon gleich am Anfang, dann müssen wir gleich da sein. Wir sind unter Druck."

Apropos Druck beim FC Bayern: Den spürt dieser Tage ganz besonders Sportdirektor Hasan Salihamidzic, vor allem von Flick. Der Trainer hatte zuletzt mehrmals Neuzugänge für den dünn besetzten und verletzungsgeplagten Kader gefordert. Wie dort der aktuelle Stand ist, das lesen Sie hier!

Quelle: ntv.de, tno